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Bischofswerdaer Kapitän beendet Laufbahn

Vor dem Remis in Rudolstadt gibt Pavel Cermak bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen aufhört. Budissas Trainer Stefan Richter muss sich einwechseln.

Von Jürgen Schwarz
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Der Bischofswerdaer Kapitän Pavel Cermak (rechts) am 4. Mai im Zweikampf mit dem Neugersdorfer Robby Golzsch. Jetzt will Cermak aufhören.
Der Bischofswerdaer Kapitän Pavel Cermak (rechts) am 4. Mai im Zweikampf mit dem Neugersdorfer Robby Golzsch. Jetzt will Cermak aufhören. © Florian Richter

Rudolstadt. Drei Spieltage werden in der Fußball-Oberliga Süd noch ausgetragen. Im Kampf um die Podestplätze hinter Staffelsieger Rot-Weiß Erfurt musste Budissa Bautzen mit dem 2:3 (1:2) in Wernigerode einen Rückschlag hinnehmen. Der Tabellenzweite VFC Plauen (52 Zähler) und der punktgleiche VfB 1921 Krieschow (3.) halten im Moment die besseren Karten in der Hand. Der Bischofswerdaer FV kam in Rudolstadt (1:1) zu seinem zehnten Unentschieden in dieser Saison.

Budissa trat im Mannsberg-Stadion ohne Torhüter Martin Zoul und Spielführer Tom Hagemann an. Hagemann, mit 16 Treffern erfolgreichster Spieler des Aufsteigers, fehlte wie auch Jannik Käppler und Moritz Noack aufgrund einer Sperre. Pavel Patka führte die Mannschaft als Kapitän auf den Rasen. Der 35-Jährige steht seit 2013 im Kader der Spreestädter.

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Die Gäste erwischten vor 176 Zuschauern einen denkbar schlechten Start, denn schon nach 180 Sekunden überwand Niclas Eheleben Budissas Keeper Mikolaj Gorzelanski, der sein erstes Punktspiel seit Oktober 2021 bestritt. Auch damals hieß der Gegner Einheit Wernigerode, der in Bautzen mit 3:1 gewann. Budissa wirkte nicht geschockt, kam nach 19 Minuten zum 1:1 durch Julien Hentsch. Doch die Freude über den Ausgleichstreffer dauerte nicht lang, denn nur 120 Sekunden später brachte Erik Weinhauer die Harzer erneut in Führung, die bis zur Pause Bestand hatte.

Trainer gibt Comeback nach acht Jahren

Der erste Höhepunkt der zweiten Halbzeit war für Bautzen ein negativer. Gorzelanski sah nach 49 Minuten die Rote Karte und Trainer Stefan Richter musste sich selbst einwechseln. Der 38-Jährige hatte 2014 zum letzten Mal in einem Pflichtspiel für Budissa zwischen den Pfosten gestanden. Bis zur 69. Minute hielt der Coach den Kasten sauber, dann bejubelte Weinhauer seinen zweiten Treffer. Trotz Unterzahl kämpfte Budissa mit großer Moral um den Anschluss, der dem eingewechselten Youngster Julian Gerhardi bei seinem Oberliga-Einstand in der 84. Minute glückte. Ein Punkt wurde es leider nicht mehr.

In Rudolstadt begannen die Gastgeber vor 150 Zuschauern mit viel Elan. Vor allem Florian Giebel, der zweimal nur knapp das Bischofswerdaer Gehäuse verfehlte (13., 14.). Einheit blieb bis zur Pause am Drücker, ging nach 34 Minuten durch Matthias Kühne verdient in Führung. Nur 60 Sekunden später war Kühne erneut zur Stelle, aber diesmal hatten die Schiebocker Glück, dass das Leder vom Pfosten zurückprallte. Mit dem 0:1 waren die Gäste zur Halbzeit gut bedient.

Mit Beginn der zweiten 45 Minuten präsentierten sich die Gäste wesentlich entschlossener. Zunächst wartete Torhüter Max Bersemann mit einer Glanzparade auf (57.), aber gegen den Schuss des eingewechselten Martin Sobe war er machtlos (61.). „Krautschick und Zaldovskis hatten zwei Riesenchancen zur Führung in den ersten Minuten. Leider stimmen Aufwand und Nutzen bei uns nicht immer“, schätzte BFV-Trainer Frank Rietschel ein. „Wir haben dann die Spielkontrolle aus der Hand gegeben und Rudolstadt ging mir der ersten Möglichkeit in Führung. Zum Glück hat unser Torwart Kycek wenig später das 0:2 verhindert.“ Rietschels Pausenansprache zeigte eine positive Wirkung: „Wir haben dann wieder entschlossener agiert, verdient den Ausgleich gemacht. Das 1:1 war am Ende gerecht.“

Schmerzmittel können Probleme nicht lösen

Beim BFV gab es vor dem Gastspiel in Rudolstadt die nächste wichtige Personalie zu verkünden, diese war dann aber eher eine Hiobsbotschaft. Kapitän Pavel Cermak beendet mit 33 Jahren seine aktive Laufbahn. Zumindest für Außenstehende eine überraschende Entscheidung, denn noch im Januar dieses Jahres hatte der Tscheche im SZ-Interview gesagt: „Ich denke, ich werde noch ein paar Jahre aktiv sein. Eine Altersgrenze setze ich mir nicht.“

Doch die Gesundheit machte Cermak nun einen Strich durch die Rechnung: „Ich muss seit geraumer Zeit Schmerzmittel nehmen, habe große Probleme mit den Hüften und meinen Knöcheln. So macht das keinen Sinn mehr. Ich will immer einhundert Prozent geben, aber das geht nicht mehr.“

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