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Lang vermisste Klänge

Die Musikschule in Weißwasser öffnete ihre Türen - es war wie eine Erlösung. Und stellte Kinder vor schwere Entscheidungen.

Mit Eifer versucht sich die sechsjährige Marie auf der Geige und möchte das Instrument am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben. Musikschülerin Lena Krahl hat für die Kleine ein paar Tipps parat.
Mit Eifer versucht sich die sechsjährige Marie auf der Geige und möchte das Instrument am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben. Musikschülerin Lena Krahl hat für die Kleine ein paar Tipps parat. © Rolf Ullmann

Weißwasser. Die sechsjährige Marie will die Geige gar nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder streicht sie über die Saiten. Auch am Spiel auf dem Cello findet sie, assistiert von der 16-jährigen Musikschülerin Lena Krahl, großes Gefallen. Vielleicht gehört sie in wenigen Wochen zu den rund 200 Schülern, die sich in der Außenstelle Weißwasser der Kreismusikschule Dreiländereck musikalisch betätigen.

Für Felix hingegen ist das Spiel auf der Gitarre oder am Schlagzeug erstrebenswerter.
Nun, die Wahl zum Erlernen eines Musikinstruments („Welches?“) fällt bei einem Angebot von elf Instrumenten in großer Bandbreite schwer. „Mit dem Tag der offenen Tür wollen wir die vielfältigen Möglichkeiten, die unser Schulteil bietet, einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Seit Anfang Juni können wir nach der langen, erzwungenen Pause endlich wieder mit dem Präsenzunterricht fortfahren“, erklärt Dorothea Wollstadt. Sie leitet die Außenstelle in Weißwasser seit 2008.

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Nach der Musizierstunde im Oktober, kurz vor den Herbstferien, senkte sich der Vorhang. „Für unsere Musiklehrer begann die harte Zeit der Kurzarbeit. Unterricht war nur noch online möglich“, erzählt die Schulleiterin. Deshalb nutzen Lehrer wie auch die Musikschüler am Tag der offenen Tür die Gelegenheit, sich mit einem kleinen Konzert dem Publikum vorzustellen.

Den Auftakt gestaltet das Ensemble der Erwachsenen. Die beginnen nicht von ungefähr mit der Vorstellung ihres musikalischen Könnens. Denn der Anteil der Erwachsenen in den Kursen der Musikschule ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen; Tendenz weiter steigend. Immerhin gehören 40 Erwachsene, das sind 20 Prozent der gesamten Schülerschaft, zu den Eleven der Einrichtung in Weißwasser. Neben dem Spiel im Erwachsenenensemble singen sie auch: im Frauenchor, dem Omi-Chor – oder sie nehmen Einzelunterricht zum Erlernen oder zur Weiterbildung an einem der Instrumente.

So wie Marie, die ihre ersten Schritte durch das Instrumentenkarussell im Rahmen der musikalischen Früherziehung begonnen hat, starten die drei- bis vierjährigen Mädchen und Jungen ihre musikalische Laufbahn. Die Besten von ihnen nehmen später am Regionalausscheid „Jugend musiziert“ teil. Regelmäßig qualifizieren sich auch einige für die Teilnahme am Bundesausscheid. 2021 fand dieser nicht wie geplant in Bremen, sondern online statt.

Als nächste Veranstaltung in Weißwasser steht ein weiterer Tag der offenen Tür am ersten Schultag im September auf dem Plan. Auch diese Gelegenheit wollen die Pädagogen nutzen, um auf die vielfältigen Angebote des Schulteils in Weißwasser aufmerksam zu machen und so neue Schüler, gleich, welchen Alters, gewinnen. „Die Nachwuchsgewinnung ist ein vorrangiges Anliegen, denn jedes Jahr verlassen uns Schüler, um ein Studium oder eine Ausbildung zu beginnen“, sagt Dorothea Wollstadt.

Einen ganz speziellen Dank richtet sie auch an die Förderschule „Brüder Grimm“. Die gute Zusammenarbeit mit dieser Bildungseinrichtung, die seit Beginn das Miteinander bestimmt, ermöglicht den Musikschülern an diesem Tag zum Beispiel die Nutzung des schattigen Platzes am Ausgang zum Schulhof für ihr Konzert vor der zahlreichen Zuhörerschaft.

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