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Der große Corona-Impfreport für Dresden

Wie viele Menschen sind geimpft? Wie viele könnten noch geimpft werden? Und wie viele Geimpfte haben sich trotz des Schutzes infiziert? Die Zahlen im Überblick.

Das Impftempo nimmt ab. Auch in Dresden.
Das Impftempo nimmt ab. Auch in Dresden. © Michael Kappeler/dpa (Symbolbild)

Dresden. Impfungen werden als Schlüssel zur Rückkehr in ein Leben ohne Lockdown gesehen. Dafür ist es aber nötig, dass sich viele Menschen impfen lassen - was nun auch für Kinder ab zwölf Jahren möglich ist. Diese Altersgruppe nutzt die Impfangebote in Dresden zunehmend, was auch daran liegen könnte, dass sich Zwölf- und Dreizehnjährige seit 9. August ihre Spritze im Impfzentrum geben lassen können.

Dort, in der Messe, sind vom 9. bis 12. August insgesamt 340 Menschen unter 18 Jahren geimpft worden, etwa 85 nutzen das Angebot pro Tag. In der Woche davor waren es im Schnitt 60 Minderjährige täglich, die sich impfen ließen. Das lege die Vermutung nahe, dass die erhöhte Nachfrage mit der Öffnung der Impfzentren für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zusammenhängt, teilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit. Aber wie sieht es über alle Altersgruppen hinweg aus? Das ist der große Impfreport für Dresden.

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Die Impfquote: Dresden liegt im Mittelfeld

Von Anfang an durften sich Impfwillige aussuchen, wo sie sich impfen lassen. Wer etwa in Dresden keinen Termin bekam, konnte auf das Umland ausweichen - nach Pirna, Kamenz oder Löbau zum Beispiel. Dasselbe passierte umgekehrt. Sprich: Es liegen zwar Zahlen dazu vor, wie viele Menschen in Dresden geimpft wurden. Wie viele Dresdner eine Impfung erhalten haben, kann das Sozialministerium jedoch nicht sagen. Daher sind die behördlich ermittelten Impfquoten für die Landkreise und die kreisfreien Städte mit Vorsicht zu betrachten. Sie zeigen lediglich eine Tendenz zur Impfbereitschaft.

Dresden ordnet sich dabei im Mittelfeld ein. Gemessen an der Zahl aller Einwohner wären den Berechnungen des Ministeriums zufolge knapp 46 Prozent der Menschen hier vollständig geimpft. Die Landeshauptstadt liegt damit hinter Chemnitz (57 Prozent) und Leipzig (50 Prozent). Ganz vorn befindet sich der Vogtlandkreis. Das ist durchaus plausibel, da dort aufgrund der hohen Infektionszahlen im Winter und Frühjahr Sonderimpfaktionen gestartet worden waren. Die niedrigsten Impfquoten sind für den Erzgebirgskreis (38 Prozent) und den Landkreis Bautzen (39 Prozent) ermittelt worden.

Doch wie gesagt, der Impfort unterscheidet sich unter Umständen vom Wohnort des Geimpften. "Eine valide Aussage über die Durchimpfung der Bevölkerung in einem bestimmten Landkreis ist damit nicht möglich", so das Sozialministerium. Darüber hinaus wird derzeit darüber spekuliert, wie vollständig die Impfstatistik überhaupt ist.

Das Impfpotenzial: Hunderttausende könnten sich noch impfen lassen

Wie viele Menschen in Dresden könnten theoretisch geimpft werden? Diese Frage lässt sich nur annähernd genau beantworten. Ein Versuch: Laut Stadtverwaltung lebten Ende Juni 560.361 Menschen in Dresden. Weil für Kinder bis zu elf Jahren keine Impfempfehlung existiert, müssen diese herausgerechnet werden. Es bleiben 493.571 potenzielle Impflinge übrig. Davon sollten 8.617 über 18-Jährige zumindest aktuell nicht geimpft werden, weil sie in den vergangenen sechs Monaten eine Corona-Infektion durchgemacht haben. Macht 484.954.

Die tatsächliche Zahl der impffähigen Einwohner wird jedoch niedriger liegen, da es eine Reihe von Menschen gibt, die keine Impfung erhalten sollten. Schwangere gehören im Allgemeinen dazu. Das RKI rät ihnen derzeit nicht zu einer Immunisierung, sollten keine Vorerkrankungen vorliegen. Abwägen müssen Patienten auch, wenn sie eine Krebserkrankung haben.

