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Corona: Welche Feste in Dresden stattfinden

Hechtfest, Dixieland und die BRN wurden bereits abgesagt. Hoffnungen gibt es aber für die Dresdner Musikfestspiele. Welche Feste noch weiter geplant werden.

Das Dresdner Festspielorchester probt im leeren Kulturpalast für die Musikfestspiele.
Das Dresdner Festspielorchester probt im leeren Kulturpalast für die Musikfestspiele. © Oliver Killig

Dresden. Die 44. Dresdner Musikfestspiele hätten eigentlich im Mai stattfinden sollen. Auf Grund der gegeben Umstände haben die Veranstalter das Programm nun aber auf das gesamte Jahr verteilt. Demnach werde es Ende Mai musikalische Events geben - nur eben online.

Die Musikfestspiele beginnen am 24. Mai zunächst mit einer Streamingwoche. Zur Eröffnung präsentiert das Dresdner Festspielorchester unter der Leitung von Daniele Gatti einen zweiteiligen Zyklus aller Sinfonien von Robert Schumann. Auch die Verleihung des Glashütte Original Musik-Festspiel-Preises findet digital statt.

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Im Juni hoffen die Veranstalter auf eine abgespeckte Version. Intendant Jan Vogler will, sollte es das Infektionsgeschehen zulassen, ein kleines Open-Air-Fest veranstalten. Weitere musikalische Höhepunkte des 44. Festspieljahrgangs hat der Intendant bereits in den Herbst verlegt.

Hechtfest erst wieder 2022

Das Hechtfest fällt dieses Jahr aus.
Das Hechtfest fällt dieses Jahr aus. © Archiv: René Meinig

Das Hechtfest fällt diesen Sommer aus. "Liebe Anwohner, Freunde, Händler, Mitwirkende und Gäste des Hechtfestes, wir müssen euch leider mitteilen, dass es uns auch dieses Jahr nicht möglich ist, ein Hechtfest zu planen und durchzuführen", teilen die Verantwortlichen des Stadtteilfestes in der Neustadt am 25. April auf ihrer Website mit.

Nach der letztjährigen Absage hätten die Hoffnungen auf diesem Jahr gelegen, aber durch die behördlichen Auflagen sähen die Veranstalter keine Möglichkeit, das Straßenfest in irgendeiner Form auszurichten. "Wir hoffen, euch spätestens im nächsten Jahr wieder im schönen Hechtviertel begrüßen zu dürfen", so die Organisatoren.

Welche Feste aufgrund der Pandemielage noch abgesagt wurden und mit welchen weiter geplant wird. Der große Überblick.

Pichmännel-Oktoberfest Ende September

Auch das Pichmännel-Oktoberfest musste verschoben werden. Bis zum letzten Moment hätten die Macher die Hoffnung nicht aufgeben wollen, erklärte die Feldschlößchen Vertriebsgesellschaft mbH Anfang April. "Aufgrund der aktuellen Sächsischen Corona-Schutzverordnung (...) ist es uns leider nicht möglich, das Fest vom 8. bis 24. April wie lange geplant zu feiern."

Stattdessen soll die Sause nun vom 23. September bis 9. Oktober im Ostragehege steigen. Dieser Zeitraum war bereits im vergangenen Jahr als Ausweichoption ins Auge gefasst worden.

Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft
Für das Pichmännel-Oktoberfest wurden bereits Tausende Tickets verkauft © Christian Juppe (Archiv)

"In der aktuellen Situation ist es einfach nicht möglich, diese Veranstaltung mit bis zu 3.500 Gästen am Abend in ihrer bekannten und beliebten Art und Weise durchzuführen", sagte Marketingleiter Frank Haase. Beim Oktoberfest gehe es um "geselliges Beisammensein und unbeschwerte Ausgelassenheit".

Auch diesmal gilt: Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. "Wir können es kaum erwarten, das achte Pichmännel-Oktoberfest in gewohnter Manier mit den Fans zu feiern", heißt es.

