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Corona: 2.500 Dresdner Lehrer und Schüler müssen daheim bleiben

In allen Gemeinschaftseinrichtungen sind am Freitag 3.700 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sind deutlich mehr als am Vortag.

An diesem Freitag sind allein fast 2.500 Schüler und Lehrer in häuslicher Quarantäne. Sie müssen nun daheim mit digitaler Technik lernen.
An diesem Freitag sind allein fast 2.500 Schüler und Lehrer in häuslicher Quarantäne. Sie müssen nun daheim mit digitaler Technik lernen. © Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Dresden. Von Entspannung keine Spur: Die Zahl der Dresdner Schüler und Lehrer, die derzeit aufgrund der Corona-Regelungen nicht in ihre Einrichtungen dürfen, steigt von Donnerstag auf Freitag noch einmal deutlich an. Am Donnerstagmittag gab es laut Stadt für 1.700 Personen an 63 Schulen eine Quarantäne-Anordnung. Am Freitag, Stand 15 Uhr, gilt das inzwischen für 2.450 Schüler und Lehrer an 73 Schulen.

Von Corona-Infektionen und Quarantäne-Anordnungen betroffen sind am Freitag laut Angaben der Stadt 34 Kitas und mehr als 900 Kinder und Erzieher. Auch hier ist die Zahl gestiegen.

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An etlichen Einrichtungen werden noch die Kontakte von Infizierten ermittelt. Auf der Website der Stadt zeigt eine Karte detailliert, welche Kitas und Schulen in welcher Zeit von Quarantäne-Fällen betroffen sind. Allerdings gibt sie nicht immer die aktuelle Lage in den Einrichtungen wider. Zum Teil wird für eine Schule oder Kita angezeigt, dass noch weitere Quarantäne-Fälle ermittelt werden, obwohl die betroffenen Familien längst informiert sind und die Kinder daheim betreut werden. Andere Schulen, die Quarantäne-Fälle haben, tauchen in der Übersicht noch nicht auf.

Fest steht: Die Eltern werden von den Behörden oder Einrichtungen benachrichtigt, sollte ihr Kind daheim bleiben müssen.

An zwei Dresdner Schulen startet in der kommenden Woche der Unterricht im Wechselmodell, wie das Kultusministerium mitteilt. Am Berufsschulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen "K.A.Lingner" Dresden und am Gymnasium Bühlau sind ab Montag nicht mehr alle Schüler vor Ort, sondern die Gruppen wechseln sich mit Präsenzunterricht und Homeschooling ab. Damit soll die Zahl der Jugendlichen im Schulgebäude reduziert und größere Abstädne ermöglicht werden.

Letzte Woche war unter anderem die 103. "Regenbogen"-Grundschule in der Dresdner Neustadt in die Corona-Übersicht dazu gekommen. Dort gilt nun für mehr als 70 Kinder und Lehrer eine Quarantäne bis zum 8. Dezember.

Quarantäne-Anordnungen gibt es immer noch an fast allen großen Gymnasien, darunter das Bertolt-Brecht-Gymnasium und das Gymnasium Plauen am Auslagerungsstandort am Terrassenufer.

Am Gymnasium Dreikönigschule in der Dresdner Neustadt gilt die Quarantäne-Anordnung für 87 Personen noch bis zu diesem Freitag. Neu dazu gekommen war zuletzt die AFFB Berufsschule in der Güntzstraße. Hier müssen drei Personen nun sogar über den Weihnachtstag zu Hause bleiben. Ihre Quarantäne gilt bis zum 25. Dezember.

Kitas verkürzen Öffnungszeiten

Durch Corona gibt es Personalprobleme auch an den Dresdner Kitas. Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) zieht aus den vergangenen Monaten Bilanz. "Seit dem Ausbrechen der Corona-Pandemie waren 148 Erzieherinnen und Erzieher des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen von einer durch das Gesundheitsamt angeordneten häuslichen Quarantäne betroffen", berichtet er. Und diese Zahl dürfte weiter steigen. "Aktuell befinden sich 35 Erzieher in häuslicher Quarantäne, davon ist eine Person mit dem Covid-19-Virus infiziert", so Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU).

Das Rote Kreuz muss die Öffnungszeiten bereits einschränken, weil Mitarbeiter in Quarantäne oder krank sind. "In der DRK-Kita 'Haus der kleinen Entdecker' kommt es sehr wahrscheinlich zu einer Reduzierung der Öffnungszeit kommen – von 6 Uhr bis 18 Uhr reduzieren wir auf 6.30 Uhr bis 16.30 Uhr", so Sprecherin Ulrike Peter.

