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Corona: So soll es an Sachsens Schulen weitergehen

Ab 18. Januar haben die Abschlussklassen wieder Präsenzunterricht. Sie können sich dann kostenlos auf Corona testen lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Sachsen dürfen nur die Abschlussklassen in die Schule kommen, alle anderen werden auf Distanz unterrichtet werden.
In Sachsen dürfen nur die Abschlussklassen in die Schule kommen, alle anderen werden auf Distanz unterrichtet werden. © dpa

Dresden. Trotz Lockdown und hoher Inzidenzzahlen können die Schüler in den Abschlussklassen ab 18. Januar wieder in ihre Schulen zurückkehren. „Wir möchten den Schülerinnen und Schülern einen guten Abschluss ermöglichen und kein Corona-Not-Abitur“, heißt es vom Kultusministerium. „Deswegen sind die Prüfungsvorbereitungen jetzt enorm wichtig und der beste digitale Unterricht kann den direkten Kontakt zwischen dem Lehrer und dem Schüler nicht ersetzen.“ Es handle sich um nur wenige Schüler.

Welche Schüler dürfen wieder in die Schule?

Nur die Abschlussklassen können ab kommendem Montag wieder in die Schule gehen. Das sind die Klassen an Förderschulen, die nach den Lehrplänen für die Oberschule unterrichtet werden, die 10. Klasse an Oberschulen und der Hauptschulbildungsgang, die Jahrgangsstufen 11 und 12 an Gymnasien, die 12. Klasse der Fachoberschulen und die Jahrgangsstufen 12 und 13 an beruflichen Gymnasien.

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Die Abschlussklassen an den Berufsschulen müssen vorerst weiter zu Hause lernen. „An den Einrichtungen sollen so wenig Kontakte wie möglich stattfinden“, heißt es. In den einzelnen Klassenstufen der berufsbildenden Schulen seien mehr Schüler als etwa an einem Gymnasium. Auch alle anderen Schülerinnen und Schüler müssen bis 31. Januar zu Hause lernen, dann sind eine Woche Winterferien. Ob Schulen und Kitas am 8. Februar wieder öffnen, hängt vom Infektionsgeschehen ab.

Müssen die Schüler einen Corona-Test machen?

Nein, es gibt keine Testpflicht. Ab 18. Januar werden aber freiwillige, kostenlose Tests angeboten – vorerst für die Abschlussklassen und die Lehrkräfte an den betroffenen Schulen. Sollten die Schulen nach den Winterferien im Wechselmodell wieder öffnen, können sich Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 7 und das Personal einmal testen lassen. Das Angebot gilt auch für freie Schulträger. Die einmaligen Tests sollen sicherstellen, „dass nach der langen Zeit des Lockdowns nur gesunde Personen die Schulen besuchen“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Warum werden Grundschüler nicht getestet?

Bei jüngeren Kindern seien Ergebnisse von Antigen-Tests nicht vertrauenswürdig, teilt das Kultusministerium mit. Die Sensitivität der Antigen-Tests nehme mit sinkendem Alter ab. "Wissenschaftler empfehlen daher, mit den Tests erst ab der 8. Klassenstufe zu beginnen", teilt das Ministerium mit. Sachsen hat sich dazu entschieden, bereits ab der 7. Klasse zu beginnen.

Wie sollen die Corona-Tests ablaufen?

Die Corona-Schnelltests werden vom Deutschen Roten Kreuz und den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und DLRG durchgeführt. Lehrkräfte unterstützen die Test-Teams. Die Tests finden in etwa 100 ausgewählten Schulen zeitlich gestaffelt statt. Dafür wurden die Schulen lokal aufgeteilt und jeder Einrichtung wurde eine Testschule zugeordnet. „Darüber, wann und wo die Tests durchgeführt werden, informiert die jeweilige Schule“, so das Ministerium. Zudem sollen mobile Teams zum Einsatz kommen, die etwa Schulen in ländlichen Regionen anfahren.

Was ist, wenn ein Test positiv ausfällt?

Gearbeitet wird mit Antigen-Tests. Ein Testergebnis liegt in der Regel nach 20 Minuten vor. Positiv getestete Schülerinnen und Schüler werden isoliert und müssen von ihren Eltern abgeholt werden. Sie müssen in häusliche Quarantäne gehen und sollten Kontakt mit dem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt aufnehmen. Eine Teilnahme am Präsenzunterricht ist dann nicht möglich.

Werden auch Erzieher in Kitas getestet?

Ja. Das gesamte pädagogische Personal an Kindertageseinrichtungen kann sich einmalig kostenlos testen lassen. Die Erzieherinnen und Erzieher sollen sich dazu an die niedergelassenen Hausärzte wenden. Lehrerinnen und Lehrer öffentlicher Schulen können sich auch weiterhin einmal wöchentlich beim Hausarzt testen lassen. Das Angebot gibt es schon seit dem Frühjahr.

Wie soll der Unterricht an den Schulen stattfinden?

Die Schulen brauchen wie schon vorher Hygienekonzepte. Wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, sollen die Klassen geteilt werden – ein Französisch Leistungskurs mit 10 Kursteilnehmern muss also nicht zwingend geteilt werden, wenn der Raum groß genug ist und die Abstände gewahrt werden, heißt es. Unterrichtet werden nur die Fächer, die für die Abschlussprüfungen relevant sind.

Wann gibt es Halbjahreszeugnisse?

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