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Wo überall Wintersport möglich ist

Im Zittauer Gebirge sind die Loipen gespurt. Aber auch, wer nicht im 15-Kilometer-Radius wohnt, findet Schnee zum Rodeln und Langlaufen.

In Jonsdorf herrschen gute Bedingungen zum Langlaufen.
In Jonsdorf herrschen gute Bedingungen zum Langlaufen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Auf der Jonsberg-Runde herrscht am frühen Donnerstagnachmittag reger Betrieb. Die beliebte Loipe im Kurort Jonsdorf ist akkurat gespurt. "Herrlich", freut sich die junge Frau aus Olbersdorf, die nur mal schnell die Mittagspause nutzt. Bis rüber an den Johannisstein ist sie gelaufen, erzählt sie, und dann noch einmal rund um den Berg.

Den schönen Winter im Gebirge nutzen viele - zumindest die, die das dürfen. Denn Bewegung und sportliche Betätigung ist laut Corona-Schutzverordnung nur in einem Umkreis von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort erlaubt. Jonsdorf Bürgermeisterin Kati Wenzel (Freie Wähler) glaubt deshalb nicht, dass der Kurort am Wochenende so überlaufen sein könnte wie die Wintersportorte im Erzgebirge.

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"Ich denke schon, dass die meisten Leute vernünftig sind und sich an die Vorschriften halten", sagt sie. Als Mutter wisse sie aber auch, wie schwer es ist, den Kindern auf einem Rodelhang zu erklären, dass sie eben nicht alle zusammen mit ihren Freunden Schlitten fahren dürfen und auch darauf achten müssen, immer schön Abstand zu halten.

"Aber für alle, die hier in Jonsdorf und im Umkreis wohnen, soll möglich gemacht werden, was möglich ist", sagt Kati Wenzel. "Es ist ja gerade jetzt im Lockdown wichtig, dass die Leute rauskommen, sich bewegen und den Kopf frei kriegen." Deswegen hat sie die Mitarbeiter des Bauhofs auch mit dem Loipen-Spurgerät losgeschickt. Nur die grenzüberschreitenden Loipen werden nicht gespurt, da der kleine Grenzverkehr zum Freizeitvergnügen derzeit ebenfalls nicht stattfinden darf.

Dafür aber haben sich auch die Mitglieder vom Förderverein in Lückendorf in die Spur gemacht und die schöne Jeschkenblick-Runde präpariert. Der kleine Skilift am Johannisstein, den die Vereinsmitglieder betreiben, muss allerdings geschlossen bleiben, ebenso die Lifte an der Lausche. So schreibt es die Allgemeinverfügung zum Corona-Lockdown ebenfalls vor - und das nach derzeitigem Stand noch mindestens bis Ende Januar. Die Skihänge sind trotzdem nicht verwaist. Schlittenfahrer haben sie kurzerhand zu Rodelhängen umfunktioniert.

Ausreichend Schnee ab rund 400 Metern Höhe

Aber auch, wer nicht im 15-Kilometer-Radius vom Zittauer Gebirge wohnt, hat alle Chancen, in Nähe seines Wohnorts genügend Schnee zum Langlaufen und Rodeln zu finden. "Dafür müsste man sich nur in eine Höhe von mindestens rund 400 Metern begeben", weiß Cathleen Hickmann vom Deutschen Wetterdienst. Und die Meteorologin kann Wintersportfreunden auch heute schon sagen, dass der Schnee in dieser Höhe auch mindestens bis zum Wochenende liegen bleiben wird.

"Es wird auf jeden Fall kälter", sagt Cathleen Hickmann. "Wir rechnen am Wochenende auch tagsüber mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Und möglicherweise schneit es dann auch noch mal bis in tiefere Lagen."

Mit Skiern, die zum Querfeldeinlaufen geeignet sind, können Wintersportfreunde vielerorts auch ohne präparierte Loipen ihre Runden über Wiesen und Felder ziehen. Das geht zum Beispiel rund um den Kottmar, um den Ebersbacher Schlechteberg, auf den Wiesen zwischen Ebersbach und Dürrhennersdorf, rund um den Oderwitzer Spitzberg, am Wacheberg in Leutersdorf oder am Bieleboh.

Und wer keine passenden Bretter im Keller stehen hat, der zieht einfach warme Wanderschuhe an und macht sich auf zu einer Tour durch eine vielerorts geradezu bizarre Winterlandschaft, in der Frost und Wind aus Bäumen und Sträuchern eisig glitzernde Gebilde gezaubert haben.

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