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150 Corona-Fälle auf Porsche-Baustelle in Leipzig

Auf der Großbaustelle des Karosseriebauers in Leipzig grassiert das Virus. Ein großer Teil der Betroffenen ist jedoch schon nicht mehr in der Stadt.

Auf diesem Baufeld entsteht der neue Karosseriebau von Porsche in Leipzig. Jetzt hat Corona den Baustellenbetrieb eingeschränkt.
Auf diesem Baufeld entsteht der neue Karosseriebau von Porsche in Leipzig. Jetzt hat Corona den Baustellenbetrieb eingeschränkt. © pr porsche

Auf einer Großbaustelle von Porsche in Leipzig haben sich 150 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Entdeckt wurden die Infektionen vergangene Woche, nachdem eine Einzelperson getestet wurde.

Die Stadt Leipzig bestätigte am Dienstag auf Nachfrage von sächsische.de die Infektionen. "Das Gesundheitsamt bekämpft in einer konzentrierten Aktion einen Corona-Ausbruch auf einer Großbaustelle in Leipzig. Die Eindämmung der Infektionen geschieht dabei in engster Kooperation und Abstimmung mit den beteiligten Unternehmen und anderen zuständigen Behörden“, teilte der Sprecher Matthias Hasberg mit.

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Bisher seien rund 60 Personen unter Quarantäne gestellt worden, hieß es. Gerüchte, dass die Betroffenen mit der britischen Corona-Mutation B.1.1.7. infiziert seien, haben sich bis jetzt nicht bewahrheitet. „Nur bei einer Handvoll“ der 150 Personen wurde laut Hasberg das Virus B.1.1.7. nachgewiesen.

Eigenes Testzentrum für die Baustelle

Die Differenz zwischen 150 und 60 erklärt der Sprecher damit, dass ein Teil der infizierten Bauarbeiter schon zurück in der Heimat in Osteuropa sei. Ein weiterer Teil – Firmenchefs und Führungskräfte der Fremdfirmen – seien zurück nach Westdeutschland gefahren. Und eine dritte Gruppe Infizierter wohne nicht in Leipzig. Sodass am Ende das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig 60 Personen – Infizierte und ihre Kontaktpersonen - in Quarantäne schicken konnte. Er lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Porsche.

Der Autobauer selbst wollte sich zur Höhe der Fallzahlen nicht äußern. Porsche teilte mit, dass der Baustellenbetrieb am 17. Februar „vorsorglich“ unterbrochen und die Zutrittsregeln verschärft wurden.

Zutritt zur Baustellen haben nur noch Personen mit negativem PCR-Test. „Zusätzlich wurden ein eigenes Testzentrum für die Baustelle errichtet sowie vorsorglich ein engmaschiges Testsystem eingeführt“, sagte die Unternehmenssprecherin in Leipzig.

600 Millionen Euro für Umbau

Die Baustelle des neuen Karosseriebaus für den Elektro-Macan ist aktuell eingeschränkt in Betrieb. Das Konzept zur Wiederaufnahme des eingeschränkten Betriebs wurde mit dem Gesundheitsamt Leipzig, dem Ordnungsamt und der Landesdirektion abgestimmt worden.

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Die Fahrzeugproduktion selbst sei nicht betroffen, da Baustelle und Werk räumlich vollständig voneinander getrennt seien, betonte die Sprecherin. Auch der Zeitplan für den neuen Karosseriebau sei nicht gefährdet, hieß es weiter. Porsche investiert nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Euro in den Umbau des Werks. Der Großteil des Budgets fließt in den neuen Karosseriebau.

Der Grundstein für die über 75.000 Quadratmeter große Halle wurde im März 2019 gelegt. Die Außenhülle des Gebäudes ist bereits fertiggestellt. Wann die Produktion des E-Macan anlaufen soll, ist noch offen.

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