merken
PLUS Sachsen

Das ist Sachsens Plan für offene Schulen und Kitas

Schon ab Montag sollen Grundschüler und Kita-Kinder wieder in ihre Einrichtungen gehen können. Was Eltern jetzt wissen müssen.

Nach zwei Monaten häuslicher Lernzeit sollen wieder Grundschüler wieder in ihre Klassenzimmer zurückkehren können.
Nach zwei Monaten häuslicher Lernzeit sollen wieder Grundschüler wieder in ihre Klassenzimmer zurückkehren können. © Symbolfoto: dpa/Robert Michael

Dresden. Grundschulen und Kindertagesstätten können in Sachsen ab dem kommenden Montag wieder öffnen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. "Im Interesse der Kinder und auch der Familien haben wir uns dazu entschlossen", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nach der Kabinettssitzung. „Das ist ein wichtiger, gleichwohl überlegter Schritt.“

Grundschulen und Kitas werden sachsenweit geöffnet, das gilt auch für die Primarstufe an Förderschulen. Die Pflicht zum Schulbesuch bleibt aber weiter ausgesetzt. „Eltern, die ihre Kinder lieber zu Hause behalten wollen, können das weiterhin“, erklärte Piwarz. Für sie soll es Aufgaben in häuslicher Lernzeit geben. Eltern sollten die Schule darüber informieren, wenn sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken.

Anzeige
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig
Digitaler Infotag an der BA Riesa & Leipzig

Die Berufsakademie (BA) Sachsen in Riesa und Leipzig lädt Studieninteressierte am 13. März 2021 zum digitalen Tag der offenen Tür mit Praxispartnern ein.

Piwarz bat auch „dringend“ die Eltern, die nicht auf die Betreuung in der Kita angewiesen sind, darauf auch in den nächsten Wochen zu verzichten. „So können wir dort darauf achten, dass die Zahl der Kontakte niedrig bleibt.“ Allerdings werden die Elternbeiträge nicht erstattet, "da grundsätzlich das Angebot zur Betreuung ab 15. Februar wieder zur Verfügung steht", teilt das Kultusministerium mit.

Die Kinder werden wie im Frühjahr im eingeschränkten Regelbetrieb betreut und unterrichtet. Das bedeutet, dass es feste Gruppen und Klassen mit festen Bezugspersonen gibt, die sich nicht begegnen dürfen. Das soll auch im Hort und auf dem Gelände der Einrichtung der Fall sein.

Konzentration auf Kernfächer

Der Infektionsschutz in der Schule soll vor allem über die "Stabilität der personellen Zusammensetzung der Klasse" gewährleistet werden, weil die strikte Durchsetzung von Abstandsregeln altersbedingt nicht oder nur sehr bedingt möglich ist. Jede Klasse sollen einen neuen Stundenplan mit versetzten Unterrichts-, Pausen- und Essenszeiten bekommen, damit sich nur wenige Klassen auf dem Schulhof befinden oder in der Garderobe Abstand gehalten werden kann.

Der Unterricht an den Grundschulen und in der Primarstufe der Förderschulen soll auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht sowie Englisch für die Viertklässler konzentriert werden. "Die Sicherung der Grundlagen im Lesen, Schreiben und der Mathematik hat Priorität", so das Ministerium. Sport- und Schwimmunterricht findet nicht statt.

Vor dem Eingangsbereich der Einrichtungen, im Schulgebäude und auf dem Schulgelände ist grundsätzlich das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und sonstiges Personal verbindlich. Der Unterricht und der Aufenthalt im Gruppenraum des Hortes sind davon ausgeschlossen.

Kostenlose Tests für Kita-Personal

Erzieherinnen und Erzieher können sich vor der Öffnung der Einrichtungen einmalig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dafür müssen sie sich an einen Hausarzt wenden, so Piwarz. Lehrerinnen und Lehrer haben wie bisher auch in Zukunft die Möglichkeit, sich wöchentlich kostenlos testen zu lassen. Die Grundschüler werden nicht getestet. Antigen-Tests seien bei Kindern nicht sensitiv genug. Wissenschaftler empfehlen daher, mit den Tests erst ab der 8. Klassenstufe zu beginnen.

Zusätzlich soll der Schülerverkehr entzerrt werden. „Wir wollen nicht, dass hier neue Hotspots entstehen“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Er appellierte an die zuständigen Kommunen, in den Großstädten im Schüler- und Berufsverkehr nicht nach Ferienfahrplan zu fahren und im ländlichen Raum zusätzliche Busse einzusetzen.

Erneute Schulschließungen möglich

Wann weiterführende Schulen ab Klasse 5 wieder öffnen können, steht noch nicht fest. Piwarz nannte am Dienstag den 1. oder 8. März – im Wechselmodell mit geteilten Klassen in Präsenzunterricht und häuslicher Lernzeit. Nach den Beratungen mit der Bundeskanzlerin hat Sachsen beschlossen, am 5. März über weitere Lockerungen zu entscheiden.

Ab dem 22. Februar haben die Schüler der Abschlussklassen an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen sowie die Schüler im Berufsgrundbildungsjahr und Berufsvorbereitungsjahr wieder Präsenzunterricht. Die Abschlussklassen an Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen können weiterhin in die Schule gehen. Sie sind schon seit dem 18. Januar bzw. 8. Februar wieder im Präsenzunterricht.

Die Entwicklung der Infektionszahlen sei „erfreulich“, so Piwarz. Sachsen hat mittlerweile eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Das Ziel müsse aber sein, die Zahlen weiter nach unten zu bekommen.

Weiterführende Artikel

Kretschmer räumt Fehler bei Corona-Bewältigung ein

Kretschmer räumt Fehler bei Corona-Bewältigung ein

Gesundheitsministerium: zwei Gratis-Schnelltests pro Woche für jeden, Studie: Corona-Impfstoffe sind sehr effektiv, Sachsen: 50 weitere Tote - unser Newsblog.

Kretschmer vorsichtig bei weiteren Schulöffnungen

Kretschmer vorsichtig bei weiteren Schulöffnungen

Sachsens MP sieht für weiterführende Schulen kaum Chancen für Lockerungen. Zudem drängt er mit Bayern auf eine geänderte Impfreihenfolge.

94 Prozent der Grundschüler sind in den Klassen

94 Prozent der Grundschüler sind in den Klassen

Nach wochenlangem Lockdown hat für Tausende Kinder in Sachsen wieder ein Stück Normalität begonnen - wenn auch unter Auflagen.

So starteten Dresdens Grundschulen wieder

So starteten Dresdens Grundschulen wieder

Erst- bis Viertklässler dürfen nun in festen Klassen wieder unterrichtet werden. Welche Regeln sonst noch gelten und wie Familien den ersten Schultag erlebten.

Sollten die Infektionszahlen sowohl in einzelnen Landkreisen oder gar im ganzen Freistaat wieder steigen, könne es zu erneuten Schließungen kommen, so der Minister. Festgelegt wurde: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Wert 100 überschreitet, müssen Grundschulen und Kitas wieder schließen. Ab 8. März soll in Sachsen ein System gelten, mit dem die Entwicklung der Inzidenzzahlen genau beobachtet wird. Immer am Freitag soll festgestellt werden, bei welchen Zahlen die Landkreise und Großstädte liegen, und ob die Schulen am Montag weiter geöffnet bleiben können.

Mehr zum Thema Sachsen