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Endspurt am Rakotzensemble in Kromlau

Das Gerüst an der Bogenbrücke ist weg. Doch am Rakotz wird weiter gebaut. 2021 sollen neue Regeln Ruhe in den Park Kromlau bringen.

In der Vorwoche wurde das Gerüst an der Rakotzbrücke abgebaut, die sich inzwischen wieder im Urzustand präsentiert. Noch ohne Spiegelbild, da der See erst abgedichtet wird.
In der Vorwoche wurde das Gerüst an der Rakotzbrücke abgebaut, die sich inzwischen wieder im Urzustand präsentiert. Noch ohne Spiegelbild, da der See erst abgedichtet wird. © Joachim Rehle

Ohne Gerüst zeigt sich jetzt die Rundbogenbrücke am Rakotzsee im Kromlauer Park wieder. Die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen. Trotzdem bleibt das Rakotzensemble Baustelle. Grotte und Brückenkammern erhalten aus Sicherheitsgründen Gitter. Zudem wird aus selbem Grund das Gesamtareal eingezäunt und mit Toren versehen. So können künftig unvernünftige Besucher nicht mehr auf den frisch sanierten und denkmalgeschützten Bauwerken klettern, Mountainbike fahren und spektakuläre Selfies machen, so wie es zuvor oft der Fall war.

Fotopunkt für Rakotz-Bilder

Allein der Zaun kostet laut Schätzung der Planer rund 109.000 Euro, wie Bürgermeister Dietmar Noack jüngst im Gemeinderat erklärte. Zwar liegen schon wesentlich günstigere Angebote vor. „Noch sind die Auswertungen nicht abgeschlossen, müssen letzte Absprachen mit der Denkmalbehörde getroffen werden, die sich auf die Angebotshöhe auswirken können“, so Noack weiter. Da der Zaun stellenweise auf Gelände errichtet werden muss, welches nicht im Fördergebiet liegt, fragt Frank Hoffmann, wer in dem Fall dafür zahle. „Wir müssen das mit Dresden und dem Geldgeber so abstimmen, dass sie einbezogen werden. Als Gemeinde können wir den Zaunbau nicht zahlen und ohne Zaun geht es aus Sicherheitsgründen nicht. Aber ich gehe davon aus, es ist reine Formsache“, erklärte Noack dazu. Letztlich stimmte der Gemeinderat einer Vergabe des Zaunbaus an den wirtschaftlichsten Bieter in maximaler Höhe der geschätzten Kosten zu.

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Dies gilt auch für die laut Planern geschätzte rund 500.000 Euro teure Abdichtung des Rakotzsees, der ab April 2021 wieder gefüllt werden soll. Zuvor muss der Hafen in Ordnung gebracht werden. Hier sind die Arbeiten angelaufen. „Wie vermutet, wurden schon kleine Basaltstelen, die von Erde und Pflanzen überwuchert waren, gefunden“, verriet Noack in der Ratssitzung, Die Stelen müssten nun ebenfalls gereinigt, saniert und zum Schutz vor dem Wasser verfugt werden. Auch Wege im Bereich Rakotzsee müssten noch saniert werden.

Trotz der noch anstehenden Arbeiten bleibe laut Dietmar Noack die Wiedereinweihung des Rakotzensembles zu Pfingsten kommenden Jahres das Ziel. Parkbesucher können dann das Gesamtareal in neuer Schönheit entdecken und von einem Fotopunkt mit freier Sicht auf See und Bauwerke fotografieren. Der Platz wurde beim Parkseminar im Oktober bereits freigelegt.

Reiten und Radeln im Park verboten

Wegen der erfolgten millionenschweren Sanierungen und schlechter Erfahrungen der letzten Jahre wird es ab 2021 im Kromlauer Park Einschnitte für Besucher geben. Welche das sind, ist in der neuen Grünanlagensatzung und Parkordnung ersichtlich, die der Gemeinderat beschloss. Die wichtigste Änderung besagt, dass das Befahren der Wege, Flächen und Bauwerke in Grünanlagen und Park mit Fahrrädern verboten ist. Seit Monaten wurde über Für und Wider in Rat und Ausschüssen diskutiert. „Wenn wir Radfahren verbieten, muss genau definiert werden, wo es zutrifft, und entsprechende Beschilderung erfolgen“, gab Frank Hoffmann zuletzt im September zu bedenken. Karin Krahl, die selber gerne Rad im Park fährt, riet zur Freigabe der drei Hauptwege für Radler. Johannes Rakel lehnte dies ab, da sich nicht alle Radler daran halten würden. „Sie fahren jetzt auch überall.“ Bürgermeister Noack appellierte, der Park sei ein Erholungsort, weshalb „Ruhe reingebracht“ werden müsse. Durch das generelle Radfahrverbot sind die Regeln nun eindeutig und Schilder unnötig.

Zudem legt die neue Parkordnung fest, dass das Reiten oder Führen von Pferden untersagt; das Klettern auf Bauwerken, Denkmälern, Bäumen; das Fliegenlassen von Drohnen; Film-, Foto- und Fernsehaufnahmen zu kommerziellen Zwecken – wenn keine kostenpflichtige Genehmigung der Gemeinde vorliegt – ebenfalls verboten sind. Nächtigen und Notdurft außerhalb der Toilettenanlagen, Baden in Gewässern, Schlittschuhlaufen auf nicht ausgewiesenen Flächen, Ballspielen und Rodeln außerhalb gekennzeichneter Spiel- und Sportflächen sind im Geltungsbereich der Grünanlagensatzung und Parkordnung auch untersagt. Für Hunde gilt prinzipiell Leinenpflicht. Außerdem müssen die Halter die Exkremente der Tiere beseitigen – auch, wenn es aus Gründen der Kosten und des Aufwands im Kromlauer Park keine Hundetoiletten gibt und geben wird. Bei Regel-Missachtung drohen Bußgelder.

Die Parkordnung wird nach Inkrafttreten im Internet veröffentlicht und (wie am Besucherparkplatz) sichtbar ausgehangen.

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