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Wie lege ich mein Geld sicher an?

ETF sind die einfachste Lösung, das Risiko zu streuen. Doch Vorsicht: Nicht alle Indexfonds tun das gleichermaßen.

ETFs sind eine vergleichsweise krisenresistente Anlageform.
ETFs sind eine vergleichsweise krisenresistente Anlageform. © dpa/Frank Rumpenhorst (Symbolfoto)

Wegen Corona sind jetzt offenbar viele bereit, beim Sparen andere Wege zu gehen. Einer aktuellen Umfrage von Kantar im Auftrag der Postbank zufolge hat zumindest der ein oder andere sein Anlageverhalten seit Ausbruch der Pandemie geändert. So nahm jeder zehnte Deutsche das Krisen-Tief an den Börsen zum Anlass, ins Wertpapiergeschäft einzusteigen oder ein Investment aufzustocken. Weitere 18 Prozent haben ihre Anteile gehalten oder unverändert in einen Fondssparplan eingezahlt. Interessant dabei: Viele Anleger kauften vor allem Aktien (62 Prozent). Breit streuende ETF waren weniger gefragt (40 Prozent), ebenso Investmentfonds (22 Prozent).

Vierer-Regel empfohlen

Dabei ist ein Investment in Einzelaktien nicht ohne Risiko. „Wer sein Geld in nur eine Aktie investiert, kann das eingesetzte Kapital verlieren, wenn das Unternehmen Pleite geht“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Und das kann selbst bei gestandenen Firmen passieren, wie das Beispiel Wirecard zeigt. Die Lösung: das Geld auf viele verschiedene Aktien verteilen. „Dann wird das Pleiterisiko zu einem Wertschwankungsrisiko“, erklärt der Finanzexperte. Verluste bei einem Wert können auf diese Weise mit Gewinnen bei anderen Werten ausgeglichen werden. Die Wahrscheinlichkeit alles zu verlieren ist deutlich geringer. Dabei gilt: Je mehr Werte im Depot sind, desto besser.

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Die einfachste und günstigste Möglichkeit sein Geld zu streuen, sind ETF. Diese börsengehandelten Fonds bilden einen Index ab. „Aber nicht alle Indizes sind auch breit gestreut“, sagt Nauhauser und verweist als Beispiel auf den Deutschen Aktienindex Dax, der derzeit nur 30 verschiedene Werte umfasst. Besser sind ETF, die einen Index abbilden, der viele Aktien aus verschiedenen Ländern und Branchen zusammenfasst, wie der MSCI World. „Dieser Index hat eine lange Tradition“, erklärt Nauhauser. „Und er ist Benchmark für viele aktiv verwaltete Fonds mit weltweitem Anlageschwerpunkt.“ Was der Name allerdings etwas verschleiert: Die Mehrheit der Unternehmen in diesem Index stammt aus den USA. Denn die Gewichtung im MSCI World wird vom Börsenwert bestimmt, heißt es im Ratgeber „Anlegen mit ETF“ der Stiftung Warentest. „Daher sind die USA als Börsennation Nummer eins ein Schwergewicht im Index.“

Die Gewichtung nach Börsenwert, die bei vielen Indizes angewendet wird, führt zu einer gewissen Verzerrung. Denn der Börsenwert entspricht nicht notwendigerweise auch dem Anteil eines Landes oder einer Region an der weltweiten Wirtschaftskraft.

Welt-Depot selber bauen

Ein Beispiel: Gewichtet man nach Marktkapitalisierung, also Börsenwert, kommen die USA im weltweiten Vergleich auf etwa 55 Prozent. Legt man aber das Bruttoinlandsprodukt, also die Wirtschaftskraft zugrunde, liegt der Anteil der USA weltweit bei nur etwa 29 Prozent, erklären die Stuttgarter Verbraucherschützer. Bei den Schwellenländern ist es umgekehrt: Gewichtet man sie nach Wirtschaftskraft, kommen sie auf einen Anteil von 39 Prozent. Schaut man nur auf den Börsenwert, liegt ihr Anteil bei lediglich 15 Prozent.

Der MSCI All Country World Index enthält zwar auch Unternehmen aus Schwellenländern, aber auch hier wird nach Börsenwert gewichtet. Wer sich mit diesem Ungleichgewicht nicht abfinden will, kann sein Welt-Depot selber bauen, raten die Experten der Stiftung Warentest.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Grundlage ist ein Basisinvestment in einen ETF auf den MSCI All Country World. Der Anteil am Depot sollte bei 52 Prozent liegen. Ergänzt wird dieser mit ETF auf den MSCI Emerging Market (30 Prozent), den MSCI EMU, der die Eurozone abbildet (12 Prozent) und auf den MSCI China (6 Prozent). „Dieses Vierer-Depot kommt den aktuellen Proportionen für die Wirtschaftskraft sehr nahe“, schreiben die Experten in ihrem Buch. Wer also 10.000 Euro so verteilen möchte, sollte 5.200 Euro in den MSCI All Country World, 3.000 Euro in den MSCI Emerging Markets, 1.200 Euro in den MSCI EMU und 600 Euro in den MSCI China investieren.

Ob sich dieser Aufwand in einer besseren Rendite niederschlägt, ist jedoch nicht garantiert. Die Experten erwarten aber, dass die Wirtschaftskraft der Schwellenländer in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Das können Anleger mit ihrem individuellen Depot schon jetzt berücksichtigen. (dpa)

Buchtipp: Brigitte Wallstabe-Watermann u.a.: „Anlegen mit ETF – Geld bequem investieren mit ETF und Indexfonds“, Stiftung Warentest 2020, 176 Seiten, 19,90 Euro

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