merken
PLUS Zittau

Kinos bauen im Corona-Lockdown um

Filme dürfen seit November nicht gezeigt werden. Untätig sind die Kinobetreiber in Löbau-Zittau dennoch nicht.

Jiri Olisar arbeitet in der Kneipe der Kulturfabrik Meda Mittelherwigsdorf.
Jiri Olisar arbeitet in der Kneipe der Kulturfabrik Meda Mittelherwigsdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

Seit mehr als drei Monaten sind in den Kinos der südlichen Oberlausitz die Leinwände dunkel. In Depressionen verfallen die Kinomacher deshalb nicht. Sie nutzen den Corona-Lockdown, ihre Filmtheater auf Vordermann zu bringen. "Nach 15 Jahren haben wir das Kino einer umfassenden Renovierung unterzogen", berichtet Thomas Pilz von der Kulturfabrik Meda in Mittelherwigsdorf. Der Kinosaal wurde frisch gemalert und mit neuer Beleuchtung ausgestattet.

Möglich wurde diese Renovierung durch "Land intakt", ein Soforthilfeprogramm des Bundes. "Es passte wie die Faust aufs Auge", sagt Pilz mit Blick auf die Förderung. Den Eigenanteil haben die Mittelherwigsdorfer durch Eigenleistungen gestemmt.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Während die Arbeiten im Kinosaal abgeschlossen sind, läuft der Umbau der Kinokneipe noch. Der wird über ein anderes Programm gefördert: "Neustart Kultur" des Bundesverbandes Soziokultur. Der Eingangsbereich soll luftiger und die Besucherströme entzerrt werden, beschreibt Thomas Pilz das Ziel des Umbaus. Bisher stehen die Kinobesucher gleich in der Kneipe. Das soll sich ändern. Die Bar wird in eine andere Ecke des Raumes umgesetzt. Auch eine neue Belüftungsanlage wird eingebaut.

Kronenkino baut Sanitäranlagen um

Auch das Zittauer Kronenkino hat Fördermittel aus dem "Neustart Kultur"-Programm erhalten und erneuert mit dem Geld momentan die Sanitäranlagen sowie den Fußboden im Foyer. Andere "kleinere Aufhübschungen" seien ebenfalls geplant, sagt Kinoleiter Steffen Tempel. Den notwendigen Eigenanteil von zehn Prozent könne das Kronenkino glücklicherweise stemmen - auch wenn es seit November keine Einnahmen mehr gibt. Ziel ist es, die Bauarbeiten Anfang April abzuschließen.

Ende März soll die neue Kinokneipe der Kulturfabrik fertig sein. Die Mittelherwigsdorfer hoffen, dann auch wieder Besucher begrüßen zu dürfen. Im Januar hatten die Kinomacher aus der Kulturfabrik bereits zwei Filme eingeplant. "Da waren wir wohl zu optimistisch mit der Annahme, schon im Januar wieder Kino machen zu dürfen", so Pilz.

Da für das Kino derzeit keine Ausgaben anfallen, fehlen die ausbleibenden Einnahmen nicht, erklärt Pilz. Es sei nur enttäuschend, keine Filme zeigen zu können. Wenn der Lockdown für die Kinos noch eine Weile dauert, werde man auch länger brauchen, bis wieder viele Besucher kommen, vermutet der Mittelherwigsdorfer.

Hoffentlich bald wieder vermieten

Kritischer sieht es da schon mit der Gästevermietung aus. Für einen sechsstelligen Betrag hatten die Mittelherwigsdorfer vor einigen Jahren Räume in den oberen Etagen zu Ferienwohnungen umgebaut und dies auch über Kredite finanziert. Die müssen weiter bedient werden - auch wenn derzeit keine Gäste in der Kulturfabrik übernachten dürfen. Zurückgezahlt wurden die Kredite bisher über die Einnahmen aus den Vermietungen. Übergangsweise wurden dafür nun private Rücklagen verwendet. "Wir hoffen, dass wir ab Ostern wieder vermieten dürfen", meint Thomas Pilz und fügt hinzu: "Länger halten wir nicht durch." Es sei denn, die Kulturfabrik kann staatliche Hilfe beantragen. Bisher sei das nicht möglich gewesen, weil der Gästebetrieb nicht der Haupterwerb gewesen sei, erklärt der Mittelherwigsdorfer. Das hat sich mit dem neuen Jahr geändert.

Die vielleicht sichtbarste Baumaßnahme findet derzeit in Zittau am Filmpalast statt. Dort wurde seit Sommer vorigen Jahres die Außenfassade verschönert und die Dachabdichtung erneuert sowie Fenster- und Türelemente ausgetauscht. Die Arbeiten fanden im Zusammenhang mit der Sanierung des Barockgebäudes Markt 9 statt, das ebenfalls der Kinogruppe Kieft und Kieft gehört.

In ein Kinokassensystem hat Ende vorigen Jahres das Filmtheater Ebersbach investiert. "Damit erleichtern wir uns die Reservierung und den Vorverkauf", erklärt Thomas Müller vom Ebersbacher Filmtheater- und Kulturverein. "Durch den sitzplatzgenauen Kartenverkauf können wir auch besser die Abstandsregeln, welche in unserem Hygienekonzept festgeschrieben sind, einhalten", fügt er hinzu. Etwas mehr als 3.200 Euro wurden investiert - ganz ohne Förderung. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich aus Eigenmitteln. "Unser Verein hat zum Jahresende eine Reihe von Spenden erhalten. Es ist eine tolle Wertschätzung unserer ehrenamtlichen Tätigkeit und hilft, die triste Zeit der Kinoschließung zu verkraften", berichtet Müller. Ein Teil der Spendengelder will der Verein dafür nutzen, das Foyer ein wenig umzugestalten. Erste Ideen dazu existieren laut Müller bereits.

Keine Investitionen plant derzeit das Kunstbauerkino Großhennersdorf, wie Peter Matthes auf SZ-Nachfrage mitteilt. Im Kunstbauerkino wurde bereits in den vergangenen Jahren einiges umgebaut.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Weiterführende Artikel

Alle Infos zum Coronavirus im Kreis Görlitz

Alle Infos zum Coronavirus im Kreis Görlitz

Infektionszahlen, Polizeikontrollen und die Auswirkungen auf das Leben der Bewohner: Aktuelle Geschichten und Entwicklungen dazu sind hier zu lesen.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Mehr zum Thema Zittau