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Auch in Sachsen gibt es historische Schätze, die nur von Experten aufgearbeitet werden können. Wer Restaurator im Handwerk werden will, kann sich nun um ein Stipendium bewerben.

Von Annett Kschieschan
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Handwerkliches Können, historisches Wissen und Fingerspitzengefühl – Restauratoren kennen sich damit aus.
Handwerkliches Können, historisches Wissen und Fingerspitzengefühl – Restauratoren kennen sich damit aus. © AdobeStock

Wer ein denkmalgeschütztes Haus besitzt, kennt das Problem: Wer restauriert den wunderschönen, aber maroden Türstock aus dem späten 18. Jahrhundert fachgerecht? Wie lässt sich modernes Wohnen im alten Fachwerk umsetzen? Was wird aus Erbstücken, die ihre besten Tage längst hinter sich haben? Die Antwort auf all diese Fragen können Restauratoren geben, konkret „Restauratoren im Handwerk“. Voraussetzung für die Berufsbezeichnung ist eine Fortbildung, die zu vielen Gewerken passt. Die Bandbreite reicht vom Maler- und Lackiererhandwerk über den Metallbau, die Raumausstattung und die Stukkateurbranche bis hin zu Steinbildhauerei und Zimmerei.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vergibt Stipendien für Handwerker, die sich zu Restaurierungs-Experten weiterbilden möchten. Bewerbungen sind ab sofort möglich.In diesem Jahr sollen mindestens 15 Stipendien in Höhe von jeweils 3.000 Euro vergeben werden. Die Stiftung will potenziellen Interessentinnen und Interessenten die Entscheidung für die berufsbegleitende Qualifizierung erleichtern. Gerade dem Nachwuchs fehle es oft nicht an der Begeisterung, aber an den finanziellen Mitteln, um die Weiterbildung zu stemmen, weiß man bei der DSD. Teil der Zusatzausbildung sind Lehrgänge in anerkannten denkmalpflegerischen Bildungszentren und am Ende natürlich auch Prüfungen bei den zuständigen Handwerkskammern. „Der historische Baubestand in Deutschland ist ein immenses wirtschaftliches Kapital, das zu seiner Pflege und Erhaltung auf hierfür eigens geschulte Handwerker angewiesen ist. Damit dieses kulturelle Erbe erhalten bleibt, bedarf es spezifischer Fertigkeiten und Kenntnisse, um fach- und sachgerecht mit den denkmalgeschützten Bauten umzugehen“, heißt es aus der Stiftung.

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Bis Herbst bewerben

Allzu oft jedoch komme die Vermittlung der entsprechenden Kompetenzen im Umgang mit historischen Materialien und Techniken in der Ausbildung zu kurz. Die Fortbildung soll dieses Manko ausgleichen und damit auch einen Beitrag zum Erhalt historischer Bau- und Handwerkskunst leisten.

Wer Interesse an der Teilnahme hat, kann sich bis 15. Oktober bewerben. Eine von der Stiftung berufene Fachjury schlägt dem Vorstand später vor, welche Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigt werden sollten.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die nach eigenen Angaben größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Seit 1985 engagiert sie sich für den Erhalt bedrohter Baudenkmale. Die Aktionen der Stiftung reichen von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion „Tag des offenen Denkmals“, die auch in Sachsen jedes Jahr Tausende Besucher zu bekannten und vor allem auch zu den weniger bekannten Denkmälern lockt.

Alle Informationen zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz und zur Stipendienvergabe gibt es hier.

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