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Wieder freie Sicht auf den Rakotz

Ab Mittwoch wird der See in Kromlau befüllt. Die Einweihungsfeier mit Gästen ist für den 10. Juli geplant.

Familie Sander aus Koblenz hat bei strahlendem Sonnenschein und Hochsommertemperaturen den Kromlauer Park erkundet. Leider blieb ihnen noch mancher Blick verborgen.
Familie Sander aus Koblenz hat bei strahlendem Sonnenschein und Hochsommertemperaturen den Kromlauer Park erkundet. Leider blieb ihnen noch mancher Blick verborgen. © Joachim Rehle

Der Kromlauer Park ist ganzjährig ein Besuchermagnet, lockt Touristen aus aller Welt an. Von denen kommen seit der Corona-Pandemie zwar keine mehr. Dafür immer mehr Gäste aus ganz Deutschland. So wie Familie Sander aus Koblenz, die kürzlich mit ihren Kindern einen Spaziergang im Park und natürlich einen Abstecher zum Rakotz-Ensemble samt Brücke, Grotte und Stelengruppen gemacht hat.

Sanders konnten leider nur durch den Bauzaun auf das Ensemble blicken, sahen kein sich im See als Rundbogen spiegelndes Brückenbild, und sie konnten auch noch nicht auf den neuen Fotopunkt klettern, der Bilder vom gesamten Areal ermöglicht. Zwar sind die seit etwa zwei Jahren dauernden Sanierungsarbeiten am Ensemble beendet. Doch noch steht der Zaun, ist kein Wasser im See.

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Wasser marsch am Rakotzsee

Das ändert sich ab heute Nachmittag. „Dann beginnt die Befüllung des Sees und ab Montag kommender Woche der Abbau des Zauns, der im Bauhof eingelagert wird. Wir haben unser Ziel, die Bauarbeiten samt Befüllung bis Pfingsten zu beenden, also geschafft. Hut ab und Dankeschön an alle Beteiligten und Firmen“, erklärte der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack am Dienstag in der Gemeinderatssitzung.

Zuvor hatten die Räte wichtige Beschlüsse rund um den Kromlauer Park gefasst. Zum einen stimmten sie der Auftragsvergabe zur Abdichtung des Rakotzsees zu. Der etwa 300 Meter lange und circa 50 Meter breite See hat eine (Wasser)Fläche von 10.000 Quadratmetern. Bisher zahlte die Gemeinde jährlich etwa 6.000 Euro Stromkosten zum Einpumpen von Wasser. Da Strom und Wasser immer teurer werden, soll die Abdichtung helfen, das Absinken des Wasserspiegels und somit Zuführungs- und Pumpkosten zu minimieren.Die Sohle wurde mit Ton und Steiluferbereiche mit Bentonitmatten abgedichtet. Da die Zuleitungen inklusive Zubehör in Ordnung und eine mögliche Installation eines Wasserfalls im Bereich der wiederaufgebauten Grotte, wie es ihn dort einst gab, vorgesehen ist, wurden alle Leistungen mit insgesamt rund 513.600 Euro Kosten kalkuliert und öffentlich ausgeschrieben. Mit 306.900 Euro lag der wirtschaftlichste Anbieter, der bereits im Dezember 2020 beauftragt wurde, weit darunter. Da aufgrund zeitlicher und witterungsbedingter Probleme die Abdichtung des Sees von zwei Seiten begonnen werde musste, waren auch 300 Meter Umsetzung und 140 Meter Erweiterung des Bauzauns bis zum Auslauf des Sees im Osten erforderlich. Den so entstandenen Zusatzkosten von 11.700 Euro stimmten die Räte nachträglich zu. Die Arbeiten wurden aus Sicherheitsgründen bereits ausgeführt.

Kosmetische Arbeiten an Stelen

Ein Nachtrag in Höhe von 5.000 Euro beschlossen wurde ebenfalls für Bauleistungen zur Instandsetzung der Basaltsäulen hinter der Grotte und der kleinen Rakotzbrücke. Nachdem die Stelen von schädigendem Bewuchs in Fugen und Hohlräumen befreit, gereinigt und neuverfugt sowie lose Stelen im Uferbereich an ursprünglicher Lage befestigt wurden, ergab eine Begehung mit Bau- und Denkmalschutzexperten sowie Fördermittelgebern, dass auch die Stelen in und um den Wasserlauf bis zum Hafen sowie die kleine Brücke freigelegt, gereinigt, verfugt werden sollen.

