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Neue Schlüssel-Aufgabe für die Herschdurfer Narren

Zur 43. Saison sollen auch die Orte rund um Mittelherwigsdorf mal etwas zum Lachen haben. Welcher Wetteinsatz dahinter steckt.

Von Thomas Christmann
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Amtsschlüssel und Gemeindekasse wechseln den Besitzer: HKV-Präsident Paul Roscher (rechts) übernimmt die Geschäfte von Bürgermeister Markus Hallmann.
Amtsschlüssel und Gemeindekasse wechseln den Besitzer: HKV-Präsident Paul Roscher (rechts) übernimmt die Geschäfte von Bürgermeister Markus Hallmann. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Zur einer Schlüsselübergabe mit Freiluftparty ist am Donnerstagabend der Herschdurfer Karnevalsverein eingeladen gewesen. Grund dafür: Bürgermeister Markus Hallmann und seine Mitarbeiter mussten noch ihren Einsatz für die verlorene Wette aus dem Vorjahr einlösen, nachdem das am Aschermittwoch coronabedingt nicht möglich war. So gab's Bier und Glühwein für die Erwachsenen, Tee und Punsch für die Kinder, Bratwurst für alle - und das auf Kosten der Verwaltung. Wer wollte, konnte etwas in die Spendenbox geben.

Doch nicht nur Amtsschlüssel und Gemeindekasse wechselten ab 17.17 Uhr den Besitzer, damit verbunden war auch eine neue Wette. So bekam der HKV die Aufgabe, an die Verwaltungen in Bertsdorf-Hörnitz, Großschönau, Hainewalde, Herrnhut, Jonsdorf, Leutersdorf, Oderwitz, Olbersdorf, Oybin, Seifhennersdorf und Zittau eine Karte über MyPostcard.de mit dem Motiv der Gemeinde Mittelherwigsdorf zu schicken. Damit auch die Verwaltungen rund um Herschdurf in dieser durchwachsenen Zeit mal etwas zum Lachen haben, teilt der Bürgermeister mit.

HKV-Präsident Paul Roscher liest die neue Aufgabe vor.
HKV-Präsident Paul Roscher liest die neue Aufgabe vor. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Dazu sollen die Narren ein aussagekräftiges Werbefoto ihrer Wahl, den Schlachtruf und die Spielregeln dazufügen. "Wir möchten anschließend von all den anderen Kommunen als Empfangsbestätigung ein Foto, auf dem die Karte vom jeweiligen Bürgermeister präsentiert wird", so Markus Hallmann. Gehen alle elf Bilder bis zum Nikolaustag 2021 um 11.11 Uhr ein, gilt die Aufgabe als erfüllt.

HKV-Präsident Paul Roscher hält diese "auf alle Fälle für lösbar" und nannte gleich mal den Wetteinsatz, sollte die Gemeinde verlieren - wovon er natürlich ausgeht. So besitzt der Verein einen Fundus-Container, den die Narren "als kleinen Schandfleck" bezeichnen. Um ihn und das Areal dahinter eventuell etwas schöner zu gestalten, müssen Ideen her. Zum Sammeln selbiger soll die Gemeinde deshalb einen Workshop mit Kindern auf die Beine stellen. Die drei besten Ideen müssen die Mitarbeiter am 23. September im Festzelt zur Kirmes präsentieren. "Diese sollten umsetzbar und finanziell stemmbar sein", so der HKV-Präsident. Beim Verwirklichen ist also auch die Gemeinde gefragt - mit Männer- und Frauenpower.

Auch die Minifunkengarde tritt bei der Freiluft-Party auf.
Auch die Minifunkengarde tritt bei der Freiluft-Party auf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Bis dahin hoffen die Narren, dass ihre Veranstaltungen nicht wieder coronabedingt ausfallen müssen. Auch wenn sie die Zeit sinnvoll genutzt haben: So gab's neue Uniformen für den Elferrat und die Minifunken, konnte die Bar im Vereinsheim renovert werden. Möglich machten das Rücklagen und finanzielle Hilfen durch die Gemeinde, den Mitmachfonds des Freistaats sowie das Programm "Ehrenamt im Unbezahlbarland" vom Landkreis. Wenigstens um das Programm mussten sich die Karnevalisten keine Gedanken machen. Das entspricht dem der vergangenen Saison, ähnlich klingt deshalb auch das Motto der neuen: "Letztes Jahr war die Lage kritisch - very British".

"Wir wollen Freude ins Dorf bringen und jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, egal wie", sagt Paul Roscher.