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Dresdner Schulen bereiten sich auf Schließung vor

Ab Montag lernen die Schüler wegen des Corona-Lockdowns wieder daheim. Für wen es Notbetreuung gibt und wie der Unterricht zu Hause funktioniert.

Ab Montag müssen die Dresdner Schüler daheim lernen. Lehrer und Kinder bereiten sich auf die häusliche Lernzeit vor.
Ab Montag müssen die Dresdner Schüler daheim lernen. Lehrer und Kinder bereiten sich auf die häusliche Lernzeit vor. © SZ/Uwe Soeder

Dresden. Vier Wochen nicht zur Schule - was viele Kinder und Jugendliche sicherlich mit großer Freude aufgenommen haben, stellt Eltern und Lehrer erneut vor eine enorme Herausforderung. Ab Montag sind die Dresdner Schulen weitgehend geschlossen, die Schüler müssen daheim lernen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Gibt es eine Notbetreuung an den Schulen?

Obwohl kein normaler Unterricht an den Schulen stattfindet, wird es ab Montag an den Einrichtungen eine Notbetreuung geben. Damit soll sichergestellt werden, dass etwa im Lebensmittelhandel und in der medizinischen Versorgung genug Personal zur Verfügung steht.

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Welche Berufsgruppen das konkret betrifft, kann das Kultusministerium noch nicht sagen. "Auch wir würden lieber heute als morgen oder nicht erst am Freitag informieren. Aber es geht leider nicht", so Sprecherin Susanne Meerheim mit Blick auf die neue Corona-Verordnung, die am Freitag beschlossen wird.

Sicher ist aber, dass Eltern, die als medizinisches Personal, bei der Feuerwehr, in Supermärkten und Apotheken arbeiten, ihre Kinder betreuen lassen können. "Das Verfahren wird wie im Frühjahr aussehen. Über ein Formblatt werden die Eltern einen Nachweis über die berufliche Tätigkeit für Notbetreuung ausfüllen und vom Arbeitgeber bestätigen lassen müssen", so Meerheim. Anspruch auf Notbetreuung gibt es aber nur, wenn beide Eltern oder ein Alleinerziehender einer systemrelevanten Berufsgruppe angehören.

Wie wird die häusliche Lernzeit vorbereitet?

Ab Montag dürfen auch die Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums sowie deren Eltern das Schulgelände und die Gebäude nicht mehr betreten. An Gymnasien wird keine Notbetreuung eingerichtet. Die Schüler sollen in allen Fächern Aufgaben bekommen, so die Schulleitung. In den Fächern Kunst, Musik, Sport, Informatik und Profil soll es Angebote geben und der Aufgabenumfang dem sonstigen Stundenplan entsprechen.

Alle Fachlehrer sollen Online-Präsenzzeiten in Form von Chats oder Videokonferenzen anbieten. Die Fächer Mathematik und Deutsch finden je zwei Unterrichtsstunden statt, alle anderen Fächer jeweils eine Unterrichtsstunde pro Woche. Die Zeiten orientieren sich an den Unterrichtsstunden laut Stundenplan, die Lehrer informieren die Schüler, wann sie online sein werden. Die Online-Präsenzzeit versteht sich als Angebot für die Schüler. Für die Fächer Kunst, Musik, Sport, Informatik und Profil wird es keine Onlinepräsenz geben.

Viele Grundschulen in Dresden arbeiten nicht über digitale Plattformen, sondern geben den Eltern Kopien von Arbeitsblättern und andere Aufgaben mit nach Hause. Zunächst betrifft das die kommende Woche, Anfang Januar folgen die Aufgaben für die weiteren Tage. Das wird unter anderem an der 95. Grundschule in Laubegast und an der 103. Grundschule in der Dresdner Neustadt so geregelt.

Wie viele Infektion gibt es aktuell an Dresdner Schulen?