Während die Arbeiten am Rakotz-Ensemble damit beendet sind, wird seit vorigem Jahr schon weiter an der Sanierung der Wege im und zum Park gearbeitet. Nach einer Bauberatung im Juni 2020 wurde festgelegt, die Kosten für Parkmobiliar, wie Bänke und Papierkörbe, zu reduzieren.

Weniger aber sanierte Bänke im Park

Da sich im Bauhof und der Bungalow-Siedlung 30 sogenannte Astbänke befanden, sollen diese wiederverwendet und mit Mitteln des eigens errichteten Parkfonds saniert werden. Insgesamt 8.000 Euro stehen dafür laut Ratsbeschluss vom Dienstag zur Verfügung. Damit werden die aus den 1970er Jahren stammenden – und eigens für den Kromlauer Park angefertigten – Bank-Nachgüsse aufgearbeitet. Während die Bauhof-Mitarbeiter sich dazu in ihrer Freizeit bereiterklärt haben und Material wie Schrauben und Lasuren bereits vorhanden ist, muss nun noch ein Tischler beaufragt werden, der neue Banklatten aus Eichenholz anfertigt.

Sobald die Bänke fertig sind, sollen drei Bänke am kleinen Rakotzsee aufgestellt werden. Fünf Bänke sind am Eichenhügel, wo bereits ein Tisch aus Robinienholz steht, vorgesehen. Weitere zwei Bänke werden voraussichtlich an der Rakotzbrücke errichtet. Die restlichen Bänke sollen eingelagert und für Konzerte, Lesungen oder andere Veranstaltungen genutzt werden.

Einweihung mit Kretschmer im Juli

Wie Bürgermeister Dietmar Noack informierte, steht inzwischen auch ein Wiedereinweihungstermin für das Rakotz-Ensemble fest. Anvisierter Termin sei der 10. Juli. So zumindest habe es der bisherige Terminplan des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer vorgegeben. Kretschmer, der sich maßgeblich für die Sanierung der Wahrzeichen des Kromlauer Parks und deren Finanzierung aus Bundes-- und Landesmitteln stark machte, nahm bereits an Start und Grundsteinlegung für den Grottenaufbau teil und sagte schon damals seine Anwesenheit bei der Neueinweihung zu. Die war ursprünglich im Rahmen des diesjährigen Park- und Blütenfestes zu Pfingsten geplant, was durch die Corona-Pandemie nicht stattfinden kann und weshalb eine Verlegung der Feierlichkeit inklusive nur geladener Gäste erforderlich wurde.

Möglicherweise nimmt sich der Ministerpräsident zur Erinnerung an diesen Tag in Kromlau eine Münze mit Motiv der Rakotzbrücke mit nach Hause. Bis dahin steht nämlich ein sogenannter Münzprägeautomat am Rakotz-Ensemble. Die Anschaffung des rund 5.000 Euro teuren Gerätes genehmigte der Gemeinderat ebenfalls jüngst in öffentlicher Sitzung. So soll Touristen die Möglichkeit einer besonderen Erinnerung oder eines Mitbringsels geboten werden. Außerdem sollen die Einnahmen, laut Gemeindechef Noack, der Refinanzierung des Automaten und später dem Erhalt des Landschaftsparkes dienen.

Gablenz sucht Helfer zu Pfingsten

Ob der Automat zu Pfingsten steht, ist noch offen. Vorbereitet wird sich indes, trotz Corona, auf einen Besucheransturm. Wie Johannes Rackel, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, erklärte, sei das Tourismus-Büro Kromlau bereits mit der Erarbeitung eines Einsatzplanes am Parkplatz beauftragt. „Wir kennen den Ansturm aus dem Vorjahr. Und weil der Parkplatz am Badesee noch ein Lagerplatz für die Baufirma vom Rakotzsee ist und somit fehlt, sollten die Wiese am Kavaliershaus und Schlossplatz als Ausweichvarianten bedacht werden.“ Zudem appellierte Rackel an die Einwohner von Gablenz und Kromlau, sich als Helfer und Parkplatzordner beim Tourismusbüro oder der Gemeinde zu melden. „Wir brauchen an allen Pfingsttagen zwischen 10 und 16 Uhr Unterstützung“, begründet der Ratsmann den Aufruf.

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