Flottenparade abgesagt

Für Dampferfans gab es bereits Ende März eine traurige Nachricht: Wie die Sächsische Dampfschiffahrt auf Facebook mitteilte, musste die Flottenparade, die traditionell am 1. Mai hätte stattfinden sollen, auch in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Allerdings müssen sich die Freunde der Dampfschifffahrt nicht allzu lange gedulden, denn das Spektakel soll - nach derzeitiger Planung - am 5. Juni stattfinden. "Wir hoffen sehr, dass wir dann endlich wieder den Fahrbetrieb aufnehmen und mit euch gemeinsam in eine wundervolle Saison starten können!", schreibt das Unternehmen.

Schaubudensommer auf der Hauptstraße

Eine freudige Nachricht gab es Ende März für Kunst- und Kulturfreunde: In diesem Jahr wird wieder ein Schaubudensommer stattfinden. Die Macher kündigten bei Facebook an, dass das Festival vom 3. bis 5. August im Freien auf der Hauptstraße zwischen Albertplatz und Goldenem Reiter stattfinden soll.

Auf Anfrage von Sächsische.de gab der Erfinder und künstlerische Leiter, Helmut Raeder, weitere Einblicke zum Konzept und zum geplanten Ablauf. "Wir werden für drei Tage auf der Hauptstraße ein Open-Air-Theaterfest zelebrieren", sagte Raeder.

Der Grund: "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon ausgehen, dass wir uns im Sommer in kleinen Buden stapeln können", so Raeder. Deshalb habe man der Stadt Dresden ein Konzept vorgelegt, von dem alle "sehr angetan gewesen sind".

Das kulturelle Leben müsse weitergehen. Raeder hofft, dass mit dem neuen Veranstaltungsort auch mögliche Touristen auf den Schaubudensommer aufmerksam werden und die Künstler vor Ort finanziell unterstützen.

Denn der Schaubudensommer 2021 werde - anders als im Normalfall - auf Spendenbasis funktionieren. Tickets gibt es deshalb diesmal nicht, jeder Dresdner kann kostenlos zuschauen. "Wir bitten das Publikum, Geld mitzubringen, um die Hüte der Künstler kräftig mit Münzen und Scheinen zu befüllen."

Wer beim Schaubudensommer 2021 auftreten wird, ist noch nicht vollständig klar. Man stehe mit mehreren Künstlern in Kontakt, so Raeder. "Man kann allerdings davon ausgehen, dass bekannte Gesichter dabei sind, also Künstler aus den Buden ein Programm für die Straße haben", sagte Raeder.

Elbhangfest fällt aus

Angesichts der Pandemielage und der Verzögerungen bei den Impfungen sieht auch der Elbhangfest-Verein keine Möglichkeit mehr, sein traditionelles Fest zwischen Loschwitz und Pillnitz am letzten Juni-Wochenende zu veranstalten.

Ein Fest mit 20.000 oder mehr Besuchern, die teilweise von weit her anreisen, sei zu dieser Zeit wegen Corona leider noch nicht durchführbar, teilte der Verein Ende März mit. Die Gesundheit seiner Gäste wolle er auf keinen Fall gefährden. "Auch die zu erwartenden Hygieneauflagen sind bei einem Fest dieses Charakters mit Weindörfern, weiträumigem offenem Gelände und Kirchen als Konzerträumen beim besten Willen nicht erfüllbar", schrieben die Organisatoren.

Aufgrund der nötigen Vorlaufzeit für das Festprogramm und um Planungssicherheit für Künstler, Händler und alle Mitwirkenden am Hang zu schaffen, hat sich der Vorstand des Vereins entschieden, das Fest 2021 bereits jetzt abzusagen.

