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Kinderbetreuung wird in Rietschen teurer

Seit 21 Jahren sind die Gebühren für Krippe, Kindergarten und Hort stabil. Nun ist ab 1. Juli 2021 eine Erhöhung geplant.

© Symbolfoto: dpa

Rietschen. Gebührenanhebungen sind allgemein unpopulär, stoßen nicht selten auf Widerstand. Erst recht, wenn sie Familien mit Kindern betreffen. Dennoch hat die Gemeinde Rietschen keine andere Wahl, als ab Sommer die Elternbeiträge anzuheben. Lange hatten Räte und Verwaltung darüber in den Beratungen zum Haushalt 2021/22 diskutiert und um Lösungen zu finden, die Familien nicht zu stark belasteten.

In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses wurden nun die Pläne vorgestellt, diskutiert und als Empfehlung für den Gemeinderat beschlossen, der in seiner nächsten Sitzung über die Anpassung der Elternbeiträge, die Höhe der Ermäßigungen für Geschwisterkinder sowie für Kinder von Alleinstehenden, entscheiden soll.

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Gebühren steigen gestaffelt

Fest steht, dass Eltern ihre Kinder in Kinderkrippe, Kindergarten und Hort sowohl in der kommunalen Kita in Rietschen als auch der Kita der evangelischen Kirche in Daubitz gut betreut sehen. Doch für die Betreibung der beiden Einrichtungen sind die finanziellen Aufwendungen für Betriebs- und Personalkosten erheblich gestiegen. Trotzdem blieben die Gebühren seit 21 Jahren stabil. Bislang glich die Kommune die Mehrkosten aus. Diesen Spielraum gibt der Doppelhaushalt nicht mehr her. Erschwerend hinzu kommt, dass auch für Rietschen seit 2011 die im Landkreis Görlitz – er entstand aus dem einstigen Niederschlesischen Oberlausitz-Kreis und dem Kreis Löbau-Zittau – gültigen Absenkungssätze zur Ermäßigung der Elternbeiträge galten.

Da diese Sätze, aus dem einstigen Südkreis übernommen, in Rietschen dazu geführt hätten, dass die Kinderbetreuung für Alleinerziehende oder Familien mit mehreren Kindern teurer geworden wäre, zahlte die Gemeinde zugunsten ihrer Bürger auch diese Differenz aus eigener Tasche. Laut Bürgermeister Ralf Brehmer waren es durchschnittlich 6.600 Euro pro Jahr. Auch das kann sich Rietschen nicht mehr leisten, plant daher die Übernahme der kreisweit gültigen Sätze. Nicht zuletzt sollen die Elterngebühren steigen, weil auch in die energetische Sanierung der Kita-Gebäude investiert werden muss, wie aktuell bei den „Kleinen Strolchen“.

Aus all diesen Gründen empfahl der Verwaltungsausschuss dem Gemeinderat letztlich eine Gebührenanpassung in zwei Stufen. Die erste ist mit Wirkung vom 1. Juli 2021 vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt sind, entsprechend der von den Eltern gewählten Betreuungszeit von 4,5 Stunden, sechs oder neun Stunden, in der Kinderkrippe folgende Beiträge fällig: 76 Euro, 101,30 Euro sowie 152 Euro. Für die Unterbringung im Kindergarten fallen ab dann 48 Euro, 64 Euro beziehungsweise 96 Euro an. Eine zweite Erhöhung, so der Beschlussvorschlag, soll im Sommer 2022 folgen. Für neun Stunden Krippenbetreuung fallen danach 162 Euro und im Kindergarten 104 Euro an.Im Hort werden die Schüler, wiederum von den Eltern frei gewählt, für drei Stunden, fünf oder sechs Stunden betreut. Dafür sind ab Juli diesen Jahres 27 Euro, 45 Euro oder 54 Euro von den Eltern zu zahlen. Ab dem nächsten Jahr erhöhen sich die Elternbeiträge auf 60, 50 beziehungsweise 30 Euro. Gleichzeitig empfahlen die Mitglieder des Verwaltungsausschusses dem Gemeinderat eine Anpassung der Ermäßigungen für Geschwisterkinder und für Alleinstehende entsprechend den im Landkreis Görlitz seit dem September 2011 gültigen Absenkungssätzen.

Ferienbetreuung im Hort bleibt

Dies bedeutet für das zweite Geschwisterkind eine Ermäßigung von 30 Prozent, für das dritte Kind 70 Prozent und ab dem 4. Kind 90 Prozent. Alleinerziehende erhalten eine Ermäßigung von fünf Prozent für das erste Kind und bis zu 95 Prozent ab dem vierten Kind.

Weil in den Horteinrichtungen in Daubitz und Rietschen die Kinder, anders als in manch anderer Kita im Kreis, die Kinder auch in der Ferienzeit betreut werden, stehen die Gebühren dafür auf dem Prüfstand. Zwar schwanken die Zahlen der Schüler, die sich außerhalb der Schulzeit im Hort aufhalten. Im Durchschnitt betreffe es, laut Gemeinde, aber 15 Mädchen und Jungen, die bis zu zehn Stunden inzwischen im Hort betreut werden. Corinna Anders, die Leiterin der Kindereinrichtung in Rietschen, verwies in diesem Zusammenhang darauf, „dass die Erzieherinnen eine Superarbeit, gerade auch in der Ferienzeit, leisten.“ Und dies habe, so die Leiterin, eben auch seinen Preis. Bei der Frage, ob die Bezahlung der Hortbetreuung in den Ferien künftig stunden- oder wochenweise erfolgen soll, appellierte Corinna Anders für eine wochenweise Zahlung. Sie begründete dies mit besserer Planbarkeit und geringerem Aufwand. Der Ausschuss folgte ihrem Hinweis und empfahl auch hier dem Gemeinderat, in seiner Sitzung am 26. April entsprechend abzustimmen.

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