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Bundeswehr bleibt länger im Sebnitzer Klinikum

Zwei weitere Stationen mussten für Covid-Patienten geöffnet werden. Die Situation bleibt angespannt.

Von Anja Weber
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Sie bleiben noch länger in der Klinik, die 20 Soldaten und Soldatinnen, wie Stabsunteroffizier Florian H. und Oberstabsgefreiter Sebastian G. (v.l.)
Sie bleiben noch länger in der Klinik, die 20 Soldaten und Soldatinnen, wie Stabsunteroffizier Florian H. und Oberstabsgefreiter Sebastian G. (v.l.) © Steffen Unger

In der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz muss die Bundeswehr aushelfen. 20 Soldaten und Soldatinnen sind hier derzeit im Einsatz. Sie verteilen das Essen, räumen die Teller wieder ab. Und sie bringen das Gepäck auf Station, holen Laborproben ab und begleiten die Patienten und Patientinnen zu Untersuchungen. Noch bis nach Weihnachten werden sie in der Sebnitzer Klinik tätig sein. Und sie werden hier dringend gebraucht.

„Unser Pflegepersonal kann sich dank der Amtshilfe der Kameraden um die aufwändige Versorgung unserer Covid-Patienten und Patientinnen kümmern – die Belastung ist gerade enorm“, sagt Klinik-Geschäftsführer Johannes Biesold. Momentan befinden sich 19 in Sebnitz, sieben davon auf der Intensivstation.

„Hier im Krankenhaus versuchen wir so weit wir können, zu helfen, wo auch immer die Fachkräfte uns brauchen, unabhängig von unserem Dienstgrad“, sagt Feldwebel Timmy aus dem Panzerpionierbataillon 701 aus Gera. Er ist einer der Soldaten, der in der Sebnitzer Klinik aushilft. Bis auf eine Ersthelferausbildung hat keiner von ihnen einen medizinischen Hintergrund, auch wenn einige schon einmal Amtshilfe geleistet haben, meist in einem Seniorenheim und bei der Kontaktnachverfolgung. „Meine Kameraden und ich sind sehr beeindruckt von der Professionalität der Pfleger, Schwestern und Ärzten und Ärztinnen“, so der Feldwebel. Er sei vor allem von der Ruhe und Fürsorge beeindruckt, die das Klinikpersonal an den Tag legen. Diese Arbeit könne nicht jeder.

Operationen müssen auch weiter verschoben werden

Angst, sich selbst mit Corona zu infizieren und schwer zu erkranken, habe er, wie seine Kollegen auch, keine, sagt Feldwebelanwärter Felix: „Ich bin geimpft. Zudem ernähre ich mich gesund und treibe mehrmals die Woche Sport.“ Eines aber würden die Soldaten mit nach Hause nehmen, ein besseres Verständnis für die Probleme und Herausforderungen, die durch Corona zusätzlich auf dem Klinikpersonal lasten.

Die steigenden Zahlen an Covid-Erkrankten hat auch Folgen für die Hohwaldklinik. Seit dem 29. November sind von dort medizinisches Personal sowie klinische Ausstattung in Sebnitz eingesetzt. "Wir nutzen damit wieder einmal die regionale Stärke der drei Kliniken hier in Sachsen, um in Sebnitz sowohl die Kapazitäten der Intensivstation, auf der sich Covid-Patienten und Patientinnen befinden, als auch der Normalstation zu erhöhen. Natürlich hat dies für die Orthopädische Klinik im Hohwald zur Folge, dass dort weniger Operationen stattfinden können", sagt Johannes Biesold.

Von den Absagen an Operationen generell seien besonders die Allgemeinchirurgie, die Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie sowie die Orthopädie betroffen. Notfälle werden natürlich weiter versorgt. Im Moment ist eine chirurgische Station geschlossen. Auch durch die Unterstützung des Personals aus der Hohwaldklinik, konnten zwei weitere Stationen für die Covid-Patienten und Patientinnen zusätzlich eröffnet werden. Weiterhin gibt es Einschränkungen bei den maximalen Belegungsgrößen der übrigen Stationen.