SZ + Update Sachsen
Merken

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Sachsen

Sachsen hat bereits strengere Corona-Regeln als andere Länder. Was bei Maskenpflicht, Kontakten, Versammlungen und Beerdigungen gilt.

Von Andrea Schawe
 5 Min.
Teilen
Folgen
Die zuletzt gültigen Corona-Maßnahmen in Sachsen sind verlängert worden.
Die zuletzt gültigen Corona-Maßnahmen in Sachsen sind verlängert worden. © dpa/Christophe Gateau

Dresden. In Sachsen gelten bereits strengere Corona-Schutzmaßnahmen als anderswo gelten. Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars und Clubs sind geschlossen, alle Veranstaltungen abgesagt, die Öffnungszeiten für die Gastronomie eingeschränkt. Ergänzt wurden Kontaktbeschränkungen, FFP-Maskenpflicht in Innenräumen und eine Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Beerdigungen.

Die aktuelle Verordnung wurde bis 14. Januar verlängert. Grundlage für diese kurze Verlängerung sei die Datenlage, die nach den Feiertagen nicht solide sei, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Außerdem will Sachsen die Beratungen auf Bundesebene abwarten. In dieser Woche tagt der Expertenrat der Bundesregierung, die Gesundheitsminister der Länder kommen am Mittwoch zusammen, die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) tagt am Freitag. Ziel sei es, bundesweit möglichst ähnliche Maßnahmen zu haben.

Sachsen darf Corona-Regeln bis 19. März verlängern

Nach dem neuen Infektionsschutzgesetz kann der Freistaat die Maßnahmen bis 19. März verlängern. Alle Regelungen, die dazukommen, müssen den neuen Vorgaben entsprechen. Für einen harten Lockdown fehlt den Ländern die Rechtsgrundlage: Auch wenn die „epidemische Lage“ von einem Länderparlament festgestellt wurde, ist die Schließung des Einzelhandels bisher genauso ausgeschlossen wie flächendeckende Schul- und Kitaschließungen.

Nach dem 19. März sind auch Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Sporteinrichtungen wie Fitnessstudios sowie das Verbot von Übernachtungsangeboten in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen nicht mehr möglich.

Kontakte

Treffen, an denen mindestens eine Person ohne Impf- oder Genesenennachweis beteiligt ist, bleiben auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person aus einem anderen Haushalt begrenzt – nicht mitgezählt werden Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.

Für Ungeimpfte gibt es außerdem eine Ausgangsbeschränkung: In Landkreisen mit einer Inzidenz über 1.000 dürfen ungeimpfte Personen ihre Wohnung zwischen 22 und 6 Uhr nur noch aus triftigen Gründen verlassen, zum Beispiel für die Arbeit, den Arztbesuch oder die Pflege von Angehörigen. Derzeit liegen aber alle Landkreise und Großstädte unter dieser Marke.

Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen sind nur noch maximal zehn Personen erlaubt - nicht mitgezählt werden Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr.

Maskenpflicht

Im öffentlichen Personennahverkehr muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden. Außerdem gilt ab 28. Dezember in öffentlich zugänglichen Innenräumen von Einrichtungen, Betrieben, Läden, Angeboten, Behörden und Gerichten und bei körpernahen Dienstleistungen die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sind weiterhin von der Maskenpflicht befreit. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen der Vollendung des 6. und 16. Lebensjahres ist eine medizinische Maske ausreichend. In Büros gilt die erweiterte Maskenpflicht nicht.

Einzelhandel

Der sächsische Einzelhandel bleibt geöffnet. Die Öffnungszeiten sind aber auf 6 bis 20 Uhr beschränkt und auch die Zahl der Kunden wird nach Größe des Ladens begrenzt. Zugang haben außerdem nur Geimpfte und Genesene.

Ungeimpfte haben nur noch Zugang zu Geschäften der Grundversorgung, zu

  • zu Lebensmittelhandel,
  • Tierbedarf,
  • Getränkemärkte,
  • Apotheken,
  • Drogerien,
  • Sanitätshäuser,
  • Babyfachmärkte,
  • Orthopädieschuhtechniker,
  • Optiker und Hörgeräteakustiker,
  • Ladengeschäfte des Zeitungsverkaufs,
  • Tankstellen und
  • Großhandel für Gewerbetreibende.

Kultur und Freizeit

Alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Museen, und Theater bleiben geschlossen. Weihnachtsmärkte und Messen bleiben weiterhin untersagt. Gleiches gilt für Clubs, Bars und Diskotheken. Auch Bäder und Saunen bleiben geschlossen, wenn sie nicht der medizinischen Versorgung dienen. Offen sind lediglich Bibliotheken und die Außenbereiche von Zoos.

Die Öffnung von Sportanlagen, Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen für Publikumsverkehr ist untersagt. Ausnahmen gibt für Kinder bis 16 Jahre. Der Skibetrieb bleibt ebenfalls geschlossen.

Auch touristische Übernachtungen sind untersagt, erlaubt sind nur Dienstreisen und Übernachtungen aus „sozialen Zwecken“ – etwa für den Verwandtenbesuch.

Alle Großveranstaltungen in Sachsen sind abgesagt. Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen finden in Zukunft ohne Publikum statt.

Präsenzveranstaltungen in Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Volkshochschulen, Kunst-, Musik- und Tanzschulen sind untersagt.

Gastronomie

Für die Gastronomie gibt es weiterhin eine Hotspot-Regelung: Ab einer Inzidenz über 1.500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt müssen die Gastronomie-Betriebe schließen. Aktuell ist dies aber in keiner Region der Fall.

In den anderen Regionen können die Restaurants für Geimpfte und Genesene sowie mit eingeschränkten Öffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr öffnen. Der Ausschank und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten.

Schulen und Kitas

Der Schul- und Kitabetrieb soll unter den bekannten Corona-Regeln weitergeführt werden. Die Schul- und Kita-Coronaverordnung soll bis 6. Februar 2022 verlängert werden. "Dennoch müssen wir das Infektionsgeschehen täglich im Blick behalten. Wenn nötig, werden wir die Regeln schärfen", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Kinder und Jugendliche werden dreimal die Woche auf das Coronavirus getestet. Die Maskenpflicht gilt weiterhin in allen Schulen im Schulgebäude und auf dem -gelände, ab Klasse 5 auch im Unterricht.

Die Kitas und Grundschulen bleiben im eingeschränkten Regelbetrieb – die Kinder werden in festen Gruppen betreut.

Dienstleistungen

Auch körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik oder Nagelpflege bleiben untersagt. Nur Friseure dürfen weiterhin für Geimpfte und Genesene öffnen.

Reisebüros, Versicherungsagenturen, Vermögensberatungsbüros, Unternehmensberatungsbüros, Finanzdienstleistungsbüros mit Ausnahme der Banken und Sparkassen müssen für den Publikumsverkehr geschlossen werden.

Auch Prostitution ist untersagt.

Versammlungen

Versammlungen sind generell nur noch ortsfest und mit maximal zehn Teilnehmern erlaubt. Kirchen dürfen unter Einhaltung der 3G-Regel öffnen.

Beerdigungen

Für Beerdigungen gilt weiterhin 3G: Teilnehmer müssen einen Impf- Genesenen-, oder Testnachweis vorlegen. Die maximale Teilnehmerzahl wird auf 20 Personen begrenzt.