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Bleiben Marienthaler Nonnen unter sich?

Die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden in der Nordeifel wollten an die Neiße zu den Zisterzienserinnen umziehen. Doch zurzeit pausieren die Gespräche.

Blick auf das Kloster St. Marienthal
Blick auf das Kloster St. Marienthal © Sebastian Kahnert/dpa

Der Tag beginnt in der Abtei Maria Frieden früh: Kurz nach vier läutet in der Konventskirche die Glocke zum ersten gemeinsamen Gebet. Das ist seit über 60 Jahren so. Und wird noch eine Weile so bleiben. Die Trappistinnen werden den angedachten Umzug vorerst verschieben. In den vergangenen Monaten haben die Schwestern aus Dahlem (Nordeifel) Gespräche mit den Zisterzienserinnen des Klosters St. Marienthal über einen Zusammenschluss beider Klöster geführt.

Wie Äbtissin Gratia Adler jetzt auf SZ-Anfrage informiert, haben die Trappistinnen beschlossen, mit dem Thema eines Zusammenschlusses zu pausieren und in der Zwischenzeit noch andere Optionen zu prüfen. "Es wird also vorerst keinen Umzug geben. Er ist aber auch nicht ausgeschlossen", teilt die Mutter Oberin mit. Die Prüfung werde laut der Äbtissin noch einige Monate in Anspruch nehmen.

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Harmonische Gespräche

Die Entscheidung der Schwestern aus der Nordeifel habe absolut nichts mit eventuell schwierigen Verhandlungen zu tun, erklärt Äbtissin Elisabeth Vaterodt vom Kloster St. Marienthal. "Ganz im Gegenteil: Wir sind den Schwestern in großen Teilen sehr entgegengekommen, was sehr positiv aufgenommen wurde", fügt sie hinzu. Obwohl es keine leichten Themen waren, verliefen die Gespräche nach ihrer Aussage in größter Harmonie. In den wichtigsten Fragen habe man bereits Einigung erzielt.

Die Schwestern von Maria Frieden hätten selber den Wunsch geäußert, das Tempo herauszunehmen. "Und wir sehen es auch so", sagt die Marienthaler Äbtissin.

Die Trappistinnen hatten sich zum Ziel gesetzt, spätestens im kommenden Jahr nach Pfingsten ihr bisheriges Domizil zu verlassen, weil das Kloster Dahlem für ihre Gemeinschaft zu groß und zu teuer ist. "Nun haben sie wohl doch auch erkannt, dass die Schwestern damit überfordert sind", glaubt Marienthals oberste Nonne.

Keine Entscheidung gegen Marienthal

In der Abtei Maria Frieden gibt es noch mindestens eine Schwester, die von der Gründung an dabei ist. Vor allem auch den älteren Nonnen fällt es schwer, wegzugehen. Äbtissin Elisabeth kann das sehr nachvollziehen. "Offensichtlich fand sich nun eine Möglichkeit, sich wirtschaftlich so abzusichern, dass die Entscheidung noch Zeit hat", vermutet sie. Diese Pause sei also keine Entscheidung gegen Marienthal!

Beide Seiten hätten von Anfang an darauf verwiesen, dass es sich um Sondierungsgespräche handelt und eine Entscheidung nicht so schnell getroffen werden kann.

Bisher leben die Trappistinnen noch in den Klostergebäuden in Dahlem.
Bisher leben die Trappistinnen noch in den Klostergebäuden in Dahlem. © A. Savin

Andere Optionen zu prüfen, sei schon immer im Gespräch gewesen. "Offensichtlich hat die Absicht wegzuziehen, nun auch das dortige Bistum 'wachgerüttelt' und man geht jetzt auf die Schwestern zu", glaubt Äbtissin Elisabeth Vaterodt.

Der Marienthaler Schwesternkonvent sei nach wie vor bereit und offen für die Trappistinnen. "Auch uns tut die Pause gut, denn das Tempo war schon sehr sportlich", findet die Marienthaler Äbtissin. "Zudem kommt, dass durch die Corona-Pandemie die avisierte Oktober-Beratung nicht stattfinden konnte."

Die Mutter Oberin geht davon aus, dass innerhalb der nächsten sechs Monate Klarheit bestehen sollte. Es gebe dann entweder ein offizielles "Ja, sie kommen" oder "Sie kommen nicht".

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