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Wilsdruff: Museumseinbruch vor Gericht

Zwei Deutsche stehen im Verdacht, wertvolle Gegenstände aus dem Heimatmuseum gestohlen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben.

Im Dachgeschoss der Wilsdruffer Oberschule befindet sich das Heimatmuseum, das im Herbst 2020 von Einbrechern heimgesucht wurde. Nun beschäftigt sich die Justiz mit dem Fall.
Im Dachgeschoss der Wilsdruffer Oberschule befindet sich das Heimatmuseum, das im Herbst 2020 von Einbrechern heimgesucht wurde. Nun beschäftigt sich die Justiz mit dem Fall. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Diebstahl im Heimatmuseum Wilsdruff beschäftigt jetzt die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat am Amtsgericht Pirna Anklage gegen zwei Deutsche (37 und 40 Jahre) wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Diebstahls im besonders schweren Fall erhoben. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr zwischen dem 22. Oktober, 14 Uhr, und dem 23. Oktober, 9 Uhr, über die Feuertreppe gewaltsam in das Heimatmuseum Wilsdruff eingedrungen zu sein.

Um ins Museum zu gelangen, sollen sie ein Fenster eingeschlagen haben. Aus dem Museum sollen die Beschuldigten sodann Kunstgegenstände im Gesamtwert von mindestens 30.000 Euro entwendet haben.

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Historische Waffen und Münzen gestohlen

Sie haben unter anderem diverse historische Waffen, eine Zunft-Truhe der Schuhmacher aus dem Jahre 1744, diverse Militaria, eine Schafschere aus dem Jahr 1925 sowie eine umfangreiche Münzsammlung mit Münzen vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts mit.

Über diese Treppe sind die Einbrecher offenbar ins Museum gelangt.
Über diese Treppe sind die Einbrecher offenbar ins Museum gelangt. © Daniel Schäfer

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Beschuldigten, die bereits erheblich und einschlägig vorbestraft sind, das Diebesgut behalten oder gewinnbringend verkaufen wollte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden hatte die Ermittlungsrichterin Haftbefehle gegen die beiden dringend tatverdächtigen Beschuldigten erlassen. Der 37-jährige Beschuldigte wurde am 10. März 2021 in Berlin festgenommen, er hat die Tat gegenüber der Ermittlungsrichterin inzwischen weitgehend gestanden. Er verbüßt derzeit noch Strafhaft in anderer Sache.

Das ist das Fenster, über das die Täter eingedrungen sind, nach dem Einbruch wurde es mit einer Holztafel gesichert.
Das ist das Fenster, über das die Täter eingedrungen sind, nach dem Einbruch wurde es mit einer Holztafel gesichert. © Daniel Schäfer

Der 40-jährige Beschuldigte wurde am 15. April 2021 in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen. Die Ermittlungsrichterin hat den Haftbefehl Mitte April unter Erteilung strenger Auflagen außer Vollzug gesetzt. Anders als der 37-Jährige hat er noch keine Angaben zum Tatvorwurf gemacht.

Münzsammlung fehlt immer noch

Bei umfangreichen Durchsuchung in der Wohnung des 37-Jährigen in Berlin sowie bei zwei Kunst- und Antiquitätenhändlern in Berlin konnten viele der gestohlenen Kunstgegenstände sichergestellt werden. Unklar ist, wo sich andere Gegenstände derzeit befinden. So suchen Staatsanwaltschaft und Polizei zum Beispiel weiter nach der umfangreichen Münzsammlung.

Dieses Gewehr, die Pistole, die Schafsschere und die Zunfttruhe wurden aus dem Wilsdruffer Heimatmuseum gestohlen.
Dieses Gewehr, die Pistole, die Schafsschere und die Zunfttruhe wurden aus dem Wilsdruffer Heimatmuseum gestohlen. © Staatsanwaltschaft Dresden

Das Amtsgericht Pirna wird entscheiden, ob die Anklage zugelassen, wann das Hauptverfahren eröffnet werden kann und wann dieses beginnt.

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