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Späterer Renteneintritt erhöht Sterberisiko

Eine neue Studie zeigt, wie sich die Arbeitsbedingungen auf die Lebenserwartung auswirken. Mit ernüchterndem Ergebnis.

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Ständiger Stress auf Arbeit kann krank machen.
Ständiger Stress auf Arbeit kann krank machen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Um die Herausforderung alternder Gesellschaften zu meistern, setzen politische Entscheidungsträger gerne Anreize für ein längeres Arbeitsleben. Das Mindest-Eintrittsalter für den Ruhestand liegt mittlerweile bei 67 Jahren für alle Jahrgänge ab 1964. Eine neue Studie des EPoS Research Centers an der Universität Mannheim zeigt jedoch, dass die Abschaffung der vorgezogenen Altersrente das Sterberisiko erhöht.

In einer langfristig angelegten Analyse seien Sozialversicherungsdaten aus Spanien untersucht worden, die jeweils vor oder nach der Rentenreform von 1967 starten. In diesem Jahr wurde das Alter für den Vorruhestand angehoben: Diejenigen, die vor dem 1. Januar 1967 eingezahlt hatten, durften weiter mit 60 Jahren freiwillig in Rente gehen, alle danach erst mit 65.

Keine Pauschallösung für den Ruhestand

Die Ergebnisse zeigen, dass ein um ein Jahr verzögertes Ausscheiden aus dem Erwerbsleben das Risiko im Schnitt um 4,2 Prozentpunkte erhöht, im Alter zwischen 60 und 69 Jahren zu sterben. Je nach Arbeitsbedingungen in den letzten Beschäftigungsjahren sind die Auswirkungen aber unterschiedlich. So haben die körperliche und psychosozialen Belastung, der Selbstwert bei der Arbeit und das Qualifikationsniveau Einfluss auf die Lebenserwartung.

Die Ergebnisse beweisen, dass der Wegfall einer Frühverrentung zum vorzeitigen Tod von Arbeitnehmern führen kann, die in körperlich anstrengenden Berufen arbeiten und zudem hohen psychosoziale Belastungen ausgesetzt sind. Dagegen zeigen sich bei Arbeitnehmern mit Erfolgserlebnissen und Anerkennung am Arbeitsplatz keine negativen Auswirkungen auf die Sterblichkeit.

© Randstad Deutschland GmbH & Co.

„Das zeigt, dass es keine Pauschallösung für den Ruhestand geben kann“, sagt das Forscherteam. „Wir stellen fest, dass eine Politik, die den Zugang zum Vorruhestand generell abschafft, die sozioökonomischen Ungleichheiten bei der Lebenserwartung verschärfen kann.“ Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Menschen, die eine Teilrente beanspruchen konnten, eine niedrigere Sterblichkeitsrate verzeichneten. Insofern, so das Fazit, könne ein schrittweiser Übergang in den Ruhestand den negativen Auswirkungen eines längeren Arbeitslebens entgegenwirken. (rnw)