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Corona-Impfung: Die Zahlen müssen stimmen

Bei der Erfassung der Impfungen gibt es in Deutschland noch immer statistische Ungenauigkeiten und viele Fragezeichen. Ein Kommentar von Annette Binninger.

Von Annette Binninger
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Warum sind die Impfzahlen in Deutschland so ungenau, fragt sich Annette Binninger.
Warum sind die Impfzahlen in Deutschland so ungenau, fragt sich Annette Binninger. © David Young/dpa

Die Verunsicherung erhält immer wieder neue Nahrung und Verschwörungstheoretiker haben ihre helle Freude: Die Impf-Zahlen sollen gar nicht stimmen, sondern liegen vermutlich einige Prozentpunkte höher. Seit Monaten nährt das renommierte Robert-Koch-Institut selbst die Zweifel an der eigenen Statistik.

Die tatsächlich erfassten Impf-Zahlen passen einfach nicht zusammen mit dem, was Befragungen ergeben. Und so wissen wir seit einigen Wochen, dass wir auch in dieser Frage eigentlich nichts so ganz genau wissen. Ausgerechnet in Deutschland. Ausgerechnet jetzt, wo manche am liebsten schon das Ende der Pandemie ausrufen möchten.

Es ist nur sehr schwer zu verstehen, aber kein bisschen zu akzeptieren, warum es noch immer so viele Ungenauigkeiten bei der statistischen Erfassung der Impfungen in Deutschland gibt. Mal soll es an den Betriebsärzten liegen, die nicht rechtzeitig ans Meldesystem angeschlossen waren, mal an den Ärzten, die nicht korrekt ihre Piks-Leistungen an das RKI weitergereicht haben. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Deutschland ein Entwicklungsland in Digitalisierungs-Fragen ist – hier ist er, bitte schön!

Wie aber will man Bürgerinnen und Bürger von der Notwendigkeit überzeugen, sich impfen zu lassen, wenn man selber nicht weiß, wo man steht? So riskiert man, auch jene zu verlieren, die sich jetzt noch an Regeln halten. Regeln, die zum Schutz aller – vor allem aber der Ungeimpften – aufgestellt worden sind.

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