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In Sachsen gelten jetzt diese Corona-Regeln

2G-Regel im öffentlichen Leben, Weihnachtsmärkte weiter möglich, FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr – alle Regeln im Überblick.

Von Andrea Schawe
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Sachsen setzt ab heute die 2G-Regel in Teilen des öffentlichen Lebens flächendeckend um.
Sachsen setzt ab heute die 2G-Regel in Teilen des öffentlichen Lebens flächendeckend um. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Die Zahl der Coronainfektionen in Sachsen steigt sprunghaft. „Die Lage ist wirklich dramatisch“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) noch am Freitag nach der Sondersitzung des Kabinetts. Da lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 385,7. Nur weniger Tage später beträgt der Wert an diesem Montag 491,3 - Sachsen ist damit an der Spitze der betroffenen Bundesländer.

Die Zahl der Infektionen und der Patienten in den Krankenhäusern sei jetzt schon höher als im vergangenen Jahr, so Köpping zuletzt. „Wir haben es nicht geschafft einen Schutzwall aus Geimpften aufzubauen.“ Die Inzidenz bei Ungeimpften betrage 868, bei Geimpften sind es nur 79.

Deswegen verschärft Sachsen nun seine Corona-Regeln. Mit der neuen Verordnung zieht Sachsen einige Regelungen der Überlastungsstufe vor. Sie gelten nun schon in der Vorwarnstufe.

Die neue Verordnung ist am 8. November in Kraft getreten und soll bis 25. November gelten.

Das sind die grundsätzlichen Regelungen für Sachsen:

Der entscheidende Wert bleibt die Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Sachsen hat derzeit die Vorwarnstufe erreicht. Sie gilt, wenn mindestens 650 Krankenhausbetten auf den Normalstationen oder 180 Krankenhausbetten der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die nächste Stufe ist die Überlastungsstufe. Sie tritt ein, wenn mehr als 1.300 Betten auf Normal- oder 420 Betten auf Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind, oder die Hospitalisierungsrate 12 erreicht wird. Wird der Grenzwert drei Tage lang überschritten, treten am übernächsten Tag strengere Regeln in Kraft. Nach Prognosen des Gesundheitsministeriums wird der Wert am 10./11. November erreicht sein.

Der Wert der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Künftig gilt, dass es bereits ausreicht, wenn die Werte für die Krankenhausbetten auf der Normal- oder Intensivstation erreicht sind.

Kontakte

Kontaktbeschränkungen gibt es, wenn die Vorwarnstufe erreicht ist. Sollte diese Zahl an Covid-19-Patienten überschritten werden, dürfen sich in ganz Sachsen nur zehn Personen ohne Einschränkungen zusammenkommen – egal aus wie vielen Hausständen.

Bei Überschreiten der Überlastungsstufe sind Treffen von Angehörigen eines Haushaltes mit nur einer weiteren Person erlaubt.

Geimpfte, Genesene oder Kinder bis 16 Jahre werden bei allen Vorgaben nicht mitgezählt.

Maskenpflicht

In Bus und Bahn sowie in Taxis werden wieder FFP2-Masken Pflicht. Ausgenommen sind Schülerinnen und Schüler – sie können weiterhin eine medizinische OP-Maske tragen.

Im öffentlichen Raum unter freiem Himmel wird empfohlen eine Maske zu tragen, wenn es nicht möglich ist, anderthalb Meter Abstand zu anderen Personen einzuhalten. Bei einer Inzidenz unter 10 entfällt wie bisher die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen in Läden und Geschäften, wenn der empfohlene Mindestabstand eingehalten werden kann.

Die Maskenpflicht bei körpernahen Dienstleistungen gilt weiterhin. In ambulanten und stationären Pflegeheimen müssen geimpfte und genesene Besucher, Bewohner und Mitarbeiter keine FFP-2-Masken mehr tragen.

Testpflicht

Liegt die Inzidenz über 35, gelten Testpflichten. Wenn der Wert in einem Landkreis oder einer Großstadt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, müssen Besucher ab dem übernächsten Tag ihre Kontaktdaten hinterlassen und einen Test-, Genesenen- oder Impfnachweis vorgelegen.

Das gilt unter anderem für:

  • für den Zugang zur Innengastronomie
  • die Teilnahme an Veranstaltungen und den Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Innenräumen
  • körpernahe Dienstleistungen
  • Prostitution
  • den Zugang zu Hallenbädern und Saunen
  • den Zugang zu Diskotheken, Clubs und Bars im Innenbereich
  • Sport im Innenbereich
  • touristische Bahn- und Busreisen, auch im Linienverkehr
  • den Zugang zu Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen im Innenbereich.

Wenn körpernahe Dienstleistungen, Fitnessstudios oder Bäder zu medizinisch notwendigen Zwecken genutzt werden, gilt keine Testpflicht.

Beschäftigte, die direkten Kundenkontakt haben, müssen sich weiterhin verpflichtend zweimal in der Woche testen lassen. Als Ergänzung sollen die Arbeitgeber allen Mitarbeitern ab Vorwarnstufe dreimal wöchentlich einen Test anbieten. Es wird „dringend empfohlen“, dass alle Mitarbeiter – wenn möglich – im Homeoffice arbeiten.

Die Testpflicht für Urlaubsrückkehrer bleibt unabhängig von der Inzidenz bestehen. Wer mindestens fünf Werktage wegen Urlaubs, Zeitausgleich oder vergleichbaren Dienst- oder Arbeitsbefreiungen nicht an seinem Arbeitsplatz war, muss einen negativen Test vorlegen. Geimpfte und Genesene müssen sich nicht testen lassen, aber dem Arbeitgeber einen Nachweis über ihre Impfung und Genesung zeigen. Arbeitgeber sind verpflichtet, den Beschäftigten die Tests kostenfrei zur Verfügung zu stellen.