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30 Ruinen im Bautzener Stadtgebiet

Mehrere Häuser in Bautzen sind so verfallen, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Nur für wenige Objekte gibt es Hoffnung.

Auch die Bürgerhäuser an der Äußeren Lauenstraße gehören zu den Ruinen in der Stadt.
Auch die Bürgerhäuser an der Äußeren Lauenstraße gehören zu den Ruinen in der Stadt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Bröckelnder Putz, herabstürzende Dachziegel, fehlende Fenster: In Bautzen gibt es aktuell 30 Schandflecke. Einmal im Jahr stellen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine Liste der gefährdeten Objekte zusammen. Dabei unterscheiden sie in zwei verschiedene Kategorien.

Zur ersten zählen jene Gebäude, die sich in einem solch katastrophalen Zustand befinden, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Prominentes Beispiel sind die Bürgerhäuser an der Äußeren Lauenstraße. Zwar hat der Besitzer der Bürgerhäuser auf Drängen der Stadt inzwischen die maroden Hinterhäuser abgerissen. Doch Ende Oktober stürzte ein Teil des Treppenhauses ein. Seitdem muss ein Gerüst die Passanten vor herabfallenden Ziegeln schützen.

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Auch drei Gebäude an der Gerberstraße stehen schon lange auf der Liste. Das Haus mit der Nummer 12 hat die Stadt jetzt notgesichert. Auch die Erben sind inzwischen weitgehend ermittelt. Das Haus mit der Nummer 6 hat ebenfalls schon bessere Zeiten erlebt. Der Putz bröckelt, Fensterscheiben sind kaputt. In den vergangenen Monaten hat der Besitzer das Schutznetz am Dach ausgebessert, die Regenrinne repariert. Sonst ist an dem Gebäude nichts passiert. Beim Haus an der Gerberstraße 22 sind schwierige Eigentumsverhältnisse Schuld daran, dass sich seit Jahren nichts tut. Für dieses Objekt konnte die Stadt noch keine Erben ermitteln.

Neben den komplett maroden Häusern listet die Stadt Immobilien der Kategorie II auf. Dazu gehören Objekte, deren Schäden eine Gefährdung in naher Zukunft erwarten lassen. Das Haus Töpferstraße 29, das am Montagabend teilweise einstürzte, zählte die Stadt zu dieser Gruppe. Aber auch das Haus am Burglehn 15 ordnet die Bauaufsicht dieser Kategorie zu. Zumindest für dieses Haus gibt es Hoffnung. Das über 250 Jahre alte Gebäude wird bald von der Liste verschwinden. Eine Immobilien-Firma bringt es jetzt auf Vordermann.

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Ruinen sind aber die Ausnahme in der Stadt. Sie machen nur ein halbes Prozent der 6 100 Wohnhäuser aus. (SZ/mho)