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Bogatynia enttäuscht von Zittau

Die Stadt hat wegen der Grube Turow Beschwerde eingelegt. Das missfällt den Nachbarn. Was die Kulturhauptstadt-Bewerbung damit zu tun hat.

Das Kraftwerk Turow hat auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Zittau und der polnischen Nachbarstadt Bogatynia.
Das Kraftwerk Turow hat auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Zittau und der polnischen Nachbarstadt Bogatynia. © Matthias Weber/photoweber.de

Der Bürgermeister von Zittaus polnischer Nachbarstadt Bogatynia, Wojciech Dobrolowicz, kritisiert Zittaus Einwendungen gegen den Tagebau Turow. In einem Schreiben, das er an den Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker richtet und auf dem Onlineportal bogatynia.info.pl veröffentlicht hat, schreibt Dobrolowicz, er sei darüber schockiert. Zittau habe zuletzt sogar Verständnis dafür geäußert, dass die Verwaltung Arbeitsplätze erhalten will. "Grube und Kraftwerk Turow sind mit den anhängigen Gesellschaften die größten Arbeitgeber in der Region. Sie sichern die Existenz Tausender Menschen", so Bogatynias Bürgermeister.

Wie im Januar bekannt wurde, hat Zittau bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt wegen der Auswirkungen des Kraftwerks auf die Umgebung und die Umwelt. Die Auswirkungen seien größer, als vom Kraftwerksbetreiber PGE dargestellt. Die Grenzstadt sieht erhebliche Probleme, etwa wegen Feinstaub, Lärmbelästigung, beim Grundwasser und der Wasserqualität in der Neiße. Auch Umweltschützer fordern, dass der Abbau und der Kraftwerksbetrieb beendet wird.

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Umgestaltung kostet Zeit und Geld

Die vorzeitige Beendigung der Abbauförderung hätte aber für die Region drastische gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen, so der Bürgermeister von Bogatynia in seiner Veröffentlichung. Die Region wirtschaftlich umzugestalten, wenn es die Grube nicht mehr gibt, brauche Zeit und koste viel Geld, so Dobrolowicz.

Er verstehe die Sorge um die Gesundheit und Lebensqualität der Einwohner. Von Zittau sei er aber nun auch deshalb enttäuscht, weil die Stadt im Zusammenhang mit ihrer Kulturhauptstadt-Bewerbung immer betont habe, dass die Stadt eine gemeinsame Region repräsentiere, grenzübergreifend mit drei Ländern. Gemeinsam mit allen Nachbarn - das sei immer das Motto gewesen. Er hoffe nun, dass Zittau sich solidarisch zeige, "so wie Bogatynia Zittau unterstützt hat". Und sich bei der EU dafür einsetze, dass Turow im "Fonds für gerechte Transformation" einbezogen und mit finanziellen Mitteln unterstützt wird beim Ausstieg.

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