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Deutschland & Welt

Hetzvideo: Naidoo fliegt aus DSDS-Jury 

Ein Clip zeigt den Sänger Xavier Naidoo, der über die Gefahr singt, die von Flüchtlingen ausgeht. RTL hat darauf rigoros reagiert.

Xavier Naidoo
Xavier Naidoo © dpa

Köln. Der Sänger Xavier Naidoo ist nicht mehr Jury-Mitglied in der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar". Das bestätigte ein Sprecher des Fernsehsenders am Mittwochabend. Naidoo bleibe dem Sender viele Antworten schuldig, zudem seien weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gingen, hieß es in einer Stellungnahme des Senders vom Mittwochabend. Die übrigen Jury-Mitglieder Oana Nechiti, Pietro Lombardi und Dieter Bohlen sollen nun am Samstag zu dritt in der Jury sitzen, hieß es. "Wie es bei den weiteren Liveshows aussieht, werden wir zeitnah bekannt geben."

Immer wieder war der Soulsänger und TV-Juror in den letzten Jahren haltungsauffällig geworden. Er hat für die rechtsextremen Reichsbürger Sympathie geäußert, Verschwörungstheorien geteilt und antisemitische Stereotype verbreitet wie „die Totschilds“. Damit spielte er auf die Bankiersfamilie Rothschild an; „die Rothschilds“ ist ein geläufiges rassistisches Synonym für das „Finanzjudentum“.

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Nun hat Naidoo ins Internet einen Clip gestellt, in dem er kaum verborgene Hetze gegen Zuwanderer äußert. „Ihr seid verloren, ihr macht nicht mal den Mund für euch auf“, wendet sich Naidoo an seine Zuhörer. „Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann.“ Dann verweist er auf „eure Töchter, eure Kinder“, die „leiden“ und sich „in der Sporthalle mit Wölfen umkleiden“ sollen. Diese „Wölfe“ sind die „Gäste, die „dem Gastgeber ... fast jeden Tag ... „ein Leben stehlen“. Der „Gastgeber“ steht laut Naidoo nur daneben und lässt das geschehen. „Hauptsache es ist politisch korrekt, auch wenn Ihr daran verreckt“. Er habe „fast alle Menschen lieb, aber was, wenn jeden Tag (durch die Gäste, d. Red.) ein Mord geschieht?“ Dann, so Naidoo, „muss ich harte Worte wählen“. Er endet mit dem Appell: „Lasst uns das beenden nun, Ihr seid verloren.“

Das Video teilte unter anderem der Journalist Mario Sixtus auf Twitter.

In den Kommentarspalten werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. Wer das Video wann ins Netz stellte, ist unklar. Am Nachmittag hatte Naidoo die Rassismus-Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Naidoo schrieb am Mittwoch bei Facebook, seine Aussagen seien absolut falsch interpretiert worden. 

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Naidoo saß bisher mit Dieter Bohlen in der Jury der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). RTL plant die komplette restliche Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" ohne den Sänger in der Jury. Es werde für Naidoo keine Rückkehr zu DSDS geben, teilte RTL am Donnerstag mit. Der Musiker ("Dieser Weg") sei auf das Angebot des Senders, "seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen". (mit dpa)

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