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Sachsen will Weihnachtsmärkte erlauben

Eckpunkte der neuen Schutzverordnung stehen: Landestypische Veranstaltungen können ohne 3G, Kontaktverfolgung und Begrenzung stattfinden.

Der Dresdner Striezelmarkt kann in diesem Jahr stattfinden.
Der Dresdner Striezelmarkt kann in diesem Jahr stattfinden. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Trotz steigender Corona-Infektionszahlen sollen Weihnachtsmärkte und Bergparaden in diesem Jahr in Sachsen stattfinden können. Darüber hat sich das Kabinett am Dienstag verständigt und Eckpunkte für eine neue Corona-Schutz-Verordnung festgelegt.

Sie soll vom 21. Oktober bis einschließlich 17. November gelten. Die Eckpunkte gehen zunächst in die Anhörung, unter anderem berät der Landtag darüber. Das Kabinett will die neue Verordnung nächsten Dienstag beschließen.

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„Alles, was wir tun, muss verantwortbar sein“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). „Gleichzeitig wollen wir Weihnachtsmärkte ermöglichen.“ Vorgesehen ist, dass die Gesundheitsämter Ausnahmen für „landestypische Veranstaltungen“ zulassen können. Die Veranstalter können dann auf die 3G-Regel, eine Kontakterfassung und eine Höchstgrenze für die Zahl der Besucher verzichten.

Das muss in einem Hygienekonzept festgelegt werden, dass von den Gesundheitsämtern genehmigt werden muss. Die Landkreise und Ämter vor Ort sollen mehr Verantwortung bekommen, denn „diese Regeln müssen natürlich kontrolliert werden“, so Köpping.

Verweil- und Flanierbereiche nötig

Die Ausnahmen sind nur möglich, bis die Vorwarnstufe erreicht ist, also mehr als 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Wollen die Veranstalter dann auf die 3G-Regel, Kontakterfassung und Maskenpflicht verzichten, müssen sie Flanier- und Verweilbereiche einrichten. In den Bereichen von Ständen mit Essen oder Trinken und vor den Bühnen dürfen dann nicht mehr als 1.000 Besucher gleichzeitig anwesend sein. Werden trotz Vorwarnstufe keine Flanier- und Verweilbereiche eingerichtet, gelten die 3G-Regel und eine Maskenpflicht, wenn mehr als 1.000 Personen anwesend sind; außerdem müssen die Kontakte erfasst werden.

"Pandemie der Ungeimpften"

Auch die Regeln für Veranstaltungen sollen geändert werden. Bei weniger als 1.000 Besuchern können die Lokalitäten zu 100 Prozent ausgelastet werden, wenn alle Gäste ab einer Inzidenz über 35 geimpft, genesen oder mit einem PCR-Test negativ getestet sind.

Die Kapazitätsbeschränkung auf 5.000 Besucher für Veranstaltungen nach dem 2G-Modell im Innen- und Außenbereich wird aufgehoben. Dadurch könnten etwa Fußballstadien komplett ausgelastet werden, wenn sich die Vereine entscheiden, nur geimpfte und genesene Zuschauer zuzulassen. Allerdings sind dann ein genehmigtes Hygienekonzept und Kontakterfassung nötig.

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Köpping mahnte angesichts der steigenden Zahl von Patienten in den Krankenhäusern zur Vorsicht. Am Dienstag waren 199 Betten auf den Normalstationen mit Corona-Patienten belegt sowie 96 Betten auf den Intensivstationen. Es sei jetzt eine Pandemie der Ungeimpften, sagte die Gesundheitsministerin. Nach den Prognosen „müssen wir damit rechnen, dass Anfang November die Vorwarnstufe erreicht sein wird“.

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