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Ohne Schnelltest zur Besichtigung

Die Corona-Kontaktbeschränkungen gelten auch zu Hause. Doch manchmal sind sie nur schwer einzuhalten - und plötzlich stehen fünf Fremde in der Wohnung.

Wäre doch angemessen: zur Wohnungsbesichtigung derzeit nur nach negativem Schnelltest.
Wäre doch angemessen: zur Wohnungsbesichtigung derzeit nur nach negativem Schnelltest. © Karl-Josef-Hildebrand/dpa

Dresden. Die Wohnung ist gekündigt, schon seit etwa drei Wochen wird per Anzeige ein Nachmieter gesucht. Frei sei sie genau ab dem Tag nach Ablauf der Kündigungsfrist, steht in der Anzeige. Sie wird durch den Mieterwechsel teurer, das ist auf dem Wohnungsmarkt derzeit keine Überraschung. Trotzdem finden sich Interessenten. Sie sind bereit, die höhere Miete zu zahlen und freuen sich vielleicht auf die Möglichkeit, künftig mitten im Trubel zu wohnen. Denn Trubel ist in diesem Dresdner Viertel immer vor der Tür. Vorausgesetzt, es ist nicht gerade Corona-Lockdown mit geschlossenen Kneipen, Ausgangssperre nachts und Kontaktbeschränkungen.

Trotzdem meldet sich der Wohnungsverwalter an. Er will potenzielle Nachmieter durch die Räume führen, die zu dieser Zeit noch voll bewohnt sind. Bis zur Ankunft des Möbelwagens sind es noch knapp vier Wochen. Was also tun, die Lockdown-Regeln besagen, dass man nicht mehr als eine Person aus einem anderen Haushalt treffen darf. Der Verwalter plus der potenzielle Neumieter sind schon mal zwei Personen aus fremden Haushalten. Andererseits: Der Wohnungsverwalter muss ja auch seine Arbeit tun und weil ich weiß, wie gut es tut, nach mehreren Besichtigungen die passende Wohnung gefunden zu haben, sage ich zu.

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Dass bei diesem Besuch Masken getragen werden und die Abstandsregel gilt, wissen die zwei Besucher. Aber eigentlich setze ich voraus, dass sie jetzt auch negative Schnelltests vor solch einem Besuch machen.

Das haben sie nicht gemacht, musste ich feststellen. Und es kamen auch nicht nur der Verwalter und der potenzielle Nachmieter, in diesem Fall eine Nachmieterin, es kamen auch deren Freund und ihre Eltern. Fünf Fremde in der Wohnung wenn auch nur für kurze Zeit. Schön ist anders - und richtig wohl auch.

Nun hoffe ich sehr, dass sich die junge Frau für diese Wohnung entschieden hat und auch den Zuschlag bekommt. Denn noch einmal möchte ich ein solches Begängnis nicht haben. Schließlich ist es schon ohne Corona kein reines Vergnügen, Fremden sein Wohnzimmer, sein Bad und sein Schlafzimmer zu zeigen. Mit Corona ist es ganz und gar unmöglich, solange ich nicht mehr als einen Freund zu mir nach Hause einladen darf, weil das Gesetz es so will.

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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