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Gibt es jetzt einen Ansturm auf Reisebüros?

Corona-Beschränkungen im Tourismus fallen weg. Reisebusse können seit heute wieder fahren. So ist die Lage im Südkreis Görlitz.

Ursula Popp vom "Reise-Center Zittau" berät einen Stammkunden
Ursula Popp vom "Reise-Center Zittau" berät einen Stammkunden © Matthias Weber/photoweber.de

Aufgrund des Lockdowns war so gut wie kein Urlaub möglich. Mit sinkenden Corona-Zahlen und immer mehr Lockerungen nimmt das Reisefieber der Oberlausitzer wieder zu. "Das Fernweh ist da. Die Leute wollen raus", bestätigt Birgit Gruner, die zusammen mit Simone Hempel das Reisebüro "Reise-Treffpunkt" in der Böhmischen Straße in Zittau betreibt.

War die Nachfrage im April und Mai noch nicht groß, sei sie seit Anfang Juni gestiegen, berichtet die Zittauer Reisebüro-Chefin. Von einem Ansturm kann bisher aber nicht die Rede sein. "Die Kunden sind noch ein bisschen zurückhaltend", meint Birgit Gruner.

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Das merkt sie vor allem bei den Buchungen für die Türkei. Das Land zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten gehörte vor der Krise zu den beliebtesten Reisezielen ihrer Kunden. Ein paar Buchungen für den Herbst gebe es zwar, sagt die Zittauer Reisebüro-Chefin, aber das Vor-Corona-Niveau ist noch lange nicht erreicht.

Auch Ursula Popp vom Zittauer "Reise-Center" auf der Neustadt stimmt dem zu. Die Türkei werde noch nicht so stark nachgefragt wie früher. Aber sie rechnet damit, dass es bald mehr Urlauber in die Türkei zieht. Dann, wenn die noch geltenden Corona-Auflagen abgeschafft werden. Laut den Infos des Auswärtigen Amtes müssen Türkei-Reisende getestet, geimpft oder genesen sein. Der bisher vorgeschriebene PCR-Test bei Einreise wurde durch eine Antigen-Test ersetzt.

Während die Türkei-Nachfrage noch schwächelt, buchen die Kunden andere Ziele wie Mallorca, die Kanaren oder Griechenland. Auch hierher zog es schon vor der Pandemie die Reisewilligen aus der Oberlausitz.

Beratungsaufwand dreimal so hoch

Ursula Popp rät jedem Urlauber, sich kurz vor Reiseantritt über mögliche Änderungen der Regeln zu informieren. Der Beratungsaufwand ist höher als vor Corona. Auf das Dreifache sei er gestiegen, meint Ursula Popp. Früher habe die Reisewilligen interessiert, was mit der Versicherung abgedeckt wird. Jetzt fragen die Kunden auch nach den Bestimmungen vor Ort, im Hotel oder am Strand und wie die Regelungen bei der Rückkehr sind. "Sie wollen genau wissen, auf was sie sich einlassen", stellt auch Birgit Gruner fest.

Die reisewilligen Oberlausitzer zieht es aber nicht nur die Ferne. Ziele im eigenen Land werden ebenso vermehrt nachgefragt - so wie die Ostsee. Hier gebe es inzwischen nur noch wenige Plätze, sagt Birgit Gruner. Außerdem müssten sich Ostsee-Urlauber auf Preissteigerungen einstellen.

Auch die Busse der regionalen Reiseunternehmen, die seit heute wieder Touristen transportieren dürfen, steuern die Ostsee an. Die erste Fahrt des Eibauer Reisebusunternehmens "Komm mit" führt ins Ostseebad Sellin auf der Insel Rügen. "Michel-Reisen" aus Neueibau ist als Erstes nach Usedom unterwegs. Fahrten zur Bundesgartenschau (Buga) nach Erfurt werden von den beiden Reiseveranstaltern ebenfalls angeboten - und das gleich an mehreren Terminen.

Skandinavien und Baltikum erst später

Überhaupt dominieren Ziele in Deutschland und in deutschsprachigen Nachbarländern das Reiseprogramm der kommenden Wochen. Ende dieser Woche schickt "Komm mit" aber auch einen Bus zum Lago Maggiore in Italien. "Wir haben grünes Licht bekommen. Und die Auflagen in Italien lassen sich gut umsetzen", sagt "Komm mit"-Mitarbeiterin Janine Vass-Buntrock. Sie ist dankbar, dass die Kunden die angebotenen Reisen sehr stark nachfragen - und vor allem die Kurzfristigkeit akzeptieren.

Da die Lockerungen erst vorige Woche beschlossen wurden, können bestimmte Ziele noch nicht angefahren werden. Dazu gehören das Baltikum und St. Petersburg. Eine solche Reise müsse acht Wochen vorher stehen - weil die Urlauber ein Visum benötigen.

In die skandinavischen Länder schicken die Reiseunternehmen kurzfristig auch noch keine Busse. "Vielleicht können wir noch im Juli dorthin fahren", hofft Janine Vass-Buntrock. "Michel-Reisen" plant für den Sommer schon Fahrten ins Reich der Fjorde nach Norwegen, Reimann-Reisen aus Löbau will nach Möglichkeit im Herbst wieder in den Norden fahren. Seine ersten Reisebusse schickt Hartmut Reimann im Juli auf Tour - erst mal nur Tagesfahrten in die Sächsische Schweiz oder den Spreewald, in der zweiten Sommerhälfte soll es auch Mehrtagesfahrten zur Buga oder in den Harz geben.

Wie "Michel-Reisen" auf seiner Webseite mitteilt, wird aktuell sehr viel für den Sommer und Herbst gebucht. Mindestens bis Ende Juni gilt für eine Teilnahme an einer Fahrt von "Michel-Reisen", dass die Reisenden geimpft, getestet oder genesen sein müssen.

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