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Sachsen bereitet sich auf dritte Corona-Impfung vor

Der Ansturm auf die Impftermine ist in Sachsen ungebrochen. Die Impfkommission hält derweil eine dritte Impfung im nächsten Jahr für nötig.

Impfärzte warten in einem Zentrum in Baden-Württemberg auf Impfwillige.
Impfärzte warten in einem Zentrum in Baden-Württemberg auf Impfwillige. © Stefan Puchner/dpa

Der Andrang auf die Corona-Schutzimpfungen bleibt in Sachsen weiterhin sehr hoch. Rund 15.000 neue Impftermine in den Impfzentren des DRK waren am Montag nach zwei Stunden ausgebucht. Bei Interessenten, die erneut nicht zum Zuge gekommen sind, wächst der Frust. Sie kritisieren lange Wartezeiten und eine Überlastung des Buchungssystems. Die nächsten Termine sollen am Mittwoch und am Freitag zur Verfügung stehen.

Während die Impfkampagne auf Hochtouren läuft, bereitet sich die Sächsische Impfkommission unterdessen bereits auf Nachimpfungen vor. „Einen genauen Zeitpunkt kann niemand vorhersagen. Ich hoffe allerdings, dass wir nicht vor Anfang nächsten Jahres damit beginnen müssen“, sagte ihr Vorsitzender, Thomas Grünewald, gegenüber Sächsische.de.

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Schutz für Geimpfte nur über Monate?

Eine dritte Impfung werde vor allem dann notwendig sein, wenn sich die Viren so verändert haben, dass die durch die aktuellen Impfstoffe erzielte Immunität nicht mehr ausreicht. Die Impfkommission berät die Landesregierung und will ihre Empfehlung in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Der Virus werde sich durch den Druck, der durch Impfungen und Hygienemaßnahmen auf ihn ausgeübt werde, verändern, erläuterte Grünewald, der auch Leiter der Klinik für Infektionsmedizin in Chemnitz ist. „Es wird also zu neuen Varianten kommen, für die die aktuellen Impfstoffe nicht mehr optimal sind: Wir wissen aber nicht genau, wann“.

Geimpfte hätten einen sehr guten Schutz über Monate, sagte der Mediziner. Studien zeigten, dass bei einem großen Teil der Geimpften der Impfschutz auch länger als sechs Monate anhalten könne. „Deshalb können wir nicht sagen, alle Geimpften müssen nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung erhalten“.

130 Impfstoffe werden weltweit entwickelt

Nachimpfungen sind Grünewald zufolge auch notwendig bei Menschen, die auf die ersten beiden Impfungen nicht angesprochen haben. Dies betrifft zum Beispiel Patienten mit einer Immunschwäche, sei es angeboren, sei es durch Medikamente, Organtransplantationen oder Krebserkrankungen. Auch Ältere sprechen unter Umständen schlechter auf die Impfungen an. „In diesen Fällen empfehlen wir eine dritte Impfung frühestens nach drei, besser nach sechs Monaten oder später“.

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Grünewald sagte, wie beim Grippeschutz sei es sinnvoll, dass solche Auffrischungsimpfungen überwiegend in Hausarztpraxen stattfinden. MRNA-Impfstoffe wie von Biontech und Moderna könnten zudem relativ schnell modifiziert werden. Knapp 130 Impfstoffe würden derzeit weltweit entwickelt. "Das heißt, wir haben dann hoffentlich auch größere Mengen als jetzt zur Verfügung.“

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