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Corona: Bescherung durchs Fenster

Im Kinderheim Gärtitz werden sogar ausgefallene Wünsche wahr. Auch die Geschenkübergabe ist in diesem Jahr alles andere als gewöhnlich.

Nicht durch den Kamin, sondern durchs Fenster haben die Mädchen und Jungen im Kinderheim Gärtitz in diesem Jahr ihre Geschenke „geliefert“ bekommen.
Nicht durch den Kamin, sondern durchs Fenster haben die Mädchen und Jungen im Kinderheim Gärtitz in diesem Jahr ihre Geschenke „geliefert“ bekommen. © Lars Halbauer

Von Lars Halbauer und Heike Heisig

Döbeln/Ostrau. Voll beladen mit Geschenken nahmen Kay Leupold und Weihnachtsmann Sebastian Lormis den kurzen steilen Anstieg zum Kinderheim nach Gärtitz in Angriff. Wirklich außer Puste waren sie danach nicht.

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Schließlich ist Leupold als Chef des Döbelner Gesundheits- und Fitnessstudios Healthybodies selbst gut in Form und Sebastian Lormis einer seiner treuesten Sportler. Doch beiden ging es an diesem Tag nicht um Training, sondern darum, die Mädchen und Jungen im Heim zu erfreuen. Für sie war am Sonnabend schon Bescherung.

Jedes Kind hat vor einigen Wochen einen Wunschzettel gestaltet, der dann an den Weihnachtsbaum im Fitnessstudio angebracht beziehungsweise an die Mitglieder weitergeleitet wurde. Wer mag, „zupfte“ sich solch einen Zettel vom (symbolischen) Wunschbaum und kümmerte sich selbst darum, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Diese waren tatsächlich ab und an recht ausgefallen. So hat ein Kind sich einen ganz speziellen Roller gewünscht, den die Weihnachtswichtel aus England anliefern lassen mussten. Aber auch Lernspiele, ein Feuerwehrauto, Puppenkleidung, ein Pferdestall im Kleinformat oder ein Tagebuch standen auf den zumeist kunstvoll von den Kindern gestalteten Wunschzetteln.

„Normalerweise kommen die Kinder dann kurz vor Weihnachten zu uns ins Studio und holen sich dort die Geschenke ab“, erzählte Kay Leupold. Aber in diesem Jahr ist coronabedingt alles anders. „Da haben wir uns eben nach Gärtitz aufgemacht.“

Mit Kleinigkeiten eine Freude bereiten

Eine Bescherung mit dem Weihnachtsmann gab es dort leider nicht. Wegen der Abstandsregelungen nahm Kinderheim-Mitarbeiter Simon Westendorf die Geschenke an einem der Fenster des Heimes entgegen – von den Kindern unbemerkt blieb das natürlich nicht. Sie staunten nicht schlecht, wie der Weihnachtsmann Paket für Paket hinauf ans Fenster reichte. Ein wenig Krafttraining war das für den Weihnachtsmann dann doch wieder.

Dass die Healthybodies-Mitglieder in der Adventszeit an die Mädchen und Jungen denken, die aus welchen Gründen auch immer im Kinderheim leben, ist mittlerweile zur Tradition geworden. Inhaber Kay Leupold unterstützt dies, „zumal die Idee von einem Studiomitglied kam und ich das prima finde“. Auch andere Döbelner Unternehmer und deren Kunden erfüllen Weihnachtswünsche von Mädchen und Jungen, deren Eltern – wenn überhaupt – nur kleine Geschenke machen können.

Mit Kleinigkeiten möchten auch die Initiatoren des neuen Kunsthauses an der Leisniger Muldenstraße 1 Kindern eine Freude bereiten. Damit fahren sie in den nächsten Tagen zum Kinderheim nach Noschkowitz. Zudem erwägen sie eine Spende für das Tierheim in Leisnig.

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