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Corona-Lockdown: Viel Aktion, wenig Plan

Bund und Ländern fehlt für Corona eine langfristige Strategie, kommentiert Politik-Redakteurin Karin Schlottmann.

Angela Merkel selbst bezeichnete die neuen Corona-Regeln als "hart".
Angela Merkel selbst bezeichnete die neuen Corona-Regeln als "hart". © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Die Kanzlerin hat sich durchgesetzt. Statt eines Lockdown light, von dem die Rede war, haben sich die Ministerpräsidenten mit Angela Merkel auf harte, schnelle Einschnitte geeinigt. Noch vor Kurzem hieß es, wir müssen mit dem Virus leben lernen. Das klang vernünftig. Inzwischen mischt die Regierung bedrohliche Worte in die Debatte. 

Merkel spricht von einer „nationalen Gesundheitsnotlage“, ohne zu erklären, was sich dahinter verbirgt. SPD-Politiker Lauterbach möchte Polizisten in Privatwohnungen schicken. Die Rhetorik mag ihre Ursache in der Angst vor einem Kontrollverlust haben. Dass daraus ein kluges Rezept gegen die Corona-Pandemie erwächst, ist nicht ersichtlich.

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Im Frühjahr war der Schutz des Gesundheitssystems das Hauptargument für strenge Maßnahmen. Das haben die meisten Menschen verstanden. Nun dreht sich angeblich alles um das Weihnachtsfest. Wenn wir jetzt Kontakte und Aktivitäten drosseln, könnten wir Weihnachten mit der Familie feiern, verspricht die Regierung. 

Geht es wirklich um Weihnachten?

Kaum jemand möchte die Feiertage ohne Angehörige verbringen. Aber geht es wirklich nur darum, Weihnachten zu retten? Offenbar glaubt die Politik, die Bürger würden die vielen erneuten Schließungen eher hinnehmen, wenn ihnen erklärt wird, in sechs Wochen wäre die Welt wieder in Ordnung.

Wo aber bleibt die langfristige Strategie zur Bekämpfung der Pandemie? Es ist unklar, unter welchen Prämissen der Lockdown wieder aufgehoben werden kann. Und welche Mittel Bund und Länder ab Januar einsetzen wollen, wenn das Virus die nächsten Wellen ins Land schickt, haben wir bisher bedauerlicherweise ebenfalls nicht erfahren.

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E-Mail an Karin Schlottmann

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