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Bischofswerda

Unternehmer kämpft für Behörden-Umzug

Gegen den Wechsel einer Landesbehörde von Dresden nach Bischofswerda regt sich Widerstand. Doch der Chef einer Baufirma nimmt Sachsens Regierung beim Wort.

Auf der Wiese links plant Bischofswerda eine Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes an der Bautzener Straße. Dort soll auch für die Landesuntersuchungsanstalt gebaut werden. Allerdings regt sich dagegen Widerstand - in Dresden.
Auf der Wiese links plant Bischofswerda eine Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes an der Bautzener Straße. Dort soll auch für die Landesuntersuchungsanstalt gebaut werden. Allerdings regt sich dagegen Widerstand - in Dresden. © Steffen Unger

Bischofswerda. Die Stadt Bischofswerda ist laut Sächsischem Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement erste Wahl für den künftigen Standort der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA). Dafür soll die Behörde mit 260 Beschäftigten umziehen, die zurzeit in Dresden sitzt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unterstützt den Umzugsplan, der nach Informationen von Sächsische.de für das zuständige SPD-geführte Sozialministerium noch nicht ausgemachte Sache sein soll. Die LUA-Präsidentin und der Personalrat bewerten den Standort Bischofswerda kritisch bis ablehnend.    

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Bischofswerda ist als Arbeitsort attraktiv

Mitten hinein in einen sich anbahnenden möglichen Koalitionskrach in Dresden platzt jetzt ein Offener Brief aus der Region. Hartmut Horn, Geschäftsführer des Unternehmens Bistra Bau Putzkau und parteiloser Stadtrat mit dem Mandat der CDU in Bischofswerda, hat ihn an die Bürgerbeauftragte des Sozialministeriums geschrieben. Darin wirbt er aus eigener Erfahrung für den Standort Bischofswerda. 

"Die Ansiedlung der Landesuntersuchungsanstalt wäre für die Belebung des Großraumes Bischofswerda sehr wichtig, um für junge Familien wieder attraktiver zu werden", schreibt Hartmut Horn unter anderem.   

Mit Blick auf Vorbehalte von LUA-Beschäftigten hinsichtlich des Arbeitsweges und des Standortes erklärt der Chef des größten Baubetriebes der Region Bischofswerda mit rund 200 Mitarbeitern: Auch Bistra-Bau beschäftige einige Mitarbeiter aus Dresden und Umgebung, "die sehr gern auf dem Lande arbeiten, da sie meist schneller mit dem Auto hier auf Arbeit sind, als quer durch die Landeshauptstadt Dresden zu fahren". Die schnelle Autobahn-Anbindung sowie die geringeren Lebenshaltungskosten in einer Kleinstadt machten Bischofswerda als Arbeitsort attraktiv. 

Soll eine große Chance für die Region scheitern?

Meldungen, dass der Personalrat, aber auch Parteien versuchen, dieses "sicherlich gründlich geführte demokratische Standortauswahlverfahren" in Frage zu stellen, würden irritieren. "Warum? Soll eine große Chance für eine ganze Region an den Interessen Einzelner scheitern?" In der freien Wirtschaft müssten sich alle immer wieder neuen Herausforderungen stellen. 

In diesem Zusammenhang erinnert Hartmut Horn an den zwischen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD geschlossenen Koalitionsvertrag. Darin verpflichten sich alle drei Parteien, unter anderem durch die Ansiedlung von Landesbehörden den ländlichen Raum zu stärken. 

Auch der Wirtschaftsförderverein Bischofswerda (WFB) stellt sich hinter die geplante Ansiedlung. Man sehe darin "eine ausgesprochen positive Entwicklung". Der beabsichtigte Umzug der LUA sei "ein wichtiges Signal gegen die Abkopplung des ländlichen Raumes", erklärt der WFB.  (SZ)

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