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Herbstaufschwung auf Sachsens Arbeitsmarkt bleibt verhalten

Das Ende der Urlaubszeit und der Beginn des Ausbildungsjahres lassen gewöhnlich die Arbeitslosigkeit sinken. In diesem Jahr sieht es mau aus - doch es gibt auch eine gute Nachricht.

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Die Energiekrise und die Inflation bremsen den Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt aus
Die Energiekrise und die Inflation bremsen den Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt aus © Sebastian Schultz

Chemnitz. Die Energiekrise und die Inflation bremsen den Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt aus. "Immer deutlicher wird auch die Verunsicherung der Unternehmen: Sie melden weniger Stellen und lassen sich häufiger zur Kurzarbeit beraten", sagte Klaus-Peter Hanse, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, am Mittwoch. 120 133 Menschen waren im Freistaat arbeitslos gemeldet und damit 390 weniger als im Vormonat. Die Quote lag unverändert bei 5,7 Prozent. Der November sei damit der dritte Monat in Folge, in dem die Arbeitslosigkeit geringer gesunken sei als üblich, sagte Hansen.

Üblicherweise sinkt die Zahl der Arbeitssuchenden nach der Ferien- und Urlaubszeit, weil viele junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium beginnen und Unternehmen verstärkt einstellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wird besonders deutlich, dass der Aufschwung schwach ausfällt: 11 269 mehr Arbeitslose wurden in diesem Monat registriert als im November 2021. Dieser Anstieg habe zwei Gründe, erklärte die Agentur. Mehr Menschen als im vergangenen Jahr hätten ihre Arbeit verloren. Zum anderen hätten weniger einen Job angenommen.

Gleichzeitig hat Sachsen mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen. Insgesamt seien knapp 42.000 Stellen frei, teilte die Arbeitsagentur mit. Allein im November meldeten die Unternehmen demnach knapp 7000 neue Stellen. Allerdings zeige auch diese Zahl die Zurückhaltung der Firmen. Im November 2021 seien 1200 mehr freie Stellen registriert worden.

Eine positive Nachricht sah der Chef der Regionaldirektion dennoch. "Die Unternehmen halten an ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest", sagte Hansen. Das erkläre auch die Zahl der 1,67 Millionen Beschäftigten - das sei der bisher höchste Stand. (dpa)