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Die gute Seele von Birkwitz

Trotz Corona lebt die Gemeinschaft der Volkssolidarität in Birkwitz-Pratzschwitz. Das ist besonders der Vorsitzenden Carola Mai zu verdanken.

Dieter Hammer aus Copitz sitzt zusammen mit Carola Mai von der Volkssolidarität Ortsgruppe Birkwitz-Pratzschwitz auf der Couch. Sie hatte dem Wismut-Kumpel per Internet am frühen Morgen einen Impftermin besorgt.
Dieter Hammer aus Copitz sitzt zusammen mit Carola Mai von der Volkssolidarität Ortsgruppe Birkwitz-Pratzschwitz auf der Couch. Sie hatte dem Wismut-Kumpel per Internet am frühen Morgen einen Impftermin besorgt. © Daniel Schäfer

Für Senioren ist die Situation nicht leicht. Man darf sich nicht mehr treffen, ein Plausch im Café mit anderen ist nicht mehr möglich; die Corona-Zahlen steigen wieder an, ebenso die Angst, sich anzustecken.

Die Arbeit der zahlreichen Ortsgruppen der Volkssolidarität im Landkreis kann nur noch eingeschränkt stattfinden. In Birkwitz-Pratzschwitz läuft es dennoch gut, was auch der Vorsitzenden der Ortsgruppe, Carola Mai, zu verdanken ist. "Sie ist die gute Seele des Dorfes und kümmert sich sehr", sagt jedenfalls Ortsvorsteher Dieter Fuchs (Freie Wähler-Wir für Pirna) und bekommt sofort Zustimmung von Betty Hammer, die ebenfalls der VS-Ortsgruppe Birkwitz angehört. "Frau Mai engagiert sich enorm. Sie besucht Kranke, fährt die Senioren zum Arzt und zum Impfen, schreibt zu Weihnachten und Ostern Postkarten. Sie ist wirklich für alle da. Dafür wollen wir ein herzliches Dankeschön sagen", betont die 80-Jährige.

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Beliebte Kaffeerunden müssen ausfallen

Doch Carola Mai ist bescheiden und stellt fest: "Die Arbeit der Volkssolidarität verteilt sich auf viele Schultern. In dem Vorstand unserer Ortsgruppe sind alle sehr sehr engagiert. Wir haben viele Mitstreiter, sonst könnten wir dem Grundanliegen der Volkssolidarität, älteren Bürger Hilfe und Zuwendung anzubieten, nicht nachkommen."

Und da ist sie auch schon bei ihrem Thema, denn in Corona-Zeiten fällt leider viel Gemeinschaft aus. So sind beispielsweise die beliebten Kaffeerunden in dem Gesellschaftszentrum in Birkwitz derzeit nicht möglich. Welche Resonanz diese Begegnungen normalerweise haben, zeigt der enorme Zuspruch bei der ersten Kaffeerunde nach dem ersten Lockdown. "Für eine Zeit waren die Treffen wieder möglich. Der Saal war rappelvoll. Die Senioren haben diese Treffen sehr vermisst", erklärt Carola Mai. Auch Busfahrten und Spielenachmittage können aktuell wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden, was viele ältere Menschen in dem Doppeldorf bedauern.

Blumiger Frühlingsgruß für die Senioren

Das heißt aber nicht, dass die Senioren in Birkwitz-Pratzschwitz vereinsamen. "Die Menschen brauchen Ansprache und suchen das persönliche Gespräch. Besonders in diesen Zeiten", hat Carola Mai festgestellt. Deshalb startet sie regelmäßig eine Telefonrunde und klingelt bei der Mitgliedern der Ortsgruppe durch, fragt nach, wie es geht und ob Hilfe benötigt wird. "Manchmal kann ich an der Stimme erkennen, dass derjenige Sorgen oder Ängste hat. Dann biete ich ihm an, ihn zu besuchen", sagt die Vorsitzende der Ortsgruppe.

Zu Weihnachten hat sie an alle Mitglieder eine handgeschriebene Postkarte verschickt. Erst vor Kurzem überraschte sie die Senioren mit einem Frühlingsgruß und verschenkte Primeln. Aber sie hilft auch ganz konkret, indem sie für Senioren, die keine Verwandtschaft vor Ort haben, Impftermine vereinbart und die betreffenden Personen zum Termin hinfährt.

Senioren kommen auch aus Copitz nach Bi-Pratzsch

Carola Mai will nicht missverstanden werden. "Ich, beziehungsweise unser Vorstand, geben nicht nur, sondern wir bekommen auch viel Dankbarkeit zurück. Das bestätigt uns einmal mehr bei unserer Arbeit am Menschen. Unsere Tätigkeit wird anerkannt, was uns sehr motiviert", sagt sie.

Die Ortsgruppe Birkwitz-Pratzschwitz wurde 2000 gegründet. Carola Mai macht von Anfang mit, zunächst als Hauptkassiererin, später als Vorstandsvorsitzende. 48 Mitglieder gehören derzeit der Ortsgruppe an. Die Senioren kommen aus Birkwitz-Pratzschwitz, Dresden, Jessen und Copitz.

Nach Lockdown: Pläne stehen bereits fest

Die Pläne für die Zeit nach dem Lockdown stehen bereits fest. Selbstverständlich werden wieder die regelmäßigen Kaffeerunden, Ausflüge und Spielenachmittage aufgenommen. Außerdem plant Carola Mai einen Nachmittag mit einer Künstlerin aus dem Ort, die ihre Bilder vorstellen und erklären wird. Mai hofft, dass auch die Veranstaltung mit dem Birkwitzer Kindergarten "Schatzfinder" stattfinden kann. Es ist eine gute Tradition, dass die Jungen und Mädchen einmal im Jahr die Ortsgruppe der Volkssolidarität besuchen und ein vorbereitetes Programm aufführen. "Aber das Wichtigste ist, dass wir uns wieder in der Gemeinschaft sehen und austauschen können", betont Carola Mai. Vermutlich werden ihr die Senioren bei dieser Einschätzung zustimmen.

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