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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Neue Regeln für Demonstrationen, Kritik an Leipziger Schulstudie, EU bestellt Impfdosen, mehr Hilfen für Kultureinrichtungen. Ein Überblick.

Das Ordnungsamt ist in Dresden unterwegs. Auf der Prager Straße muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.
Das Ordnungsamt ist in Dresden unterwegs. Auf der Prager Straße muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. © Sven Ellger

Dresden. Die Zahl der Menschen in Sachsen, bei denen eine Corona-Infektionen nachgewiesen wurde, ist erneut gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag kamen 1.059 neue Fälle dazu, am Dienstag vergangener Woche wurden knapp 800 neue Fälle registriert. An oder mit einer Covid-19-Erkrankung sind seit Ausbruch der Pandemie 408 Menschen gestorben. 

1.278 Menschen befinden sich wegen einer Corona-Infektion derzeit in einem Krankenhaus, 266 davon auf einer Intensivstation. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner ist im gesamten Freistaat auf 168 gestiegen. Den höchsten Wert hat der Landkreis Bautzen mit 346.

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Obergrenze für Demonstrationen

Sachsens Regierung hat als Reaktion auf die Großdemonstration am Sonnabend in Leipzig die Corona-Verordnung angepasst. Beschlossen wurde am Dienstag, dass Demonstrationen in Zukunft nur noch mit maximal 1.000 Teilnehmern stattfinden dürfen. Dabei müssen Abstandsregeln eingehalten werden, auch eine Mund-Nase-Bedeckung ist für die Teilnehmer Pflicht.

Es sind unter freiem Himmel nur ortsfeste Kundgebungen gestattet, Aufzüge sind nicht erlaubt. In Ausnahmefälle sind auch mehr Teilnehmer erlaubt: Allerdings müssen dann mehr "technische und organisatorische Maßnahmen" getroffen werden, um das Infektionsrisiko zu senken. Welche das sind, entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter und die Versammlungsbehörden, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Dienstag. Bisher sieht die sächsische Corona-Schutzverordnung keine Begrenzung bei Versammlungen vor. Die neue Verordnung soll ab Freitag gelten.

Bei der "Querdenken"-Demonstrationen in Leipzig nahmen am Sonnabend mehr als 20.000 Menschen teil. Die Auflagen zum Schutz vor Corona wurde mehrheitlich nicht eingehalten.
Bei der "Querdenken"-Demonstrationen in Leipzig nahmen am Sonnabend mehr als 20.000 Menschen teil. Die Auflagen zum Schutz vor Corona wurde mehrheitlich nicht eingehalten. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Unterricht an meisten Schulen läuft weiter

Nach Angaben des Kultusministeriums vom Dienstag waren vom 2. bis zum 9. November Menschen an 170 von 1.374 öffentliche Schulen von nachgewiesenen Infektionen betroffen. Eine Schule musste vorübergehend wegen Corona geschlossen werden. In der ersten Novemberwoche wurden 75 Corona-Infektionen bei Lehrern sowie 130 bei Schülern registriert. Insgesamt befinden sich derzeit rund 1.100 Mädchen und Jungen in häuslicher Quarantäne - von insgesamt 413.000 Schülern an den öffentlichen Schulen. Für 99,7 Prozent der Schüler und damit für die meisten laufe der Unterricht unter Pandemiebedingungen weiter, so eine Sprecherin. 

Die Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen hat unterdessen für mehr Infektionsschutz in den Schulen plädiert. Die Ergebnisse der Studie des Universitätsklinikums Leipzig seien zwar erfreulich, aber kein Anlass zur Sorglosigkeit.

100 Millionen Impfdosen für Deutschland

Für Deutschland sollen nach einer Zulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech bis zu 100 Millionen Dosen des Serums zur Verfügung stehen. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Er erwarte einen schnellen Vertragsabschluss der EU-Kommission mit Biontech und seinem Partner Pfizer. Die Unternehmen hatten am Montag bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. 

Präsident der Sächsischen Landesärztekammer infiziert

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, ist am Montagabend positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne. Wie die Kammer am Dienstag mitteilt, zeige der 53 Jahre alte Allgemeinarzt zwar leichte Erkältungssymptome, werde seine Amtsgeschäfte aber von zu Hause aus weiterführen. 

Bodendieck ist der Lebensgefährte von Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU). Sie befindet sich wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in häuslicher Quarantäne, weil sie am vergangenen Freitag an einer Parteiveranstaltung in Chemnitz mit den beiden CDU-Vorsitzkandidaten Friedrich Merz und Norbert Röttgen teilgenommen haben. Auch Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) war dabei gewesen. Er wurde positiv auf Corona getestet. 

Erik Bodendieck, der Präsident der Landesärztekammer Sachsen, ist positiv auf Corona getestet worden.
Erik Bodendieck, der Präsident der Landesärztekammer Sachsen, ist positiv auf Corona getestet worden. ©  Ronald Bonss

Krise trifft Ausbildungsmarkt weniger stark als erwartet

95 Prozent der Jugendlichen hätten trotz aller Schwierigkeiten eine Ausbildung oder eine Alternative gefunden. Ende September gab es demnach 953 unversorgte Bewerber. Demgegenüber standen 2.282 freie Ausbildungsstellen.  "Die Ausbildung hat der Krise getrotzt", sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Die Vermittlung fand in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen statt, weil persönliche Beratung, Ausbildungsmessen und Unternehmenspraktika nur eingeschränkt möglich waren. Auch wenn das Minus weniger groß ausfällt als noch im Sommer angenommen, verbuchten Industrie- und Handelskammern sowie das Handwerk weniger neue Lehrverträge als noch im vergangenen Herbst.

Corona-Soforthilfen für mehr Kultureinrichtungen

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Sachsen weitet seine Corona-Soforthilfen für Kultureinrichtungen aus. Zum einen werde die Förderrichtlinie für Härtefälle in der Kultur bis Ende 2021 verlängert, teilte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) mit. Zum anderen solle das Programm auch für Einzelpersonen zugänglich werden, die Clubs und andere Spielstätten betreiben. Bei den Einzelunternehmern und Selbstständigen habe bisher eine Lücke geklafft. Der Zuschuss beträgt nach Angaben des Kulturministeriums in der Regel 10.000 Euro. In bestimmten Fällen könnten auch bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden. Das Geld muss über die Sächsische Aufbaubank SAB beantragt werden. 

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