Die drei anderen Kitas haben grundsätzlich kürzere Öffnungszeiten und können aktuell den personellen Ausfall mit Mehrstunden kompensieren. "Teilweise unterstützen uns die Eltern, indem sie ihre Kinder anderweitig betreuen können oder als Mittagskind oder gleich nach dem Vesper eher abholen", so Peter.

Auch die Arbeiterwohlfahrt muss den Betrieb einschränken. "Wir haben in den vier Dresdner AWO-Kitas aktuell in einer Einrichtung einen positiven Test in der Mitarbeiterschaft", so Sprecher Andreas Szabo. Die Einrichtungen werden – ähnlich wie im Frühjahr – ab Montag wieder auf eingeschränkten Regelbetrieb und feste Gruppen umstellen. Die Eltern bringen ihre Kinder also nur bis zum Eingangsbereich, das Gebäude darf nicht betreten werden. Die Öffnungszeiten wurden angepasst, also morgens später auf und nachmittags eher zu, so Szabo.

Mehr als 20 Pflegeheime betroffen

Gestiegen ist die Anzahl von Quarantäne-Fällen in den Dresdner Pflegeheimen: Waren in der letzten Woche nur sechs Pflegeheime von Corona betroffen, sind es an diesem Freitag 21. Für mehr als 360 Senioren und Pfleger wurde vom Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet.

In den Einrichtungen sollen nun Schnelltests dafür sorgen, Infektionen schnell zu entdecken und damit eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wie die Dresdner Seniorenheime das nutzen und welche Herausforderungen das mit sich bringt, lesen Sie hier.

Asylbewerber kaum betroffen

Nachdem es im Oktober mehrere Corona-Fälle in den Dresdner Asylheimen gegeben hatte, waren dort zuletzt knapp 300 Bewohner unter Quarantäne gestellt worden. Sie wurden in der Einrichtung am Hammerweg betreut. Zwar tauchen Asylheime in der Übersicht derzeit gar nicht auf, denn gibt es aktuell in den Erstaufnahmeeinrichtungen zwei Infizierte und zwei Kontaktpersonen, so Ingolf Ulrich, Sprecher der Landesdirektion Sachsen.

Mehr als 3.000 Menschen in Dresden in Quarantäne

Mit Stand vom Freitag befinden sich laut Übersicht der Stadt insgesamt rund 3.300 Menschen aus 128 Gemeinschaftseinrichtungen in Quarantäne. Das sind rund 800 betroffene Personen und 16 Einrichtungen mehr, als am Donnerstag. Die Gesamtzahl der Betroffenen in den Dresdner Einrichtungen stieg also zum Ende dieser Arbeitswoche hin deutlich an.

Ein besonderer Schwerpunkt der Einrichtungen lässt sich dabei nicht ausmachen, die Einrichtungen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Warum ist die Übersichtskarte der Stadt nicht aktuell?

Um Eltern einen Überblick über die Schulen und Kitas zu geben, an denen sich Kinder und Jugendliche in Quarantäne befinden, gibt es ein sogenanntes Dashboard auf der Homepage der Stadt, das die einzelnen Einrichtungen auf der Dresden-Karte zeigt und darüber informiert, wie viele Personen in welchem Zeitraum daheim bleiben müssen.

Allerdings ist diese Übersicht nicht immer tagesaktuell, mitunter sind Schulen und Kitas dort noch nicht zu finden, obwohl die betroffenen Familien längst über die Quarantäne ihres Kindes informiert sind. Das hat einen guten Grund: "Die Datengrundlage für die Excel-Liste wird händisch von den Bearbeitern gepflegt", teilt das Dresdner Gesundheitsamt auf SZ-Anfrage mit. Deshalb sei es auch nicht ausgeschlossen, dass Fehler auftauchen. "Wir sind aber stets bemüht, diese zu korrigieren."

Das Dashboard wird derzeit drei Mal pro Tag aktualisiert, sodass es innerhalb eines Tages mehrfach zu Veränderungen kommen kann. "Wenn auf dem Dashboard der Status 'In Ermittlung' angezeigt wird, dann wissen die Eltern eines positiv getesteten Schülers bereits, dass es so ist und können demnach auch nicht unwissentlich ihr 'infiziertes' Kind in die Schule schicken", erklärt das Gesundheitsamt weiter. In der Regel würden die Betroffenen noch vor dem Gesundheitsamt von dem Testergebnis erfahren.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) appelliert an die Eltern, Ruhe zu bewahren, sollte an der Kita oder Schule ihrer Kinder ein Corona-Fall oder ein Verdachtsfall bekannt werden. Dafür gebe es ein klares Verfahren, das allen Beteiligten Sicherheit geben soll. Sie räumt aber auch ein, dass mitunter mehrere Tage vergehen können, bis Gewissheit herrscht, ob das eigene Kind in Quarantäne muss oder nicht.

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