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Sport

Bob-Olympiasieger gegen Schüler

Der Dresdner SC bietet bei seinem Jugendmeeting immer mehr Klasse. Dazu gibt es auch Klamauk für die Zuschauer im Heinz-Steyer-Stadion.

Die Anschieber Candy Bauer (v. l.), Martin Grothkopp, Alexander Schüller, Pilot Francesco Friedrich und Bremser Thorsten Margis trainieren in der DSC-Halle. ©  Robert Michael

Dresden. Wenn es um Prominenz geht, muss sich der Dresdner SC bei seinen Gästen nicht verstecken. Sportgrößen wie Weitspringerin Heike Drechsler, die Sprinterinnen Marlies Göhr und Renate Stecher sowie Speerwerferin Ruth Fuchs, die in den 1970er- und 1980er-Jahren im Heinz-Steyer-Stadion Weltrekorde aufstellten, kommen am Sonnabend zum Jugendmeeting nach Dresden. Auch Radlegende Täve Schur kehrt zurück ins Stadion, das bei der Friedensfahrt 1955 Zielankunft vor 60 000 Zuschauern war. An ihre großen Momente wird erstmals mit Filmaufnahmen aus dem Deutschen Rundfunkarchiv auf zwei großen Leinwänden an jenem Ort erinnert.

Im Hier und Jetzt aber geht es um den Nachwuchs, der sich beim Jugendmeeting misst. Schon seit 1990 gibt es den Wettkampf im Mai – meist unbeachtet von der Öffentlichkeit. Doch seit der Neuausrichtung vor vier Jahren etabliert sich das Meeting auch bundesweit. „Uns ist es gelungen, den Deutschen Leichtathletik-Verband mit ins Boot zu nehmen. Im Weit-, Drei- und Hochsprung schreiben wir Norm-Wettkämpfe für internationale U-18-, U-20- und U-23-Meisterschaften aus“, erklärt Organisationschef Michael Gröscho.

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Rupprich geht in die sechste Saison 

Mit Steven Rupprich bleibt ein weiterer Stammspieler der vergangenen Jahre dem Team von Eislöwen-Cheftrainer Bradley Gratton erhalten. 

Das lockt im Jahr des 100. Geburtstages des Heinz-Steyer-Stadions einige starke junge Athleten an und sorgt schon im Vorfeld für einen Rekord: 395 Athleten aus 64 Vereinen starten in Dresden. Erstmals seit 2000 sind die Hindernisstrecken wieder mit im Programm. Dass der traditionelle Rudolf-Harbig-Lauf über 800 Meter nicht ganz so stark besetzt ist wie erhofft, hängt mit dem gleichzeitig stattfindenden Läufer-Meeting in Karlsruhe zusammen. Lokalmatador Jan Riedel, Dritter der deutschen Hallen-Meisterschaften, hofft dennoch auf ein schnelles Rennen.

Als Saisoneinstieg wird Dreispringerin Jenny Elbe wieder ihr Heim-Meeting nutzen. Die 29-Jährige, die 2018 mit einer damals noch unerkannten Gürtelrose antrat, will sich langsam wieder an ihre alte Leistungsstärke herankämpfen. „Ich habe zwei Jahre durch verschiedene Verletzungen durchgehangen“, erzählt Elbe, die auch an einen Rücktritt dachte.

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Am Wochenende wird das Dresdner Steyer-Stadion 100 Jahre alt. Besucher können Weltrekordler treffen und die historische Anzeigetafel von innen besichtigen.

Dreispringerin Elbe will es noch mal wissen

Nun will die in Teilzeit bei einer Krankenkasse arbeitende Leichtathletin Olympia 2020 angehen. In diesem Jahr ist die WM Ende September in Doha der Höhepunkt. „Die Saison ist noch lang. Ich wäre am Wochenende zufrieden, wenn ich an meine Hallenleistung aus dem Winter anschließen kann“, meint Elbe. Bei der deutschen Meisterschaft unterm Dach war sie in Leipzig 13,76 Meter gesprungen.

Mit einer witzigen Idee wird um 14 Uhr der Wettkampftag offiziell eröffnet. In der Schülerpendelstaffel über zehnmal 50 Meter laufen vier ehemalige Schüler mit, die mittlerweile Olympiasieger sind. Der Pirnaer Bob-Pilot Francesco Friedrich hat mit seinem Team zugesagt, obwohl 50 Meter für einen Bobfahrer mitunter lang werden können … „Wir haben uns weiterentwickelt und wollen zuschauerfreundlicher agieren“, meint Gröscho.

Mit Unterstützung der Stadt gibt es nicht nur eine Ausstellung zur Historie des Ovals und die Möglichkeit, die alte Anzeigetafel zum ersten Mal zu begehen, sondern auch Mitmach-Aktionen wie eine Kurzsprintmessung hinter der Nordtribüne. Drei- bis Siebenjährige können dort das Kinder-Sportabzeichen Flitzi ablegen. Wer weiß, vielleicht ist ein Talent dabei, das in ein paar Jahren dann beim Jugendmeeting startet – oder sogar irgendwann für neue große Momente an diesem Ort sorgt. Bis dahin erzählen die Ehemaligen, was im Heinz-Steyer-Stadion so alles möglich war.