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Wer sind die schlauen Görlitzer Gymnasiasten von Jugend forscht?

Maximilian Wollenhaupt widmete sich Ameisen, Fritz Henke Farbstoffen im Wasser. Nun winkt das Sachsen-Finale.

Maximilian Wollenhaupt zeigt den Apparat, mit dem er die Ameisen von den Bäumen sammelte.
Maximilian Wollenhaupt zeigt den Apparat, mit dem er die Ameisen von den Bäumen sammelte. © Heimrich & Hannot GmbH

Von Tommy Schuska

Maximilian Wollenhaupt ist Tierfreund. Er betätigt sich als Hobby-Vogelkundler, hat zwei Zwergkaninchen und eine Schildkröte. Der 18-jährige Görlitzer aus einer 12. Klasse am Augustum-Annen-Gymnasium fertigte eine Arbeit als besondere Lernleistung an und beteiligte sich damit beim Wettbewerb „Jugend forscht“. Bei dessen Regionalfinale in Meißen belegte er damit jetzt den ersten Platz im Fach Biologie.

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15 Arten auf Görlitzer Bäumen

Wollenhaupt erfasste Ameisen, die in Görlitz auf Bäumen leben. Mit seinem selbstgebauten Exhaustor – ein spezieller Absaugapparat – sammelte er im ganzen Stadtgebiet 210 Ameisen von Bäumen ein. Diese präparierte er. 15 Arten in fünf Gattungen stellte er fest. Unterstützung bekam der junge Mann vom Senckenberg-Museum für Naturkunde, zum Beispiel durfte er die Ameisen mit dem Fotomikroskop ablichten.

Es war ein Gewinn für beide Seiten, das Senckenberg-Museum hat dadurch die erste Bestandsanalyse von auf Bäumen lebenden Ameisen in Görlitz, die Experten kennen nun die Fundorte der Arten und wissen, dass drei wärmeliebende Ameisenarten nun häufiger vorkommen. Das könnte ein Hinweis auf die Klimaerwärmung sein. Für Maximilian Wollenhaupt ist die Beschäftigung mit Tieren nicht nur so ein Hobby. Er möchte Tiermedizin studieren, am liebsten in Leipzig, und sich danach einen Traum erfüllen: eine eigene Tierarztpraxis für Kleintiere, vielleicht auch als Facharzt für Reptilien. Und das in Görlitz. Er sei bodenständig, sagt er und arbeitet beispielsweise bei der DLRG mit, trainiert Breakdance und auch Turniertanz.

Fritz Henke hält ein Modell der chemischen Verbindung in die Kamera, mit dem Farbstoffe aus dem Wasser entfernt werden.
Fritz Henke hält ein Modell der chemischen Verbindung in die Kamera, mit dem Farbstoffe aus dem Wasser entfernt werden. © Heimrich & Hannot GmbH

Doch Wollenhaupt war nicht der einzige Görlitzer Gymnasiast, der Erfolg bei dem Wettbewerb hatte. Auch Fritz Henke vom Joliot-Curie-Gymnasium Görlitz belegte bei „Jugend forscht“ einen ersten Platz im Fach Chemie. Der 18-Jährige lernt in einer zwölften Klasse und mit seinem Projekt „Chitosan-BioPolyMeer zur Farbstoffadsorption“ überzeugte der Deutsch Paulsdorfer die Jury.

Chemiestudium soll folgen

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Das Projekt soll dabei helfen, Farbstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Die Idee dazu war ihm gekommen, als er sein Praktikum beim Umweltlabor der Görlitzer Stadtwerke absolvierte. Die Freude an Chemie schöpft Fritz Henke daraus, dass man für das Leben viele praktische Sachen lernen kann. Nach dem Abitur möchte er Chemie studieren. Auf das Landesfinale bei „Jugend forscht“ Anfang April in Chemnitz freuen sich beide Gymnasiasten sehr. Und wer weiß, vielleicht kommen sie ja sogar zum Bundesfinale. Der Ort wäre derselbe. Auch das findet im Mai in Chemnitz statt.

Der Autor absolviert ein Schülerpraktikum bei der SZ.

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