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Welche Dresdner Feste finden 2021 statt?

Sachsen ist in Lockerungsstimmung - große Feste dürfen unter Auflagen endlich wieder stattfinden. Was planen die Stadtfest-Macher & Co.? Ein Überblick.

Das Stadtfest soll 2021 wieder stattfinden, diesmal aber nicht im Sommer.
Das Stadtfest soll 2021 wieder stattfinden, diesmal aber nicht im Sommer. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Kein Stadtfest, keine Bunte Republik Neustadt, kein Oktoberfest: 2020 mussten die Dresdner auf viele kulturelle Höhepunkte verzichten. Das soll sich nicht noch einmal wiederholen. Die neue Corona-Schutzverordnung macht auch große Volksfeste wieder möglich. Aber lassen sich die großen Sausen so schnell noch auf die Beine stellen? Womit die Dresdner 2021 rechnen können und was definitiv ausfallen wird - ein Überblick.

Das Dresdner Stadtfest

"Sichert euch dieses Datum", schreiben die Stadtfestorganisatoren auf Facebook und werben für einen Zeitraum, der für viele Dresdner ungewohnt sein dürfte - den 1. bis 3. Oktober dieses Jahres. Die größte Party des Jahres war bereits vor einem Monat von August auf das Feiertagswochenende im Oktober verschoben worden, da nicht klar war, ob und unter welchen Voraussetzungen Dresdens größte Party stattfinden kann.

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Das Ob ist inzwischen geklärt. Laut neuer Corona-Schutzverordnung sind bei anhaltend niedriger Inzidenz auch Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern wieder erlaubt. Bleiben die Corona-Zahlen also niedrig, stünde dem Stadtfest nichts mehr im Wege.

Unter welchen Bedingungen gefeiert werden darf, ist dagegen noch unsicher. Nach der aktuell gültigen Verordnung müssten die Organisatoren von jedem Ungeimpften und Nicht-Genesenen ein negatives Testergebnis am Einlass fordern. Darüber hinaus müsste sich jeder Besucher vorab eine Karte sichern. Ob diese Regeln auch noch im Oktober gelten, ist unklar. Die Verordnung gilt zunächst bis Ende Juni.

"Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Szenarien, angepasst an das eventuell dann vorherrschende Pandemieverhalten", sagte Rodney Aust, der künstlerische Leiter des Stadtfestes vor etwa einem Monat. Sicher sei, dass es in diesem Jahr noch kein Stadtfest geben werde, wie wir es noch aus 2019 kennen. "Jedoch bemühen wir uns, den pandemischen Gegebenheiten angepasst, ein nahezu identisches Format zu kreieren."

Die Filmnächte am Elbufer

Die Filmnächte am Elbufer starten planmäßig am 1. Juli. Dann werden täglich bis zum 5. September Filme über die riesige Leinwand am Königsufer flimmern. Das sind 66 Veranstaltungstage. Die neue Corona-Schutzverordnung mache allerhand möglich, sagt Sprecherin Daniela Möckel. Nun werde noch am Hygienekonzept gefeilt, das nach wie vor Pflicht ist. Selbst, wenn Testergebnisse und Impfnachweise am Einlass kontrolliert werden müssten. Den Aufwand sei es wert. "Das ist ein Herzensprojekt, das machen wir möglich."

Ob Kaisermania mit Roland Kaiser in vollem Umfang möglich sein wird, kann Möckel noch nicht sagen. "Wir sind nicht der Veranstalter und selbst auf Informationen angewiesen. Diese werden bald kommen. Wir hoffen natürlich, dass wir Kaisermania möglich machen können."

