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Großkontrolle bei Tesla-Gigafabrik in Grünheide

Drei Chemikalientanks hat Tesla ohne Genehmigung errichtet. Am Freitag rückten die Behörden zur Kontrolle der ganzen Baustelle an. Jetzt kommt China ins Spiel.

Blick auf die Tesla-Baustelle in Grünheide.
Blick auf die Tesla-Baustelle in Grünheide. © Patrick Pleul/dpa

Von Thorsten Metzner

Nach dem aufgeflogenen Schwarzbau von Chemietanks nehmen die Behörden am Freitag die Tesla-Großbaustelle in Grünheide nun komplett unter die Lupe. Das teilte das Umweltministerium am Freitagmorgen mit.

Das Landesamt für Umwelt (lfU) führe "zusätzlich zum Bußgeldverfahren am heutigen Freitag eine umfangreiche Überprüfung der gesamten Baustelle durch", erklärte ein Sprecher. "Damit will die Überwachungsbehörde nach der Errichtung von nicht genehmigten Tanks durch Tesla, sicherstellen, dass nicht noch weitere ungenehmigte Aktivtäten auf dem Gelände durchgeführt wurden und werden."

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Nach Auskunft des Ministeriums sind neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem LfU auch Kontrolleure des Landkreises Oder-Spree sowie der Arbeitsschutzbehörden vor Ort.

Wie berichtet, leitet die Genehmigungsbehörde wegen dreier illegal errichteter Chemikalientanks ein Bußgeldverfahren gegen Tesla ein. Die Tanks sind errichtet, aber nicht gefüllt und angeschlossen. Eine Inbetriebnahme haben die Behörden untersagt. Tesla hat sich nicht dazu geäußert. Inzwischen gibt es Signale, dass Grund für die Errichtung der Tanks Missmanagement auf der Baustelle ist. Tesla hatte fünf Tanks beantragt, von denen nur zwei genehmigt wurden - dennoch wurden alle fünf aufgestellt.

Tesla kann sich keine Rückschläge mehr leisten

Die Folgen für den Zeitplan der Gigafactory sind nicht absehbar. Tesla will, nachdem der Start im Sommer platzte, nun Ende 2021 die ersten E-Autos in Grünheide vom Band rollen lassen. Schon zuvor war klar, dass sich Tesla keine gravierenden Rückschläge und schon gar keinen Ärger mit den Behörden leisten konnte.

Das Hauptgenehmigungsverfahren für die Fabrik läuft noch. Aktuell werden mehr als 11.000 Seiten neue Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt, da Tesla die Konfiguration der Fabrik noch einmal veränderte und zudem das Werk um eine Batteriezellenfertigung erweiterte. Brandenburgs Behörden haben Tesla dieses Tempo mit mittlerweile 16 Vorabzulassungen ermöglicht. Nun geraten auch sie unter Druck.

Insider: Großer Zeitdruck, vieles geht drunter und drüber

Warum riskiert Tesla das alles? Es ist schon das dritte Mal, dass es Ärger um ungenehmigte Arbeiten gibt: Bei Probe-Pfahlgründungen hatte das Unternehmen auf ein Versehen verwiesen, bei der Verlegung eines Abwasserschachtes auf eine frühere Erlaubnis, die allgemein die Verlegung unterirdischer Leitungen gestattet hatte. Die Chemikalientanks aber haben eine neue Qualität – die Großkontrolle war deshalb schon fast eine zwangsläufige Folge.

Möglicherweise sind Verantwortliche unter extremem Zeitdruck das Risiko eines illegalen Baus eingegangen. Insider berichten aber auch, dass auf der Großbaustelle vieles drunter und drüber geht. Einen Bauleiter hat Musk bereits gefeuert.

Task Force, die „direkt an Elon berichtet“

Seit einem halben Jahr gibt es eine Task Force für die „schwierigsten Probleme“, die „direkt an Elon berichtet“, hieß es bei der Personalsuche. Gesucht wurde ein „Problemlöser“, der „einen unkonventionellen Ansatz“ habe und „die Energie, Erstaunliches geschehen zu lassen“. Nun hat Tesla seine Probleme noch einmal vergrößert.

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Offenbar glaubt der US-Konzern inzwischen selbst nicht mehr daran, rechtzeitig fertig zu werden. Das Model Y, das künftig in Grünheide gebaut werden soll, will Tesla bereits im August in den deutschen Markt einführen. Das kündigte das Unternehmen am Freitag an, zuvor hatte die "F.A.Z." berichtet. Statt auf die Gigafabrik in Brandenburg zu warten, kommen die ersten Autos dann aus Shanghai. (mit dpa)

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