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Görlitzer Kliniken atmen durch

Die Zahl der Covid-19-Patienten ist so niedrig wie Anfang November. Das eröffnet Spielräume für andere OPs.

Auch die Intensivstation des Görlitzer Klinikums kam im November und Dezember an ihre Grenzen.
Auch die Intensivstation des Görlitzer Klinikums kam im November und Dezember an ihre Grenzen. © Foto: Klinikum

158 Menschen lagen mit einer Covid-19-Erkrankung Sonntagmittag in einer der Kliniken im Landkreis. Das sind so wenige wie zuletzt Anfang November, aber noch immer zu viele für einen Normalzustand in den Krankenhäusern. 18 von den Patienten benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Nach Angaben des bundesweiten Intensivregisters divi werden acht von ihnen beatmet. Zugleich meldeten die Kliniken im Landkreis dem Register 20 freie Betten für Erwachsene auf Intensivstationen – so viele wie seit Wochen nicht mehr.

Trotzdem spüren die Kliniken langsam, dass sich die Lage entspannt – gerade im Vergleich zu November und Dezember. So beginnt das Görlitzer Klinikum jetzt auch wieder, planbare OPs anzusetzen. Allerdings werde nach wie vor nach medizinischer Dringlichkeit und den personellen Möglichkeiten entschieden. „Die Lage entspannt sich etwas, weil die Zahlen sinken, darüber sind wir sehr froh – auch weil wir deshalb seit dieser Woche wieder ein paar Betten mehr belegen können“, so Sprecherin Katja Pietsch.

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Bettenauslastung im Klinikum bei 50 Prozent

In Spitzenzeiten behandelte das Klinikum 70 Covid-19-Patienten zugleich, jetzt sind es um die 20, und die Patienten werden jünger, berichtet die Geschäftsführerin des Klinikums, Ulrike Holtzsch. Die Senioren, gerade in den Altenheimen, scheinen mittlerweile besser geschützt zu sein – oder haben bereits eine Corona-Infektion überstanden. So können nun die Chefärzte über weitere Operationen, je nach Notwendigkeit und Kapazität, entscheiden.

Wie sehr die Corona-Pandemie die Arbeit im gesamten Krankenhaus beeinträchtigt hat, zeigt die aktuelle Bettenauslastung: Wären es zu normalen Zeiten 95 Prozent, sind es jetzt etwas mehr als 50 Prozent. Durch die Zusammenlegung von Stationen müssen sich teilweise drei Fachbereiche eine Station teilen. Aber die Pandemie habe nach den Worten von Frau Holtzsch eben auch gezeigt: „Dieses Haus steht in der Not wie eine Eins zusammen“.

Klinikum erwartet positives Jahresergebnis 2020

Weniger Corona-Fälle, mehr Mitarbeiter, die aus Quarantäne oder Krankheit zurückkehren – langsam verbessert sich auch die Situation in der Belegschaft. In der größten Not hatte das Klinikum Freiwillige mit 3-Monats-Verträgen als „helfende Hände“ angestellt. Personalleiterin Ines Hofmann erklärt gegenüber der SZ, dass von ihnen einige mit einer Umschulung liebäugeln. Im März öffnet wieder eine Klasse an der Krankenhaus-Akademie in Görlitz. Andere überbrückten Zeiten der Kurzarbeit oder der Unterbrechung des Studiums. Sollte sich die Lage wieder verschlechtern, dann kann das Klinikum innerhalb von drei Tagen eine „Vollbremsung“ hinlegen und wieder in den Corona-Modus umschalten.

Auch wirtschaftlich hat das Haus mit seinen 1.700 Mitarbeitern das Corona-Jahr gut überstanden. Die scheidende Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch rechnet mit einem positiven Ergebnis für 2020 – auch dank der Rettungspakete des Bundes für die Krankenhäuser, die für das Städtische Klinikum passgenau waren.

Carolus: Vorsichtig optimistisch

Auch das St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz äußert sich vorsichtig optimistisch. „Die Lage hat sich etwas entspannt. Trotzdem müssen wir auf einen erneuten Anstieg vorbereitet sein“, sagt Sprecherin Stephanie Hänsch. Aus diesem Grund finden nur Notfall-Eingriffe, die Behandlung von Tumorpatienten und von Patienten statt, wo ein Verschieben das Krankheitsbild radikal verschlechtern würde.

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