Weder das Landesamt für Schule und Bildung noch das Kultusministerium können Zahlen konkret für Dresden liefern. Sachsenweit sind aktuell laut Kultusministerium 1.738 Lehrer und damit 5,1 Prozent der insgesamt 34.000 sächsischen Lehrer in Quarantäne. Diese Anordnung gilt auch für 26.261 und damit 6,4 Prozent der insgesamt 413.000 Schüler in Sachsen. Allerdings zeigen einige Beispiele aus Dresden, wie ernst die Situation derzeit in einigen Einrichtungen ist.

So sind nicht alle Schulen in der Lage, den Unterricht bis zum Freitag in den Klassenzimmern abzusichern, darunter die 102. Grundschule "Johanna" in der Dresdner Johannstadt. Dort könne man aufgrund der personellen Situation die Kinder seit Mittwoch nur noch aus der Ferne zu Hause unterrichten, heißt es in einer Mitteilung an die Eltern.

Die Schulleitung hat eine Notbetreuung organisiert für Kinder, deren Eltern aus beruflichen Gründen nicht selbst zu Hause bleiben und aufpassen können. Dafür wird allerdings ein Arbeitgeber-Nachweis verlangt. 290 Schüler und 20 Lehrkräfte zählte die 102. Grundschule im vergangenen Schuljahr.

Engpässe meldet auch das Gymnasium Bürgerwiese. Dort sind ebenfalls am Mittwoch mehrere Klassen nach Hause geschickt worden. Fast alle Lehrer würden sich wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen, teilte Schulleiter Jens Reichel mit. Der letzte Test sei bei mehreren Lehrern und Lehrerinnen positiv ausgefallen, sodass als Vorsichtsmaßnahme der Unterricht bei einigen Klassen ab sofort als häusliche Lernzeit gestaltet werde. Die positiv getesteten Lehrer zeigten aktuell keine Symptome, so Reichel am Mittwoch.

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Wie viele Laptops können Schulen zur Verfügung stellen?

Längst nicht jeder Dresdner Schüler hat daheim die entsprechende Technik, um in der häuslichen Lernzeit, die in der kommenden und der ersten Januarwoche gilt, mit digitalen Lernprogrammen zu arbeiten. Deshalb hatte der Bund im Frühjahr ein Förderprogramm aufgelegt, um Schülern Laptops zur Verfügung stellen zu können.

So konnten in diesem Jahr insgesamt 5.208 Notebooks für die städtischen Schulen in Dresden neu angeschafft werden, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit. In dieser Zahl sind 4.300 Notebooks, die im Rahmen der Umsetzung der Mobile-Endgeräte-Verordnung beschafft wurden, bereits enthalten. Die Geräte wurden im November geliefert und verteilt. Weitere Anschaffungen im Dezember seien derzeit nicht geplant.

Familien, die einen Laptop benötigen, teilen das der Schulleitung mit. Bereits im November konnte unter anderem die 145. Oberschule in Pieschen, an der es so viele Corona-Infektionen gab, dass gleich elf Klassen daheim in Quarantäne bleiben mussten, 15 Schüler mit der Technik ausstatten.

Funktioniert die digitale Plattform Lernsax?

Immer wieder berichten Schulen, vor allem Dresdner Grundschulen, dass die Plattform Lernsax noch nicht richtig funktioniere. Dort sollen Lehrer die Aufgaben für die Fächer einstellen und die Schüler sie lösen.

In den vergangenen Monaten haben sich die Schulen auf den Umgang mit der Technik vorbereitet, Schüler und Lehrer wurden eingearbeitet. An der 145. Oberschule wurde sogar ein Leitfaden erstellt, der den Eltern und Schülern Schritt für Schritt erklärt, wie die digitale Plattform genutzt werden muss.

Dennoch läuft die Technik nicht immer so wie gewünscht. Auch zuletzt hatten Schüler immer wieder Schwierigkeiten damit. Das hat allerdings einen anderen Hintergrund, als viele vermuten. Susann Meerheim vom Kultusministerium bestätigt, dass es Probleme mit der Plattform gibt, diese aber nichts mit einer möglichen Überlastung zu tun haben. "Das hängt nicht mit dem Server oder der Funktionsfähigkeit von Lernsax zusammen, sondern mit einem kriminellen Hackerangriff. Wir haben ihn schon beseitigt, jetzt ist der Zugang wieder möglich. "

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