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Aus Wilthen gehen Spenden für die Ukraine auf Reisen

Binnen kurzer Zeit füllten sich bei Uhrmachermeister Klaus Ganner in Wilthen Haus und Hof mit Sachspenden. Die Resonanz auf einen Aufruf ist groß.

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Schätzungen zufolge sind bereits fast eine halbe Million Menschen aus der Ukraine nach Polen geflohen. Oft nur mit dem, was sie tragen konnten. Jetzt werden vielerorts Spenden gesammelt, auch in Wilthen.
Schätzungen zufolge sind bereits fast eine halbe Million Menschen aus der Ukraine nach Polen geflohen. Oft nur mit dem, was sie tragen konnten. Jetzt werden vielerorts Spenden gesammelt, auch in Wilthen. © dpa

Wilthen. „Die Hilfsbereitschaft ist schier unglaublich“, sagt Klaus Ganner und meint damit die Menge der Sachspenden für die Ukraine, die seit Montag bei ihm in Wilthen abgegeben wurde. Am Dienstagabend holt sein Schwiegersohn alles ab und fährt mit ein paar Freunden an die polnisch-ukrainische Grenze. Dort sollen die Spenden aus Deutschland mithilfe der Malteser über die Grenze gebracht werden und jenen Flüchtenden helfen, die ihr Zuhause nur mit dem Nötigsten verlassen haben.

Den Kontakt in die Ukraine pflegt Ganners Schwiegersohn Conrad Rüdiger wegen seiner Liebe zur russischen Automarke Lada. „Er fährt seit Jahren mit seinem Lada Rallyes, war deswegen schon oft in der Ukraine und hat außerdem zahlreiche Freunde, die mit Ukrainerinnen verheiratet sind“, erzählt Klaus Ganner.

Über diese Kontakte war der junge Mann aus dem Vogtland stets informiert über die sich immer mehr zuspitzende Lage an der Grenze. Er entschied sich gemeinsam mit seinen Rallyefreunden, spontan zu helfen. Der Aufruf dazu lief über die sozialen Medien und fand großes Gehör.

So stapeln sich mittlerweile in Wilthen auf dem Grundstück von Klaus und Marlies Ganner, in der Garage und im Haus die zahlreichen Spenden. „Die Leute kamen von überall her, von Bautzen bis Niesky, und brachten Windeln, Trockenmilch und Spielzeug für die Kinder, Bekleidung und wirklich alles, was transportabel ist“, sagt der Wilthener Uhrmachermeister.

Nachdem die 900 Kilometer lange Tour ursprünglich mit einem Fahrzeug geplant war, sind die Rallyefahrer nun mit fünf Autos samt Anhängern unterwegs. „Mittwochmittag soll der Konvoi am Ziel ankommen. Und je nachdem, wie es dort ausschaut, wollen mein Schwiegersohn und seine Freunde auch weitere Fahrten unternehmen." (SZ/bsp)