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Hier wird mitten im Sommer schon Weihnachten vorbereitet

Draußen ist es dieser Tage heiß, mancherorts wird aber schon ans Fest gedacht. Stollen werden gebacken, Weihnachtssterne herangezogen. Und wie gedeihen eigentlich die Tannenbäume?

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Auch die Glasbläser im Thüringer Wald haben Weihnachten schon jetzt im Blick.
Auch die Glasbläser im Thüringer Wald haben Weihnachten schon jetzt im Blick. © dpa/Friso Gentsch

Olbernhau/Lauscha/Selke-Aue. Der Hochsommer lässt Gedanken an Weihnachten in fünf Monaten in weite Ferne rücken. Doch bei Betrieben etwa im Erzgebirge laufen längst die Vorbereitungen fürs Fest. Für deren Mitarbeiter ist das auch bei hohen Temperaturen Routine. So gehen etwa Weihnachtsschmuck und Christstollen schon jetzt auf die Reise in ferne Länder, damit alles rechtzeitig da ist.

Kunsthandwerk:

Bei den Kunsthandwerkern im Erzgebirge rotieren auch im Sommer die Drechselbänke, wird gesägt, geklebt und verziert. "Weihnachten ist bei uns das ganze Jahr", sagt Verbandschef Frederic Günther. Nicht nur in Fachgeschäften und im Internet werden Räuchermänner, Engel und Schwibbogen ganzjährig angeboten.

Auch müssen die Pakete für den Export fertig gemacht werden, damit alles rechtzeitig ankommt. Die gehen vor allem in die USA und nach Japan. Produziert wird aber auch schon für das Weihnachtsgeschäft hierzulande. Dabei hoffen die Hersteller, dass nach den Corona-Wirren dieses Jahr wieder überall über Weihnachtsmärkte geschlendert wird.

Bei den Kunsthandwerkern im Erzgebirge, wie hier bei der Firma Kunstgewerbe Taulin in Oberwiesenthal, rotieren auch im Sommer die Drechselbänke, wird gesägt, geklebt und verziert.
Bei den Kunsthandwerkern im Erzgebirge, wie hier bei der Firma Kunstgewerbe Taulin in Oberwiesenthal, rotieren auch im Sommer die Drechselbänke, wird gesägt, geklebt und verziert. © dpa/Jan Woitas

Christbaumkugeln:

Glasbläser im Thüringer Wald haben Weihnachten ebenfalls im Blick. In Lauscha wurde die Christbaumkugel erfunden: Hier entsteht seit mehr als 170 Jahren gläserner Weihnachtsschmuck. Die Herstellung gehört seit 2021 zum immateriellen Kulturerbe. Zu jeder Jahreszeit werden etwa bei Krebs Glas, einem von rund 100 Südthüringer Glasbetrieben, Kugeln in den beliebten Farben Rot, Gold und Silber, aber auch anderen Farben mundgeblasen, handverziert und -gefertigt. Die Arbeit mit dem fauchenden Feuerstrahl und den Glaskolben ist nicht nur im Sommer eine Herausforderung. "Die Glasbläser schwitzen, das lässt sich gar nicht vermeiden", sagt Leiter Roger Müller. Dagegen helfe nur "viel trinken".

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Weihnachtssterne:

Die meist rot leuchtenden Topfpflanzen gehören für viele Menschen zum Fest: Weihnachtssterne in großer Zahl stehen schon in Gewächshäusern parat - wenn auch noch im Kleinformat. Die Stecklinge kommen meist aus Afrika per Flugzeug nach Europa, wie Markus Gläser sagt. Er ist Geschäftsführer des Gartenbaubetriebs Fontana im Küstriner Vorland, einem von mehreren Brandenburger Betrieben, die laut Statistik voriges Jahr rund 140.000 Weihnachtssterne produziert haben.

Schon im Sommer ist in Gewächshäusern Hochsaison für Weihnachtssterne - auch wenn sie bislang als Mini-Exemplare daherkommen.
Schon im Sommer ist in Gewächshäusern Hochsaison für Weihnachtssterne - auch wenn sie bislang als Mini-Exemplare daherkommen. © dpa/Patrick Pleul

Die neuen Pflanzen sind erst fünf Zentimeter groß. Ihre Farbe entwickeln sie gegen Ende Oktober. In diesem Advent dürften die Topfpflanzen aber teurer werden. Gläser nennt höhere Materialpreise und gestiegene Energiekosten als Gründe.

Weihnachtsbäume:

Was wäre Weihnachten ohne geschmückten Tannenbaum? Die Bäume wachsen natürlich bereits heran. "Es gibt schön gewachsene Weihnachtsbäume in diesem Jahr", sagt Weihnachtsbaumerzeuger Hardi Busche im Harz. Trotz der Trockenheit seien keine größeren Ausfälle zu erwarten.

Die Betreiber von Weihnachtsbaumplantagen sind trotz der derzeitigen Trockenheit zuversichtlich, dass es ausreichend Bäume zu kaufen gibt.
Die Betreiber von Weihnachtsbaumplantagen sind trotz der derzeitigen Trockenheit zuversichtlich, dass es ausreichend Bäume zu kaufen gibt. © dpa/Matthias Bein

Die Nordmanntanne habe eine senkrechte Wurzel, die genauso lang wie der Baum selbst sei, erklärt Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Verbandes Natürlicher Weihnachtsbaum. Größere Nordmanntannen hätten somit kein Problem, an Wasser in tieferen Schichten zu kommen. Bei frisch gepflanzten Bäumen sei das riskanter.

Dresdner Stollen:

Mitten im Hochsommer werden die ersten Dresdner Christstollen gebacken. "Wir produzieren seit Mai", sagt Werkleiter Robert Schiehandl von der Bäckerei Dr. Quendt, die den Einzelhandel beliefert. Dort wird das Weihnachtsgebäck Ende August/Anfang September ausliefert. "Bis dahin soll der Stollen gut durchziehen und sich entwickeln, damit er dann schön saftig ist."

Weihnachtsgebäck mitten im Sommer: Dresdner Christstollen liegen in der Bäckerei Dr. Quendt.
Weihnachtsgebäck mitten im Sommer: Dresdner Christstollen liegen in der Bäckerei Dr. Quendt. © dpa/Robert Michael

Für die meisten Mitglieder beginnt die Saison erst im September, sagt Andreas Wippler vom Schutzverband Dresdner Stollen, der mit dem Echtheitssiegel über die Qualität der süßen Köstlichkeit wacht. Das Dresdner Backhaus hat bereits in die USA geliefert, wie Geschäftsführer Tino Gierig berichtet. "Das Schiff ist ja vier bis fünf Wochen unterwegs." (dpa)