Aber Dresden für immer ohne Elbhangfest – das sei ein zu großer Verlust, so der Verein. In Zusammenarbeit mit der Sächsischen Zeitung und der Ostsächsischen Sparkasse startete er daher eine Spendenaktion, um die laufenden Fixkosten bis zum Fest 2022 decken zu können. Nur mit Hilfe vieler Fans können die Planungen für das traditionsreiche Dresdner Kultur- und Familienfest fortgesetzt und der Loschwitzer Weihnachtsmarkt gut vorbereitet werden.

Deshalb sammelt der Verein Spenden, um das zweite Corona-Jahr zu überstehen – damit es 2022 ein Elbhangfest geben kann. Am traditionellen Elbhangfest-Freitag, dem 25. Juni, soll außerdem eine Festschrift "30 Jahre Elbhangfest" erscheinen, die gekauft werden kann, um zur Erhaltung des Festes beizutragen.

Hutball fiel aus

Zu den ersten, die in diesem Jahr mit einer Absage auf die Pandemielage reagiert haben, gehörten die Verantwortlichen des Hutballs und der Hutball-Party. Geplant war die 25. Auflage der beiden Veranstaltungen, ein Jubiläum. Doch sie musste erneut verschoben werden.

Eigentlich sollten die Party und der Ball am 19. und 20. März stattfinden. Nun gibt es zum dritten Mal einen neuen Termin, denn es ist fraglich, was dann erlaubt und was noch verboten sein wird. "Die weiterhin ungewisse Situation macht eine Durchführung im gewohnten Umfeld unmöglich", teilte Linda Glaser vom Veranstaltungsunternehmen Waterloo Produktion mit.

Nachgeholt werden sollen der Ball und die Party am Abend davor nach derzeitiger Planung am 19. und 20. November. Die Tickets behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

Keine BRN im Juni

"Es wird keine Bunte Republik Neustadt im Juni geben", sagte auch Koordinatorin Ulla Wacker auf SZ-Anfrage. "Die Zeit bis dahin wäre zu knapp und die Lage zu unsicher." Momentan sei man mit Einzelveranstaltern im Gespräch, im August eine kleinere Variante zu ermöglichen. Etwa ein Fest auf nur einem Straßenzug oder ein Konzert. Sie sei in Gesprächen mit den anderen Festveranstaltern, damit nicht alle auf das gleiche Wochenende ausweichen.

Es gibt keinen Gesamtveranstalter der BRN, sondern eine Organisationsgruppe, zu der auch Ulla Wacker gehört. Die Stadt schreibt: "Da die Entwicklung der Pandemie keine sichere Planung für die BRN in diesem Jahr zulässt, wurden vom Straßen- und Tiefbauamt auch keine Regelungen zur Beantragung straßenrechtlicher Sondernutzungserlaubnisse veröffentlicht."

Sankt Pieschen abgesagt

"Unter den derzeitigen Bedingungen sind wir nicht in der Lage, das Stadtteilfest Sankt Pieschen 2021 zu planen und durchzuführen. Keiner kann uns sagen, wann der ganze Pandemiewahnsinn ein Ende hat", erklärten die Veranstalter von St. Pieschen Anfang März.

Im Normalfall benötige man ein Jahr Vorlauf für die Planung des Stadtteilfestes.
Das finanzielle Risiko sei für den kleinen Verein, der sich selbst wirtschaftlich tragen muss, bei einer erneuerten Absage kurz vor Termin nicht verkraftbar. Und selbst wenn eine Durchführung möglich wäre, müssten hygienische Vorgaben erfüllt werden, die sie nicht garantieren könnten. "So sehr wir den Pieschenern die Freude gemacht hätten, es geht leider nicht. Wir starten vom 3. bis 5. Juni 2022 einen neuen Versuch, in der Hoffnung, dass wieder so etwas wie Normalität eingekehrt ist", sagten die Veranstalter.