Das Impftempo: Gebremst, aber kein Stillstand

Bis einschließlich Samstag sind in der Stadt 277.506 Erstimpfungen sowie 261.355 Zweit- und Einmalimpfungen (Impfstoff von Johnson & Johnson) durchgeführt worden, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Das Tempo bei den Erstimpfungen liegt aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie im März. Im Impfzentrum, bei den Haus- und Betriebsärzten sowie durch die mobilen Teams sind in der vergangenen Woche rund 3.700 Dosen verabreicht worden. Darüber hinaus haben 6.190 Menschen ihre Zweitimpfung beziehungsweise die Einmalimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson erhalten. Zum Vergleich: Mitte Juni sind etwa dreimal so viele Impfungen in Dresden durchgeführt worden.

Teenager und Jugendliche: Das Impf-Interesse wächst

Auch Zwölf- und Dreizehnjährige dürfen sich seit vergangener Woche im Impfzentrum mit einem mRNA-Vakzin impfen lassen. Seit dem 9. August steigt die Zahl der Impfungen in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen: So haben in Dresden bis zum Samstag 442 Teenager und Jugendliche ihren ersten Piks bekommen - eine Steigerung um zehn Prozent innerhalb von nur wenigen Tagen. Insgesamt, so muss man festhalten, sind in der Landeshauptstadt bisher jedoch vergleichsweise wenige junge Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Laut RKI erhielten bislang 4.531 ihre Erstimpfung, 3.625 gelten als vollständig geschützt. Zum Vergleich: In ganz Dresden leben 28.604 Kinder und Jugendliche in dieser Altersgruppe.

"Zur generellen Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren sind die Daten aus den USA und Israel zur individuellen und auch epidemiologischen Nutzen-Risiko-Abwägung eingeflossen", so die Sächsische Impfkommission, die zu der Impfung rät. "Hier überwiegt der Nutzen eindeutig das Risiko adverser Reaktionen." Gemeint sind unter anderem Herzmuskelentzündungen, die insbesondere bei jüngeren, männlichen Geimpften beobachtet werden. Die Kommission spricht von bis zu 70 Fällen pro 1.000.000 vollständig Geimpfter.

An diesem Montag hat auch die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung geändert und spricht sich nun für eine Corona-Impfung für alle ab 12 Jahren aus.

Ältere: Bessere Impfquote bei Senioren

Geht man davon aus, dass die meisten Älteren keine weiten Wege auf sich genommen haben und in Dresden geimpft wurden, so sieht die Quote hier deutlich besser aus. Das RKI zählte bis zum Samstag mehr als 113.000 vollständige Immunisierungen. Bei reichlich 153.000 in Dresden lebenden über 60-Jährigen wäre das eine Impfquote von rund 74 Prozent. Das Interesse bei den Verbleibenden nimmt inzwischen jedoch zusehends ab.

Um vor allem die breite Masse - die 18- bis 59-Jährigen - zu erreichen, die noch nicht einmal eine Impfung erhalten haben, setzen Stadt und DRK seit einigen Wochen auf Impfungen in Einkaufszentren, Parks und Ämtern. So können sich Elbepark-Kunden am Freitag und Samstag, 20. und 21. August, sowie am Montag, 23. August, bei ihrer Shoppingtour impfen lassen. Im ersten Obergeschoss des Centers wird jeweils zwischen 10 und 18 Uhr das Biontech-Pfizer-Vakzin angeboten. 60-Jährige können sich auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson entscheiden. Ein Termin wird nicht benötigt. Die Krankenkarte und den Personalausweis muss man jedoch dabeihaben. Weitere Angebote sind bereits geplant.

Auch das Impfzentrum in der Dresdner Messe bleibt erst einmal geöffnet. Für die nächsten zwei Wochen gibt es dort noch mehr als 800 freie Termine (Stand Montagnachmittag).

Impfdurchbrüche: Mehrheit mit leichten Symptomen

Dass kein Impfstoff zu 100 Prozent schützt, ist bekannt. Das gilt auch für die Corona-Impfstoffe. Das Sächsische Sozialministerium hat bis Ende Juni in Dresden 83 nachgewiesene Impfdurchbrüche gezählt. Das heißt, vollständig geimpfte Menschen haben sich trotzdem infiziert. Das entspricht 0,05 Prozent aller bis dahin in Dresden geimpften Menschen.

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50 von ihnen verspürten Symptome, acht davon hatten so starke gesundheitliche Probleme, dass sie ins Krankenhaus mussten. Todesfälle sind dem Ministerium zumindest für Dresden nicht bekannt. Sachsenweit sind 793 Impfdurchbrüche registriert worden. Zwölf vollständig Geimpfte starben im zeitlichen Zusammenhang mit der Infektion. Alle bis auf einen waren 80 Jahre und älter, wie eine Anfrage der AfD im Sächsischen Landtag ergab.

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