Elbwiesen-Reinigung im kleinen Rahmen: Das Filmnächte-Team sowie Skiweltcup-Organisator René Kindermann haben am Sonnabend das Königsufer von Müll befreit. Leere Sektflaschen und Konservendosen lagen unter anderem in dem hohen Rasen. Die Mülltüten füllten
Elbwiesen-Reinigung im kleinen Rahmen: Das Filmnächte-Team sowie Skiweltcup-Organisator René Kindermann haben am Sonnabend das Königsufer von Müll befreit. Leere Sektflaschen und Konservendosen lagen unter anderem in dem hohen Rasen. Die Mülltüten füllten © René Meinig

Gesichert ist dagegen schon die Dirty-Dancing-Night, die am 24. Juli stattfinden wird. Neben allerhand Filmen, darunter The Big Lebowski, Findet Nemo und Der Rausch, werden auch mehrere Künstler am Elbufer auftreten. Helge Schneider schaut genauso vorbei wie Anna Mateur & The Beuys. Die Dresdner Philharmonie hat sich gleich vier Tage gesichert. EM-Spiel-Übertragungen sind hingegen nicht geplant.

Der Striezelmarkt

Für den Striezelmarkt sind bereits die ersten Entscheidungen getroffen worden. So soll Dresdens größter und Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt stattfinden und sogar verlängert werden. Der Stadtrat hat entschieden, dass es bereits am 22. November losgehen wird, also am Montag nach dem Totensonntag. "Die Eröffnung des Striezelmarktes einige Tage früher soll allen beteiligten Händlern und Schaustellern die Möglichkeit geben, zusätzlichen Umsatz zu generieren und ihre wirtschaftliche Situation nach dem katastrophalen Jahr 2020 wieder zu verbessern", sagt die FDP-Fraktion, die den Vorschlag unterbreitet hatte.

Dieselbe Regelung hat der Stadtrat auch für die thematischen Weihnachtsmärkte beschlossen. So dürfen unter anderem auch die Märkte auf dem Postplatz und dem Neumarkt bereits am 22. November öffnen.

Da niemand weiß, wie sich die Pandemie bis zum Winter entwickeln wird, ist Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ermächtigt worden, im Fall der Fälle die Zahl der Striezelmarkt-Händler zu verringern, sofern dies rechtlich nötig wäre, damit der Markt überhaupt stattfinden kann.

Die Bunte Republik Neustadt (BRN)

Traurige Nachrichten gibt es hingegen für das BRN-Fest in der Dresdner Neustadt. "Die Zeit hat leider in diesem Jahr nicht gereicht, etwas zu organisieren", sagt Ulla Wacker, die das Fest seit Jahren mit koordiniert, aber nicht als Veranstalter fungiert. Es sei lange nicht abzusehen gewesen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Sonst fand das Kiez-Fest immer am dritten Juni-Wochenende statt.

Der Schaubudensommer

In diesem Jahr wird wieder ein Schaubudensommer stattfinden. Das bestätigt der künstlerische Leiter Helmut Reader nun noch einmal auf SZ-Anfrage. Das Festival mit Straßentheater und -musik wird vom 3. bis 5. August im Freien auf der Hauptstraße zwischen Albertplatz und Goldenem Reiter stattfinden.

"Das Programm ist inzwischen so gut wie fertig", verrät Raeder. In den kommenden Tagen will er es auf der Internetseite des Schaubudensommers veröffentlichen. Hintergrund für den Ortswechsel aus der Äußeren in die Innere Neustadt ist der zur Verfügung stehende Platz. Anstatt vieler kleiner enger Buden setzen die Veranstalter nun auf größere Flächen, auf denen die Zuschauer genug Abstand halten können.

Tickets gibt es diesmal nicht, Dresdner und Touristen können kostenlos zuschauen. "Wir bitten das Publikum, Geld mitzubringen, um die Hüte der Künstler kräftig mit Münzen und Scheinen zu befüllen."

