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Alles Klier?

Das Friseurunternehmen ist insolvent. Welche Auswirkungen hat das auf die Salons in Zittau und Ebersbach?

Im Zittauer Klier-Salon läuft der Betrieb trotz Insolvenz normal weiter.
Im Zittauer Klier-Salon läuft der Betrieb trotz Insolvenz normal weiter. © Matthias Weber

Die Mitteilung der Klier Hair Group (KHG) kommt nicht von ungefähr.

"Wir sind weiterhin für Sie da!" Nachdem am Dienstag das Insolvenzfahren in Sachen Klier Hair Group eröffnet wurde, herrschte Unsicherheit. Welche Auswirkungen haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf die beiden Klier-Salons in Zittau und Ebersbach? Bisher scheinbar wenig, wie vor Ort deutlich wird. Die Friseurgeschäfte in den Kaufland-Märkten sind normal geöffnet, die Kunden werden wie immer bedient.

Stars im Strampler aus Zittau
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Zu dem Thema Insolvenz und ihre Folgen wollen sich die Mitarbeiter aber nicht äußern. Sie lehnen eine Stellungnahme ab. Eine Mitarbeiterin des Zittauer Salons äußert sich aber bei Facebook und bestätigt hier, dass das Team Klier Zittau wie gewohnt für seine Kunden da ist. Außerdem schreibt sie: "Auch schwierige Zeiten stehen wir gemeinsam durch."

Um jeden Standort kämpfen

Die Klier Hair Group will nach eigener Darstellung um jeden Standort kämpfen. Möglichst viele Salons und Shops sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, das sei oberstes Ziel der beim Amtsgericht Wolfsburg beantragten Sanierung im Schutzschirmverfahren.

Michael Melzer, der im September den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen hat, macht aber auch deutlich, dass eine nachhaltige Sanierung nur möglich sei, wenn sich die Friseurkette kurzfristig von dauerhaft unprofitablen Salons und Shops trennt.

Ob zu den gefährdeten Filialen auch die beiden in Zittau und Ebersbach gehören, darauf geht das Unternehmen nicht ein. "Wir bitten um Verständnis, dass sich das Unternehmen derzeit nicht zu den Einzelheiten von mehr als 1.350 Salons und Shops - weder nach Bundesland, Regionen noch Städten – äußern kann", teilt Elke Schmitz von der mit der Pressearbeit beauftragten Dictum Media GmbH mit. Das gelte auch für die Anzahl der Beschäftigten.

Gespräche über einzelne Standorte laufen

Derzeit gebe es viele Gespräche und Verhandlungen über einzelne Standorte mit allen Beteiligten wie zum Beispiel den Vermietern. Daher könne gegenwärtig keine seriöse Zahl der zu schließenden Salons und Shops angegeben werden. Die in der Öffentlichkeit kursierenden Zahlen seien Spekulationen, betont Elke Schmitz in dem Pressestatement. An derartigen Spekulationen wolle man sich nicht beteiligen. Auch die Kaufland-Presseabteilung äußert sich nicht zu möglichen Vertragsänderungen der Friseursalons in ihren Märkten in Zittau und Eberbach, verweist vielmehr auf die Klier Hair Group.

Im Kürze wird die KHG einen Sanierungsplan bei Gericht einreichen und den Gläubigern zur Abstimmung vorlegen. Der Plan beschreibt, wie sich die KHG für die Zukunft aufstellen will. Nach der Annahme des Sanierungsplans werde das Unternehmen zuerst seine Mitarbeiter informieren.

Die Klier Hair Group, die in Deutschland etwa 1.350 Salons und Shops betreibt und etwa 8.500 Mitarbeiter beschäftigt, hat bereits im September die Sanierung im Schutzschirmverfahren beantragt. Mit der Eröffnung des Hauptverfahrens am Dienstag ist nach Angaben der KHG eine wichtige weitere Etappe bei der Sanierung des Unternehmens erreicht.

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