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Bei der Blutspende abgewiesen

Das ist einem Neugersdorfer jetzt passiert - wegen der Terminvergabe in Corona-Zeiten. Und das, obwohl doch immer um Spenden geworben wird, beklagt er.

Symbolfoto
Symbolfoto © Arno Burgi/dpa

137 Mal hat der Neugersdorfer schon Blut gespendet. Fast immer, wenn sich der DRK Blutspendedienst in der Oberlandstadt ankündigt, ist er dabei. Nun wollte er zum 138. Mal zum Lebensretter werden. Doch das klappte nicht, er wurde vor Ort tatsächlich abgewiesen, erzählt er. Was war da los?

Wie immer wollte der Mann jetzt die jüngsten Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wahrnehmen. "Aber das geht zurzeit nur mit Termin", sagt er. Sich für einen Termin anmelden könne er aber aus beruflichen Gründen nicht, so der Neugersdorfer. Er arbeitet im Bestattungswesen und sei in seinem Job immer in Bereitschaft. "Ich weiß heute nicht, was morgen los ist. Da kann ich zum Blutspenden keinen Termin ausmachen. Wenn ich dann nicht erscheine, nehme ich einem anderen den Platz weg. Das wäre ja auch nicht in Ordnung."

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Also ging er nun einfach auf "gut Glück" hin - und wurde wieder nach Hause geschickt. Er solle in zwei Stunden wiederkommen, sagte man ihm. Den Neugersdorfer ärgert das. "Da will man helfen und wird abgewiesen!" Dass aufgrund der aktuellen Pandemielage Termine fürs Blutspenden vergeben werden, um alles besser organisieren und Menschenansammlungen vermeiden zu können, dafür hat er durchaus Verständnis. "Aber man kann doch auch mal eine Ausnahme machen." So groß sei der Andrang seiner Einschätzung nach nicht gewesen.

Teil des Sicherheitskonzepts

Der DRK-Blutspendedienst bestätigt, dass derzeit nur nach Terminvergabe Blut gespendet werden kann. Das sei Teil des Sicherheitskonzepts, so Kerstin Schweiger vom Blutspendedienst. Das helfe, die Anzahl von Anwesenden auf Terminen zu steuern und die Abstandsregeln einhalten zu können. Frau Schweiger sagt aber auch ganz klar: "Kein Spender ohne Termin wird abgewiesen." Voraussetzung sei jedoch, dass es an dem Tag auch Kapazitäten gibt für eine spontane, unangemeldete Spende. Den Vorfall in Neugersdorf kann Kerstin Schweiger sich auch nur so erklären, dass der Mann gerade zu einem ungünstigen Zeitpunkt da war und wirklich gerade keine Kapazitäten frei waren, um ihm Blut abzunehmen.

Generell stellt Frau Schweiger vom Blutspendedienst fest, dass die Bereitschaft der Menschen mit Blutspenden zu helfen, auch in der Corona-Zeit nicht zurückgegangen ist. "Die Spendebereitschaft ist seit Beginn der Pandemie konstant und gut." Auf der anderen Seite sei aber auch der Bedarf konstant hoch. Allein in Sachsen werden an jedem Werktag rund 650 Blutspenden benötigt, um die Patientenversorgung zu sichern. Einige Blutbestandteile sind dabei nur höchstens fünf Tage haltbar. Deshalb sei es wichtig, dass kontinuierlich gespendet werde.

Daher bietet das DRK auch in der Pandemie regelmäßig Blutspendetermine an. Der nächste in Neugersdorf ist zum Beispiel jetzt am 28. April, in Löbau dann in der nächsten Woche am 6. Mai.

Natürlich gelten derzeit besondere Hygiene- und Sicherheitsvorschriften in den Blutspendezentren, betont Frau Schweiger. Aktuell gibt es Zugangskontrollen, bei den Blutspendern wird eine Kurzanamnese durchgeführt, die Körpertemperatur gemessen. Allen Spendern wird eine medizinische Mund-Nasen-Schutzmaske ausgehändigt. Wer Erkältungssymptome, Durchfall oder Fieber hat oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt mit Covid-19-Patienten hatte, wird nicht zur Blutspende zugelassen.

Anmelden können sich Freiwillige zu den Blutspendeterminen im Internet auf der Homepage des Blutspendedienstes.

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