Das Pichmännel-Oktoberfest

Vergangenen Oktober musste das Pichmännel-Fest gestrichen werden. Im April wollte es Feldschlößchen als Veranstalter nachholen. Doch auch das war nicht möglich. Jetzt ist ein neuer Termin gefunden worden. Nun soll die Sause vom 23. September bis zum 9. Oktober im Ostragehege steigen. An diesem Plan werde auch festgehalten, sagte Marketingleiter Frank Haase am Montag. Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft
Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft © Christian Juppe (Archiv)

Das Hochlandfest

Es wird in diesem Jahr voraussichtlich kein Hochlandfest in Schönfeld geben. Das schreibt die stellvertretende Ortsvorsteherin Manuela Schreiter in einer Vorlage an die Ortschaftsräte. Sie spricht von Problemen mit "fristgerechter Antragstellungen bei den verschiedensten Fachämtern, der bisher geringen Händlerresonanz, der unklaren Preisentwicklung in den Bereichen Bühnen- und Veranstaltungstechnik, Wasser- und Elektroinstallation und einem offensichtlichen Missverhältnis der Veranstaltungskosten."

Erstmals in der 24-jährigen Geschichte des Festes beschloss der Ortschaftsrat im Mai 2020, dass unter den geltenden Bedingungen und mit Blick auf die Corona-Situation das Fest nicht stattfinden sollte. Gleichzeitig habe Hoffnung bestanden, dass bereits im Jahr 2021 an die unvergessenen Veranstaltungen angeknüpft werden kann.

"Dabei ging es immer um eine ausgewogene Mischung aus Kultur, Unterhaltung, Markttreiben und Beköstigung. Mit heutigem Stand muss der Realität ins Auge geblickt werden", so Schreiter. Aufgrund des anhaltenden Lockdowns konnte dem Ortschaftsrat nicht wie im Beschluss aus 2019 zugesichert, bis zum 30. April die Konzeption vorgestellt werden. "Vielmehr musste abgewartet werden, welche Entscheidungen mit Blick auf die Veranstaltungsbranche seitens der Bundes-, Landesregierung und zuletzt des Oberbürgermeisters getroffen werden", betont sie.

Das Prohliser Herbstfest

Nachdem das Prohliser Herbstfest im vergangenen Jahr nur in einer abgespeckten Version auf dem Gelände des Pahlitzschhofes stattfinden konnte, ist Petra Nikolov, Vorsitzende des Heimatvereins Prohlis, momentan guter Dinge, dass die Veranstaltung in diesem Jahr in gewohntem Umfang rund um das Prohliszentrum stattfinden kann. Die Agentur Schröder sei mit der Planung beschäftigt, um das Herbstfest vom 17. bis 19. September auf die Beine zu stellen.

Wie genau das Fest ablaufen wird, hänge von der Corona-Verordnung ab, die dann gilt. "Wir haben alle Verträge, etwa mit den Künstlern, so abgeschlossen, dass niemand einen allzu großen Schaden erleidet, sollte das Herbstfest doch noch abgesagt werden müssen", so Nikolov. Das Besondere in diesem Jahr: Nicht nur das Herbstfest selbst feiert mit der 30. Veranstaltung ein rundes Jubiläum, auch das Prohliszentrum wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. "Wir werden uns für das Jubiläumsjahr besondere Überraschungen einfallen lassen."

Das Stadtteilfest St. Pieschen

Bereits im Februar hatten die Veranstalter das Stadtteilfest St. Pieschen abgesagt, das traditionell Anfang Juni steigt. "Unter den derzeitigen Bedingungen sind wir nicht in der Lage, das Stadtteilfest Sankt Pieschen 2021 zu planen und durchzuführen." Im Normalfall benötige der Verein ein Jahr Vorlauf für die Planung des Festes, dazu komme das finanzielle Risiko, sollte das Fest ausfallen müssen.

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Dem sind die Organisatoren mit ihrer eigenen Absage zuvor gekommen, stellen aber einen neuen Versuch von 3. bis 5. Juni 2022 in Aussicht. In diesem Sommer soll zumindest eine kleine Konzertreihe, die in Zusammenarbeit mit der Laurentiusgemeinde der Markuskirche auf die Beine gestellt wird, für etwas Kultur im Stadtteil sorgen. Zudem gibt es vom Verein die Idee, an einem Sonntag am Ende dieses Sommers ein kleines Kinderfest zu organisieren.

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