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SOE: Campingplatz-Betreiber machen Druck

Als Gemeinschaft wollen sie sich jetzt Gehör verschaffen und Antwort auf Fragen wie: Wann dürfen Plätze unter welchen Bedingungen wieder öffnen?

Ob kleines Zelt oder großer Camper: Auf dem Naturcampingplatz Bahra finden alle Platz, wenn er denn wieder öffnen darf.
Ob kleines Zelt oder großer Camper: Auf dem Naturcampingplatz Bahra finden alle Platz, wenn er denn wieder öffnen darf. © privat

Voriges Jahr fühlten sich die Campingplatz-Betreiber regelrecht überrollt. Nun hat es die Touristiker mit der Notbremse wieder hart getroffen. Doch jetzt wollen sie nicht wieder warten. Um ihren Stimmen mehr Gewicht zu verleihen, haben sieben Campingplatz-Betreiber aus dem Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge jetzt eine Interessengemeinschaft gegründet. 15 waren angeschrieben worden, sagt Uwe Kleebaum vom Naturcampingplatz Bahra, der zu den Initiatoren gehört.

"Wir wollen die Interessen unserer Branche gegenüber dem Tourismusverband, den Gemeinde- und Stadträten sowie den Behörden stärken", sagt Kleebaum. Begründet wird das mit dem erheblichen Anteil an den Übernachtungszahlen und Gemeindesteuern, die man nicht nur in strukturschwachen und Randgebieten leiste. "Bei den touristischen und politischen Entscheidungen ist daher unbedingt auch die Stimme der Campingplatzbetreiber einzufordern."

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Die Campingplatzbetreiber wollen sich dazu besser vernetzen sowie Erfahrungen und Inhalte austauschen. Damit wurde bereits beim Gründungstreffen begonnen. Es kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus.

Erste Frage: Wie sichere Beherbergung ermöglichen?

In der aktuellen Corona-Notbremse gibt es keine Aussagen, wann unter welchen Bedingungen Campingplätze öffnen dürfen, wird kritisiert. Damit fehlt für diese eine Öffnungsperspektive. Deshalb die Frage: Welche Hygiene-Konzepte sind für eine sichere Beherbergung bei Lockerungen notwendig? Die Campingplätze seien gegenüber anderen Übernachtungsmöglichkeiten eine sichere Variante, heißt es. Damit wollen die Campingplätze keinen Kampf gegen die anderen touristischen Anbieter, sondern nur eine gleichberechtigte Beachtung.

Um die Interessen durchzusetzen, wird auch politischer Druck nicht ausgeschlossen. Wie der konkret aussehen könnte oder sollte, bleibt noch offen.

Zweite Frage: Wie Parken in den Griff bekommen?

Im vergangenen Sommer wurde das Parken, insbesondere von Wohnmobilen, zum Problem. Einige Kommunen reagierten schnell - entweder mit der Ausweisung von neuen Plätzen oder mit Strafen. Doch es gab ausreichend Stellen, wo trotzdem geparkt wurde, obwohl es verboten und zum Teil wegen zugestellter Zufahrten im Notfall sogar gefährlich geworden wäre. Die Campingplatzbetreiber haben eine Liste mit insgesamt 75 illegalen Stellplätzen zusammengetragen.

Nun stehen sie vor der Frage: Wie kann man das "wilde Campen" in regelkonforme Bahnen lenken, unterbinden, eindämmen und auch ahnden? Mit der Ausweisung neuer Flächen aus Sicht der Campingplatzbetreiber nicht, weil sie sich damit in ihrer Geschäftsgrundlage beschnitten sehen. Dass es eine kostenlose Konkurrenz ist, stimmt so in der Regel nicht, da es kaum noch kostenlose Plätze gibt. Das wilde Parken voriges Jahr hatte ja eine Ursache auch darin, dass die legalen Möglichkeiten ausgebucht waren. Die Antwort kann deshalb nur ein Kompromiss sein, der den Campern, der Natur, den Kommunen und Platzbetreibern entspricht.

Dieses Jahr könnte noch härter werden

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Das nächste Treffen der Interessengemeinschaft soll Ende Mai stattfinden. Dazu sind alle gewerblich gelisteten Campingplatz- und Caravan-Stellplatz-Betreiber in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eingeladen. Inzwischen gab es bereits erste Gespräche mit dem Tourismusverband und dem Bürgermeister von Bad Schandau. Die Zeit drängt, sagt Kleebaum. "Sonst wird dieses Jahr noch härter als 2020, weil auch Solidarität und der Unterstützungsgedanke fast verloren gegangen ist."

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