Dixieland-Festival kann nicht Geburtstag feiern

Auch das Dixieland-Festival fällt aus. Lange hatte Dixie-Chef Joachim Schlese gehofft, sein Festival könne in diesem Jahr Geburtstag feiern. Bereits im vergangenen Frühsommer musste er es coronabedingt absagen. Dabei hätte es eine ganz besondere Party werden sollen: 50 Jahre Dresdner Dixieland-Festival. Ein halbes Jahrhundert!

Doch nun hat der Veranstalter erneut die Notbremse gezogen und seine Partner informiert. Das geplante Datum, 16. bis 23. Mai, ist nicht zu halten. Zu viele zu volle Konzerte gehören zum umfangreichen Veranstaltungskalender, und zu viele verschiedene Veranstaltungsorte sind involviert.

Selbst wenn diese zur rechten Zeit ihre Hygienekonzepte vorweisen können - in voller Auslastung wird im Mai kein Saal, kein Club, keine Kneipe Gäste empfangen dürfen. Schon jetzt ist das Festival zu rund 70 Prozent ausverkauft. Eingeladen waren 41 Bands und Solisten. Sie sollten auf mehr als 40 Bühnen auftreten.

Für viele davon gibt es jetzt schon keine Tickets mehr. "Wir müssten nach Hygieneverordnung wohl mehr als die Hälfte unserer Besucher nach Hause schicken", sagt Schlese. Auch eine Kontaktrückverfolgung hält er für unrealistisch. "Wie soll das gerade beim großen Dixielandumzug denn gehen?"

60 Tage Filmnächte am Elbufer geplant

Optimistisch schauen die Veranstalter der Filmnächte am Elbufer in die Zukunft. "Wir planen mit einem Eröffnungstermin für die Filmnächte in Dresden am 24. Juni", sagte Sprecherin Daniela Möckel. Die Erfahrungen mit dem Hygienekonzept seien 2020 gut gewesen und daran wolle man festhalten und sei mitten in den Vorbereitungen.

"Zunächst planen wir 'nur' die Filme und zu Konzerten können wir erst später etwas sagen", so Möckel. Sie planen mit den klassischen 60 Tagen Filmnächten am Elbufer. Auf der Website finden sich die Hinweise auf ein Konzert von Rapper Alligatoah im Juni und Anna Mateur im Juli. Das Konzert von Alligatoah wurde allerdings inzwischen abgesagt.

Entscheidung zum Stadtfest steht noch aus

Kann in diesem Jahr Dresdens größtes Fest, das Stadtfest "Canaletto", stattfinden, wo bereits so viele kleinere Formate für den Sommer angesagt wurden? Veranstalter Frank Schröder wollte zunächst nach Ostern entscheiden, zuletzt teilte er mit, dass es eine Entscheidung erst Mitte Mai geben werde. Bis dahin können die Dresdner weiter hoffen, dass am Wochenende vom 20. bis 22. August gemeinsam gefeiert werden kann.

Palaissommer gibt Künstler bekannt

Auch am Palaissommer im Juli und August wird eifrig weiter gewerkelt. Erste Künstler wurden bereits bekanntgegeben. Auch ein Termin steht schon fest: Vom 16. Juli bis 22. August sollen die Dresdner im Park des Palais' Musik, Kunst, Poesie, Filme und mehr genießen können. "Die Vorbereitungen laufen bereits jetzt auf Hochtouren", heißt es. Das Programm finden Sie hier. Im vergangenen Jahr war das Festival eine der wenigen Großveranstaltungen, die - mit Einlassbeschränkungen und Hygienekonzept - trotz Pandemie stattfinden durften.

Die Unterstützer des Palaissommers, der "Freundeskreis", sollen exklusives Mitspracherecht bei der Gestaltung des Festivals erhalten. Auf www.palaissommer.de/freundeskreis können sich Mitglieder ein Profil anlegen und bei den Themen Produktion, Programm, Marketing, Fundraising und auch hinsichtlich des Zukunftskonzeptes für Haus und Park mitreden.

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