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Das bietet das Street Food-Festival in Bautzen

Traditionelle Speisen aus Kenia oder Pulled Pork aus dem Smoker - in Bautzen gibt es an diesem Wochenende alles, was auf eine Hand passt und schmeckt.

Mary Hänel ist Mitte der 90er aus Kenia nach Deutschland gekommen und kocht in Bautzen Rezepte ihrer Mutter nach, etwa Zebra-, Krokodil-, Kamel- und Büffelfleisch sowie Gemüse, Couscous und Reis.
Mary Hänel ist Mitte der 90er aus Kenia nach Deutschland gekommen und kocht in Bautzen Rezepte ihrer Mutter nach, etwa Zebra-, Krokodil-, Kamel- und Büffelfleisch sowie Gemüse, Couscous und Reis. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Am besten schmeckt’s bei Muttern. Das steht zumindest für Mary Händel fest. Deshalb bietet sie in ihrem Wagen beim Street Food Festival an diesem Wochenende in Bautzen nur Gerichte an, die schon ihre Mutter gekocht hat. „Ohne meine Mutter wäre das hier gar nicht möglich“, erklärt die Zwickauerin, die 1996 aus Kenia nach Deutschland gekommen ist und seitdem hier lebt.

Von Freitag bis Sonntag bietet sie bei „Street Food on Tour“ auf dem Schützenplatz in traditioneller kenianischer Kleidung etwa Krokodil- oder Kamelfleisch an und will so dazu beitragen, „köstliche Leckereien aus der ganzen Welt“ zu präsentieren, so jedenfalls wirbt der Veranstalter für das Festival. Auch vegetarische Gerichte mit Mangold oder Obstbeilagen aus Mango, Papaya oder Ananas gibt es bei Mary Hänel.

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Besucher bis 13 Jahre zahlen keinen Eintritt

Mit ihrem Stand gehört sie zum festen Team der Tour, die in diesem Sommer in Deutschland unterwegs ist und auch schon im vergangenen Jahr in Bautzen zu erleben war. Laut Eigenwerbung präsentieren Gastronomen hier das Beste, was ihre Küchen zu bieten haben und in eine Hand passt. Alles werde frisch zubereitet. Es gebe auch verschiedene Eisangebote oder eine große Auswahl an Craft Bier.

Veranstalter Alexander Kopke aus Magdeburg erklärt, dass neben den festen Anbietern auch immer Leute aus der Regio das Angebot bereichern. In Bautzen ist etwa ein Stand mit veganen Speisen dabei. Andere Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, Polen, Tschechien oder Österreich. Die Nachfrage sei bislang gut. Vor allem in den Urlaubsgebieten in den Sommerferien seien sehr viele Menschen gekommen.

Der Eintritt auf das Festivalgelände kostet pro Tag drei Euro oder für alle drei Tage zusammen fünf Euro. Besucher bis 13 Jahre zahlen nichts. Alexander Kopke rechtfertigt das mit dem Service und dem Rahmenprogramm. Für Kinder gebe es etwa ein Bungee Trampolin oder ein Schminkangebot. Es treten Musiker auf und spielen live, Mitarbeiter sorgen jederzeit für saubere Tische und ein ordentliches Festivalgelände. Zudem stehen Toilettenwagen bereit. „Es ist wie ein großer bewirtschafteter Biergarten.“

Fleisch wird bis zu 16 Stunden gegart

Das Format gibt es nun seit fünf Jahren und habe sich auch seit Beginn der Corona-Pandemie bewährt, etwa weil man bei der Zugangskontrolle die Kontaktdaten erfassen könne. Weitere Corona-Schutzmaßnahmen wird es in Bautzen nicht geben.

Nicole und Christian Büscher sind mit ihrem fahrbaren Smoker beim Street Foodfestival in Bautzen dabei.
Nicole und Christian Büscher sind mit ihrem fahrbaren Smoker beim Street Foodfestival in Bautzen dabei. © SZ/Uwe Soeder

Mit auf Tour ist auch das Ehepaar Nicole und Christian Büscher aus Magdeburg. An ihrem Stand „Smoking Beast“ gibt es Rippchen und Nackenfleisch vom Schwein, was stundenlang im großen Smoker mit zwei Feuerstellen bei 100 Grad Celsius gegart wird. Diese Zubereitung kommt aus den USA, weswegen die Gerichte auch Spareribs und Pulled Pork heißen. „Die Spareribs sind fünf bis sechs Stunden und das Pulled Pork 15 bis 16 Stunden im Smoker. Danach ist das Fleisch so zart, dass fast von allein auseinander fällt“, erklärt Christian Büscher.

Gefeuert wird der Smoker unter anderem mit den Schalen von Kokosnüssen. Die Gerichte werden mit Krautsalat oder als Burger auf Schalen aus gepressten Palmblättern serviert. Für ein Wochenende haben die Büschers 500 Kilogramm Fleisch dabei. Vorher könne man immer schwer einschätzen, wie groß die Nachfrage sein wird. Städte wie Bautzen, mit einer Einwohnerzahl bis zu 50.000 laufen erfahrungsgemäß gut. Nur wenn zu viele Leute beim Ehepaar aus Magdeburg essen wollen, könnte es irgendwann heißen: ausverkauft.

Dadurch, dass Spareribs und Pulled Pork so lange im Smoker liegen, könne nicht mal schnell Nachschub produziert werden. Ist zu viel Fleisch fertig und die Nachfrage bleibe gerade aus, werde es in Soßen warmgehalten. Im Smoker würde es zu trocken.

Am Freitag haben die Bautzener noch bis 22 Uhr Gelegenheit, all das auszuprobieren und zu kosten. Am Sonnabend ist von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Laut Stadtverwaltung ist der Schützenplatz deshalb auch bis einschließlich Montag gesperrt. Die Busparkflächen sowie die Pkw-Parkflächen entlang der Schule für Lernförderung sind von der Sperrung nicht betroffen.

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