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Muskau: Bambinis freuen sich auf Kicker-Turnier

Im Parkstadion messen sich Sonnabend mehrere Teams. Die Gastgeber sind gut vorbereitet.

Die letzten Trainingseinheiten vor dem großen Turnier waren für die Kicker, ihre Übungsleiterinnen und Familien gleichermaßen spannend und herausfordernd. Schließlich will man spielerisch überzeugen.
Die letzten Trainingseinheiten vor dem großen Turnier waren für die Kicker, ihre Übungsleiterinnen und Familien gleichermaßen spannend und herausfordernd. Schließlich will man spielerisch überzeugen. © Sabine Larbig

Seit letztem Jahr lief in Bad Muskau, wie anderswo, im Fußball nichts oder wenig. Schuld war Corona. Umso mehr merkt man vor allem den Kindern an, wie viel Freude es ihnen macht, endlich wieder regelmäßig kicken und sich messen zu können. Zwar konnten die Muskauer zuletzt in Kleingruppen mit maximal fünf Spielern trainieren. Allerdings ohne Kontakt oder Turniere. Das machte gerade den Jüngsten – den Bambinis – keinen Spaß. Und als Vorbereitung auf die neue Saison reichte es ebenfalls nicht.

Neustart bei den Bambinis

„Bei den Jüngsten mussten wir durch die lange Zwangspause quasi wieder neu anfangen, die Kinder langsam an Training und Spielserie heranführen und gleichzeitig ihren enormen Spieltrieb etwas bremsen“, erzählt Doreen Beye, während sie die Bambinis auf dem Sportplatz am Lindenhof in Bad Muskau trainiert. „Was machen wir, wenn der Ball kommt? Richtig, ihn annehmen und nicht weglaufen“, erklärt sie. Nur wenige Spielzüge später ruft sie die Kids zu sich. „Hört bitte mal zu und albert nicht rum. Achtet beim Spiel auf eure Mitspieler. Und das dort ist unser Tor. Ich mache jetzt einen Einwurf, dann geht es weiter, okay?“, so die Übungsleiterin, bevor die Spieler, momentan ausschließlich Jungs, im Kindergarten- und Grundschulalter wieder auf dem Spielfeld rumwirbeln. Beobachtet werden sie von vielen Eltern und Großeltern.

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Die Bambinis von Rot Weiß Bad Muskau mit ihren Übungsleiterinnen Doreen Beye (l.) und Anja Nicke (r.) geben sich als Turnier-Gastgeber selbstbewusst – trotz aller Aufregung.
Die Bambinis von Rot Weiß Bad Muskau mit ihren Übungsleiterinnen Doreen Beye (l.) und Anja Nicke (r.) geben sich als Turnier-Gastgeber selbstbewusst – trotz aller Aufregung. © Sabine Larbig

Die Aufregung auf beiden Seiten ist groß. Immerhin sind die Parkstädter am morgigen Sonnabend, von 10 bis 12 Uhr, Gastgeber eines Bambini-Turniers, zu dem Teams aus Reichwalde, Görlitz, Weißwasser und Königshain kommen und um Punkte und Platzierungen wetteifern. Die Weißwasseranerin und einst aktive Fußballerin Doreen Beye ist seit knapp zwei Jahren bei den Bambinis und F-Junioren von Rot-Weiß Bad Muskau Übungsleiterin. Weil sie, durch die Corona-Beschränkungen, nicht mehr allein das Training absichern konnte, steht ihr seit knapp einem halben Jahr Anja Nicke zur Seite.

Für die hat die Tätigkeit als Übungsleiterin sogar einen positiven Nebeneffekt. Ihr Sohn spielt bei den Bambinis mit. „Als Mutter würde ich ihn sowieso zu Training und Spielen fahren und am Spielfeldrand stehen. Da kann ich auch als Übungsleiterin mitmachen“, erklärt die 41-Jährige, die bei den Frauen von Krauschwitz mitkickt, jeden Sonntag den Vorschulsport von Kindern ab 3 Jahre in der Muskauer Turnhalle mit betreut – ein Angebot der Kooperationspartner Rot-Weiß Bad Muskau und Stahl Krauschwitz – und parallel zu Job und Familie noch Lehrgänge für die C-Lizenz als Übungsleiterin absolvierte.

Darüber, dass zwei Frauen die Jüngsten trainieren, freuen sich nicht nur die Eltern, sondern auch Holger Zimpel. „Gerade bei den Kleinsten sind Frauen eine Ideallösung. Sie haben mehr Einfühlungsvermögen als Männer und huscheln Kinder auch mal, wenn es einen Tritt oder harten Ballkontakt gab“, so der Bad Muskauer Abteilungsleiter Fußball. „Klar. Nach einem kurzen In-den-Arm-Nehmen stehen die Kids viel schneller auf, trocknen Tränen besser, wird weiter gespielt“, bekennt die 49-jährige Doreen Beye.

Dass sie und Anja Nicke zudem viel Spaß an ihrem Ehrenamt haben, merkt man. Und auch, dass ihre Freude am Spiel auf die Kinder abfärbt. „Sowas ist ganz wichtig bei Nachwuchsarbeit, die ja Basis für das Aufrücken in unsere anderen Teams und Spielklassen ist“, lobt Holger Zimpel die Arbeit der beiden Frauen. Dass die noch anderswo aktiv sind, störe nicht. Hauptsache, das Fußballfieber grassiere.

Dafür sorgt Doreen noch jeden Montag in Weißwasser bei durchschnittlich 25 Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien. Die trainiert sie bei einem unentgeltlichen Angebot der Evangelischen Kirche in der alten Gymnasium-Turnhalle und künftig auch auf dem Sportplatz der TSG Kraftwerk Boxberg. Der Verein hat für zwei Jahre einem Nutzungsvertrag für die Sommersaison zugestimmt, nachdem Frank Konietzky von den Grauen Wölfen Weißwasser und Ideenvater der dortigen Welpen-Liga, vermittelte. „Dadurch, dass die Welpenliga für Kindergartenkinder ist, profitieren auch Vereine wie wir davon“, weiß Doreen Beye. Immerhin sind in Bad Muskau die meisten der sechs Bambini-Zugänge daraus hervorgegangen.

Turnier findet im Parkstadion statt

Ob „junger“ oder „alter“ Hase – die Bambinis von Rot-Weiß und ihre Trainerinnen freuen sich riesig auf das bevorstehende Turnier, bei dem insgesamt rund 50 Kinder von vier bis sechs Jahren im Modus jeder gegen jeden antreten und mit über 100 Zuschauern gerechnet wird. Für die Jüngsten ist das Turnier ein Großereignis. Und es ist der Grund dafür, weshalb der Verein einen Kuchenbasar anbietet und alle Kids gratis mit Getränken versorgt. Möglich wird das – Medaillen, Urkunden und Preise für die besten Spieler, Torwarte und Torschützen – dank vieler Unterstützer und Sponsoren, die sich ebenso wie die kleinen Kicker über die nun wieder normale Saison freuen.

Für Gastgeber-Kicker wie Rudi ist die Anspannung zwar groß. Aber es ist ihm egal, ob sein Team gewinnt. „Es wäre schön. Aber wenn es nicht klappt, setze ich mich nicht in die Ecke und heule“, sagt der Verteidiger selbstbewusst. Und wie schätzen die Trainerinnen ihr Team ein? „Unsere Kids sind alle auf ihre Art und Weise richtige Granaten. Das wird schon gut!“

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