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Rettungsidee für Pirnas Weihnachtsmarkt

Die Veranstalter wollen trotz Corona am beliebten Canalettomarkt festhalten und haben eine gute Idee. Das begrüßen auch die Händler.

In den vergangenen Jahren war der Weihnachtsmann immer mit dabei auf dem Pirnaer Canalettomarkt. Und diesmal?
In den vergangenen Jahren war der Weihnachtsmann immer mit dabei auf dem Pirnaer Canalettomarkt. Und diesmal? ©  Archivfoto: Daniel Förster

Eigentlich sollte der Canalettomarkt in Pirna bereits am 24. November starten. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Nun beginnt er später, wenn überhaupt. Die  Landesregierung hat Weihnachtsmärkte in Sachsen bis Ende des Monats verboten. Was bedeutet das für Pirna? Immerhin ist der Canalettomarkt ein Schwergewicht in der regionalen Kulturlandschaft und gehört seit vielen Jahren mit zum festen Bestandteil  der Weihnachtslandschaft in der Sächsischen Schweiz.  Andere Weihnachtsmärkte wurden bereits abgesagt.

Wie reagieren die Veranstalter auf Corona?

"Wir wollen an dem Canalettomarkt festhalten und werden nicht  vorschnell aufgeben", betont Holger Zastrow, Mitinhaber der Agentur Plan de Saxe GmbH. Die Gesellschaft mit Sitz in Dresden, organisiert seit vielen Jahren den Pirnaer Weihnachtsmarkt. Die Veranstalter  haben eine Idee. Um die ausgefallenen Tage im November zu kompensieren, gibt es jetzt die Überlegung, den Canalettomarkt eventuell bis zum 3. Januar zu verlängern. Ursprünglich sollte er Ende Dezember enden. "Das muss aber zunächst noch mit der Stadt und den Händlern abgesprochen werden", schränkt Zastrow ein.  Insgesamt 50 Händler, Gastronomen und Schausteller haben normalerweise Platz auf dem Pirnaer Weihnachtsmarkt. Zwar sind einige Händler aufgrund der aktuellen Krise bereits abgesprungen, aber trotzdem ist die Nachfrage nach Stellplätzen für die Marktbuden größer als das Angebot, so Zastrow. Viele Stammhändler hielten dem Markt die Treue und seien auf die Einnahmen angewiesen. 

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Dann würde der Canalettomarkt voraussichtlich vom 1. bis zum 23. Dezember und mit einem "Nachschlag" vom 27. Dezember bis zum 3. Januar stattfinden. "Ich gehe stark davon aus, dass der Markt auch in den ersten Januartagen noch gut frequentiert wäre", überlegt Zastrow laut. Auf seiner Seite weiß er nicht nur die Stammhändler, sondern auch die Stadtverwaltung Pirna sowie das Gesundheitsamt. "Wir arbeiten eng zusammen. Natürlich muss es ein ausgeklügeltes Hygienekonzept geben", sagt Zastrow. Momentan arbeitet die Agentur Plan de Saxe daran. Eine Entzerrung der Fläche, nämlich eine Ausweitung des Marktes in die umliegenden Gassen, war bis vor Kurzem jedoch nicht geplant.

Was sagen die Händler zum Canalettomarkt?

Mit zu den langjährigen  Stammhändlern auf dem Canalettomarkt gehört Jan Lorenz. Er ist Inhaber des Miniaturparks "Die Kleine Sächsische Schweiz" in Dorf Wehlen und bietet seit 2016 unter anderem handgefertigte Sandsteinfiguren auf dem Markt an. "Wir hoffen, dass der Canalettomarkt im Dezember stattfinden kann", sagt Lorenz und spricht dabei vermutlich für viele seiner Kollegen. Bereits rechtzeitig hat er Material eingekauft, seine Mitarbeiter haben zahlreiche Arbeitsstunden in die Fertigung der Weihnachtspyramiden und Raucherhäuschen aus Sandstein investiert. "Es war eine gewagte unternehmerische Entscheidung. Jetzt steht das Sortiment für den Weihnachtsmarkt und es wäre vermutlich eine Katastrophe, wenn wir nicht verkaufen dürften", sagt Lorenz, der bei einem Aus der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen von bis zu 20.000 Euro rechnet. Wie er diesen Verlust kompensieren könnte? "Schwer zu sagen. Zwar lief das Tourismusgeschäft in diesen Jahr relativ gut, aber wenn die Weihnachtsmärkte wegbrechen, ist das Loch kaum zu stopfen", so Lorenz.

Wie positionieren sich Rathaus und Tourismusgesellschaft?

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Die Stadt Pirna positioniert sich eindeutig. Gemeinsam mit dem Veranstalter versucht das Rathaus weiterhin, Mittel und Wege zu finden, damit der Weihnachtsmarkt mit den notwendigen Hygiene-Auflagen stattfinden kann. Das sagt Stadtsprecher Thomas Gockel.  Die Agentur Plan de Saxe sei  dazu mit dem Gesundheitsamt des Landkreises im Gespräch. "Die Ausweitung auf weitere Tage im neuen Jahr werden wir wohlwollend prüfen", betont der Stadtsprecher.

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