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Corona: Wieder mehr Dresdner Schüler betroffen

Innerhalb eines Tages werden 400 weitere Schüler in Quarantäne geschickt, andere Fälle noch ermittelt. Warum die Übersichtkarte der Stadt nicht aktuell ist.

Am Dienstag steigt die Zahl der Schüler in Quarantäne wieder deutlich an.
Am Dienstag steigt die Zahl der Schüler in Quarantäne wieder deutlich an. © Annette Riedl/dpa (Symbolbild)

Dresden. Die Zahl der Dresdner Schüler und Lehrer, die derzeit aufgrund der Corona-Regelungen nicht in ihre Einrichtungen dürfen, bleibt auf einem hohen Niveau. Am Dienstagvormittag (Stand 11 Uhr) galt die Quarantäne noch für knapp 1.500 Personen an 78 Schulen. Am Mittag 13 Uhr gibt die Stadt an, dass das Gesundheitsamt für 400 weitere Schüler und Lehrer die Quarantäne angeordnet hat, allerdings nur noch an 68 Schulen. Betroffen sind davon auch 18 Kitas und 400 Kinder und Erzieher.

An etlichen Einrichtungen werden noch die Kontakte von Infizierten ermittelt. Auf der Website der Stadt zeigt eine Karte detailliert, welche Kitas und Schulen in welcher Zeit von Quarantäne-Fällen betroffen sind. Allerdings gibt sie nicht immer die aktuelle Lage in den Einrichtungen wider. Zum Teil wird für eine Schule oder Kita angezeigt, dass noch weitere Quarantäne-Fälle ermittelt werden, obwohl die betroffenen Familien längst informiert sind und die Kinder daheim betreut werden. Andere Schulen, die Quarantäne-Fälle haben, tauchen in der Übersicht noch nicht auf.

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Fest steht: Die Eltern werden von den Behörden oder Einrichtungen benachrichtigt, sollte ihr Kind daheim bleiben müssen. Letzte Woche war unter anderem die 103. "Regenbogen"-Grundschule in der Dresdner Neustadt dazu gekommen. Dort gilt nun für mehr als 70 Kinder und Lehrer eine Quarantäne bis zum 8. Dezember.

Besonders viele Corona- und damit Quarantäne-Fälle gibt es derzeit an der 145. Oberschule: 20 Schüler und sechs Lehrer wurden positiv getestet, mehr als 230 Personen befanden sich in Quarantäne. Das hatte auch Folgen für die restlichen Schüler, denen die Pädagogen fehlten.

Betroffen von Quarantäne und Stundenausfall waren insgesamt elf Klassen der Stufen fünf bis acht. Die anderen fünften und sechsten Klassen werden weiterhin im Schulhaus unterrichtet, die anderen bekommen ihre Aufgaben über das Programm Lernsax und erarbeiten den Stoff zu Hause.

Am diesem Montag kehrten sieben Klassen an die Oberschule zurück, am Mittwoch folgen die restlichen vier, so Schulleiterin Anne Leitner.

Quarantäne-Anordnungen gibt es inzwischen an fast allen großen Gymnasien, darunter das Marie-Curie-, das Martin-Andersen-Nexö- und das Bertolt-Brecht-Gymnasium. Neu dazugekommen ist das Gymnasium Dreikönigschule in der Dresdner Neustadt.

Durch Corona gibt es Personalproblemen an den Dresdner Kitas. Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) zieht aus den vergangenen Monaten Bilanz. "Seit dem Ausbrechen der Corona-Pandemie waren 148 Erzieherinnen und Erzieher des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen von einer durch das Gesundheitsamt angeordneten häuslichen Quarantäne betroffen", berichtet er. Und diese Zahl dürfte weiter steigen. "Aktuell befinden sich 35 Erzieher in häuslicher Quarantäne, davon ist eine Person mit dem Covid-19-Virus infiziert", so Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU).

Das Rote Kreuz muss die Öffnungszeiten bereits einschränken, weil Mitarbeiter in Quarantäne oder krank sind. "In der DRK-Kita 'Haus der kleinen Entdecker' kommt es sehr wahrscheinlich zu einer Reduzierung der Öffnungszeit kommen – von 6 Uhr bis 18 Uhr reduzieren wir auf 6.30 Uhr bis 16.30 Uhr", so Sprecherin Ulrike Peter.

Die drei anderen Kitas haben grundsätzlich kürzere Öffnungszeiten und können aktuell den personellen Ausfall mit Mehrstunden kompensieren. "Teilweise unterstützen uns die Eltern, indem sie ihre Kinder anderweitig betreuen können oder als Mittagskind oder gleich nach dem Vesper eher abholen", so Peter.

Auch die Arbeiterwohlfahrt muss den Betrieb einschränken. "Wir haben in den vier Dresdner AWO-Kitas aktuell in einer Einrichtung einen positiven Test in der Mitarbeiterschaft", so Sprecher Andreas Szabo. Die Einrichtungen werden – ähnlich wie im Frühjahr – ab Montag wieder auf eingeschränkten Regelbetrieb und feste Gruppen umstellen. Die Eltern bringen ihre Kinder also nur bis zum Eingangsbereich, das Gebäude darf nicht betreten werden. Die Öffnungszeiten wurden angepasst, also morgens später auf und nachmittags eher zu, so Szabo.

Mehr Quarantäne-Fälle in 20 Pflegeheimen

Gestiegen ist die Anzahl von Quarantäne-Fällen in den Dresdner Pflegeheimen: Vermeldete das Gesundheitsamt am Donnerstag noch 228 Quarantäne-Fälle in sechs Dresdner Pflegeheimen, waren es an diesem Dienstag 250 Betroffene, nun allerdings in 20 Heimen.

Asylbewerber kaum betroffen

Nachdem es im Oktober mehrere Corona-Fälle in den Dresdner Asylheimen gegeben hatte, waren dort zuletzt knapp 300 Bewohner unter Quarantäne gestellt worden. Sie wurden in der Einrichtung am Hammerweg betreut. Aktuell gibt es in den Erstaufnahmeeinrichtungen zwei Infizierte und zwei Kontaktpersonen, so Ingolf Ulrich, Sprecher der Landesdirektion Sachsen.

Weiterhin rund 2.000 Menschen in Dresden in Quarantäne

Mit Stand vom Dienstag befinden sich laut Übersicht der Stadt insgesamt rund 2.140 Menschen aus 127 Gemeinschaftseinrichtungen in Quarantäne. Die Gesamtzahl der Betroffenen in den Dresdner Einrichtungen bleibt also weiterhin hoch, aber verändert sich kaum.

Ein besonderer Schwerpunkt der Einrichtungen lässt sich dabei nicht ausmachen, die Einrichtungen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Warum ist die Übersichtskarte der Stadt nicht aktuell?

Um Eltern einen Überblick über die Schulen und Kitas zu geben, an denen sich Kinder und Jugendliche in Quarantäne befinden, gibt es ein sogenanntes Dashboard auf der Homepage der Stadt, das die einzelnen Einrichtungen auf der Dresden-Karte zeigt und darüber informiert, wie viele Personen in welchem Zeitraum daheim bleiben müssen.

Allerdings ist diese Übersicht nicht immer tagesaktuell, mitunter sind Schulen und Kitas dort noch nicht zu finden, obwohl die betroffenen Familien längst über die Quarantäne ihres Kindes informiert sind. Das hat einen guten Grund: "Die Datengrundlage für die Excel-Liste wird händisch von den Bearbeitern gepflegt", teilt das Dresdner Gesundheitsamt auf SZ-Anfrage mit. Deshalb sei es auch nicht ausgeschlossen, dass Fehler auftauchen. "Wir sind aber stets bemüht, diese zu korrigieren."

Das Dashboard wird derzeit drei Mal pro Tag aktualisiert, sodass es innerhalb eines Tages mehrfach zu Veränderungen kommen kann. "Wenn auf dem Dashboard der Status 'In Ermittlung' angezeigt wird, dann wissen die Eltern eines positiv getesteten Schülers bereits, dass es so ist und können demnach auch nicht unwissentlich ihr 'infiziertes' Kind in die Schule schicken", erklärt das Gesundheitsamt weiter. In der Regel würden die Betroffenen noch vor dem Gesundheitsamt von dem Testergebnis erfahren.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) appelliert an die Eltern, Ruhe zu bewahren, sollte an der Kita oder Schule ihrer Kinder ein Corona-Fall oder ein Verdachtsfall bekannt werden. Dafür gebe es ein klares Verfahren, das allen Beteiligten Sicherheit geben soll. Sie räumt aber auch ein, dass mitunter mehrere Tage vergehen können, bis Gewissheit herrscht, ob das eigene Kind in Quarantäne muss oder nicht.

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