merken
PLUS Pirna

Corona: Der Unmut der Fahrlehrer

Über 100 Fahrschulen demonstrieren für Hilfen und Lockerungen vor dem Landtag in Dresden. Dem eigenen Verband geht das jedoch zu weit.

Über hundert Fahrschulen haben sich am Freitag auf dem Terrassenufer in Dresden eingefunden, um für mehr Unterstützung in der Pandemie zu kämpfen.
Über hundert Fahrschulen haben sich am Freitag auf dem Terrassenufer in Dresden eingefunden, um für mehr Unterstützung in der Pandemie zu kämpfen. © kairospress

Das Terrassenufer in Dresden füllt sich am Freitagvormittag. Innerhalb kurzer Zeit sammeln sich nahe dem Sächsischen Landtag über 100 Fahrzeuge - allesamt Autos von Fahrschulen aus dem Freistaat. Inmitten von Warnblinklichtern und Hupen steht Thomas Adler. Der Fahrschullehrer aus Pirna ist Initiator dieser Corona-Demo. Er schrieb zunächst an den Oberbürgermeister seiner Stadt einen offenen Brief und dann einen weiteren an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), um mit ihm über mögliche Hilfsprogramme für das Fahrschulgeschäft zu sprechen.

Viele Stimmen - aber niemand hört zu

Eine Demonstration auf dem Pirnaer Marktplatz hat Adler zusammen mit anderen Fahrlehrern bereits hinter sich. Nun Dresden. Geplant war ein Treffen mit dem Ministerpräsidenten. Gern hätte ihm Adler persönlich erklärt, warum seine Branche "systemrelevant" sei, gern wollte er für einen raschen Wiedereinstieg in die normale Führerscheinausbildung Druck machen.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Doch der Regierungschef entschuldigte sich bereits Anfang der Woche für den Termin. Als Vertretung sollte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) kommen. Doch auch dieser sagte ab.

Möchte auf die "Systemrelevanz" seiner Branche aufmerksam machen und fährt dafür vor den Sächsischen Landtag - Fahrlehrer Thomas Adler.
Möchte auf die "Systemrelevanz" seiner Branche aufmerksam machen und fährt dafür vor den Sächsischen Landtag - Fahrlehrer Thomas Adler. © kairospress

Fahrlehrerverband distanziert sich von der Demo

Das Büro des Ministerpräsidenten habe ihn wiederholt auf den Landesverband Sächsischer Fahrlehrer verwiesen, wie Adler gegenüber Sächsische.de erklärt. Dieser distanziert sich jedoch von den Bemühungen des Pirnaers entschieden. In einem Schreiben heißt es, man sei selbst in Gesprächen mit politischen Verantwortlichen in Sachsen, einschließlich des Ministerpräsidenten und lehne die Demonstrationen ab.

Adler hält dagegen: "Es gibt in Sachsen fast 2.000 Fahrlehrer, aber nur etwa 350 davon sind auch im Fahrlehrerverband." Er gibt indes an, für alle Fahrlehrer aus dem Freistaat zu sprechen. Von Kretschmer erwartet der Pirnaer in Kürze konkrete Lösungen, sonst - so sagt er - wird er für seine Branche weiter demonstrieren. Wenn nötig auch in Berlin.

Nach SZ-Information berät das Koalitionskabinett von CDU, SPD und Grünen bereits über Lockerungen auch für die Fahrschulen - vorausgesetzt, die Corona-Inzidenzwerte sinken weiter.

Mehr Nachrichten aus Freital lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna